14.03.2019  Liqui Moly HBL

Kiel will gegen Leipzig doppelt punkten

Kiel gegen Leipzig hat in dieser Saison schon mittlerweile Tradition. Nach dem turbulenten wie dramatischen Hinspiel in der DKB Handball-Bundesliga und dem deutlicheren Achtelfinal-Sieg der Zebras im DHB-Pokal folgt jetzt das dritte Aufeinandertreffen in der laufenden Saison mit den Messestädtern. Die Kieler sind ganz klar in der Favoritenrolle und wollen gegen Leipzig keine Punkte herschenken.

"Wir wollen am Donnerstag in unser Spiel kommen und es nicht so spannend machen wie in Leipzig. Aber auch für unseren Gegner geht es am Donnerstag um viel", weiß Firnhaber um die besondere Situation des SC DHfK Leipzig, der richtig kämpfen muss. Nach einer turbulenten ersten Saisonhälfte waren die Sachsen in den Tabellenkeller der DKB Handball-Bundesliga abgerutscht, haben sich jedoch wieder gefangen und sind nun auf der Suche nach neuer Konstanz. Cheftrainer André Haber, der im Oktober 2018 das Amt von Michael Biegler übernahm, ist dabei, die Leipziger peu à peu aus der Talsohle herauszuführen. Jüngster Beleg war der deutliche 28:18-Sieg gegen den Bundesliga-Dino VfL Gummersbach. "Ein verdammt wichtiger Heimsieg!" kommentierte der Trainer das Resultat nach dem Spiel, das den Leipzigern deutlich Luft auf die "gefährlichen" Ränge verschaffte.

Denn diese waren vor dem befreienden Sieg gegen den VfL immer näher gekommen. Grund dafür waren zwei Negativ-Serien: Im September und Oktober holte der SC DHfK nur einen Punkt aus sieben Partien, um nach drei Erfolgen in vier Spielen wieder in die Bredouille zu geraten. Besonders ärgerlich waren dabei die vielen knappen Ein-Tore-Niederlagen: In Erlangen und Wetzlar sowie gegen Stuttgart, Flensburg, Magdeburg und auch den THW Kiel, der nach einem wahren Hinspiel-Thriller durch Kapitän Domagoj Duvnjak wenige Sekunden vor dem Ende zum erlösenden 25:24 traf, fehlte jeweils nur ein Wimpernschlag zum Punktgewinn. Gleichzeitig zeigten die Leipziger vor allem gegen die Top-Clubs der Liga trotz der knappen Niederlagen starke Leistungen und belohnten sich dafür bei den Rhein-Neckar Löwen mit einem Punktgewinn. dennoch rutschte das Team bis auf Platz 15 in der Tabelle ab, was unter anderem auch dem großen Verletzungspech des SC DHfK geschuldet war. Dieses ist auch beim Aufwärtstrend der vergangenen Wochen nicht abgerissen: Rückraumspieler Gregor Remke fällt aktuell aus. Der erst 21-Jährige wird sich wegen eines Knorpelschadens hinter der Kniescheibe einer Therapie unterziehen. Auch für den ehemaligen Kieler Raul Santos ist die Saison nach einer Operation am Außenmeniskus im linken Knie vorzeitig beendet.

Aus dem Lazarett haben sich dagegen Rechtsaußen Lucas Krzikalla nach seinem Mittelfußbruch und Rückraumspieler Andreas Rojewski (Knie) ins Team zurückgekämpft. Auf gutem Wege ist Torhüter Jens Vortmann nach seinem Kreuzbandriss. Aktuell hüten noch René Villadsen und Routinier Miloš Putera das Tor. Der 37-jährige Putera wird zur kommenden Spielzeit in die Rolle des Co- und Torwarttrainers hineinschlüpfen. In überragender Form präsentierten sich beim Sieg in Gummersbach die beiden Rückraumspieler Philipp Weber und Franz Semper, die zusammen 17 Tore und damit nur eines weniger als alle Gummersbacher zusammen erzielten. Das Duo ist so etwas wie die Lebensversicherung der Sachsen und steht nicht umsonst mit 128 Treffern (Weber) und 104 Toren (Semper) auf den Plätzen vier und elf der Torjägerliste in der DKB Handball-Bundesliga.

"Wir müssen unsere Leistung abrufen und gemeinsam mit unseren Fans die zwei Punkte holen", sagt Regisseur Miha Zarabec, der nach der Partie zum Live-Interview in der Fan-Arena erwartet wird. Das Spiel gegen Leipzig, das insgesamt achte in der Bundesliga-Geschichte beider Mannschaften (siehe auch Gegenstatistik SC DHfK im THW-Archiv), wird Donnerstag um 19 Uhr von Christoph Immel und Ronald Klein angepfiffen. Sky überträgt live aus der Sparkassen-Arena. 

Foto: Justen

Quelle: THW