15.09.2018  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. HBL: Die Spitzenteams duellieren sich

Am Samstagabend zeigt sich, welche Mannschaften sich nach dem vierten Spieltag in der Spitzengruppe der Zweiten Handball-Bundesliga halten können. Die derzeitige Überraschungsmannschaft und Tabellenführer aus Ferndorf empfängt den Vierten ASV Hamm-Westfalen. Im Duell Fünfter gegen Dritter geht es zwischen Nordhorn und Hagen um wichtige Punkte. Außerdem noch drei weitere spannende Partien – alles live auf Sportdeutschland.tv!

„Aue ist toll in die Saison gestartet, noch ungeschlagen, haben in Hüttenberg und Wilhelmshaven unentschieden gespielt, hätten beide Partien sogar gewinnen können. Da kommt einiges auf uns zu“, so die Einschätzung von Coburgs Kapitän Sebastian Weber vor dem Gastspiel seiner Mannschaft beim EHV Aue. Die Mannschaft aus dem Erzgebirge, die in der vergangenen Saison noch bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen musste, startete in dieser Saison deutlich besser und liegt derzeit auf dem achten Tabellenplatz. „Im Vergleich mit dem Team im Mai ist Aue jetzt in der Breite viel besser aufgestellt und der gute Saisonstart hat sich noch einmal positiv auf die Mannschaft ausgewirkt. Und wir wissen, in Aue ist es immer eine extrem anspruchsvolle Aufgabe, wenn man dort bestehen will“, ist sich HSC-Trainer Jan Gorr bewusst, dass kein einfaches Spiel auf sein Team wartet. Einen möglichen Schlüssel zum Erfolg hat der Übungsleiter aber auch schon parat: „Um die Abwehr mit dem Torwart zu knacken, wird wieder viel Disziplin und Geduld nötig sein, denn Aue ist eine Mannschaft, die nicht hoch- und runterrennt.“ Für beide Teams gilt es eine Serie auszubauen. Bisher musste weder Coburg noch Aue eine Niederlage einstecken. Für den HSC geht es sogar bei Patzern der Konkurrenz um den Sprung an die Tabellenspitze. Das gelang dem Klub in seiner Vereinshistorie noch nie – für den HSC Zeit diesen Fakt heute zu ändern!

Gerade einmal fünf Treffer trennen den TuS N-Lübbecke und den TuSEM Essen derzeit in der Tabelle. Mit jeweils 4:2 Punkten belegen die Teams momentan Rang sechs und sieben. Das Klassement verspricht eine enge Partie, Essens Trainer Jaron Siewert schiebt die Rolle des Favoriten aber dem Absteiger aus der DKB Handball-Bundesliga zu: „Lübbecke hat wohl einen der breitesten Kader in der Liga und die Ambitionen des sofortigen Wiederaufstiegs sind auch klar formuliert. Wir haben zuhause schon ganz gute Leistungen zeigen können, welche wir nun auch auswärts auf die Platte bringen wollen. Die Favoritenrolle liegt natürlich bei Lübbecke, jedoch sehe ich in jeder Halle in der 2. Liga eine realistische Chance für uns und diese heißt es zu nutzen.“ Das zeigte in dieser Saison schon der VfL Eintracht Hagen, der die „roten Teufel“ für alle Experten überraschend bezwingen konnte.

Doch auch Essen zeigte in den ersten Spieltagen schon welches Potential in der Mannschaft steckt. Deswegen geht Lübbecke ebenfalls gewarnt in die Partie. „Hier musst Du mit viel Kampf und Leidenschaft dagegenhalten können!“, so Lübbeckes Dener Jaanimaa. Und sein Trainer Aaron Ziercke ergänzt, dass besonders ein kühler Kopf und Geduld gegen das „junge und hungrige Team“ der Rot-Weißen wichtig sein werden. Erneut ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Tagesform zum Zünglein an der Waage werden wird.

Erst am Dienstagabend waren die heutigen Gäste des TSV Bayer Dormagen im Einsatz.  Der Wilhelmshavener HV musste gegen den TuS N-Lübbecke die erste Saisonniederlage einstecken. Es blieb nicht viel Zeit das 28:36 aufzuarbeiten, denn  jetzt wartet der Aufsteiger aus Dormagen. Und das junge Team von Bayer-Trainer Ulli Kriebel ist nach dem Sieg gegen den TV Hüttenberg bis in die Haarspitzen motiviert: "Wir wollen natürlich nachlegen und auch vor heimischem Publikum punkten", so Kriebel, der sein Team in der vergangenen Trainingswoche akribisch auf die  Norddeutschen eingestellt hat.

Auf der Platte werden sich alte Bekannte treffen: Im Trikot der Wilhelmshavener spielen mit Janik Köhler und Daniel Andrejew zwei Spieler, die in der Vergangenheit schon für Bayer aufgelaufen sind.  Und auch sonst ist der WHV in dieser Saison personell breiter aufgestellt, als noch in den Jahren zuvor: So überraschte unter der Woche zum Beispiel Lukas Kalafut, der den WHV-Goalgetter Tobias Schwolow entlastete und sich dabei Bestnoten verdiente. Im Bayer Sportcenter sind beide Teams für Überraschungen gut – das sollte kein Fan verpassen!

Eine große Herausforderung erwartet Eintracht Hagen beim Auswärtsspiel in Nordhorn. Dass es sich bei dem Aufeinandertreffen der beiden Teams am vierten Spieltag um ein echtes Topspiel handeln würde, hätten die Wenigsten vermutet. Auch nicht VfL-Trainer Niels Pfannenschmidt: „Wer hätte vor Saisonbeginn gedacht, dass das Spiel zwischen Nordhorn und uns ein Spitzenspiel ist. Das ist eine schöne Momentaufnahme.“ Fünfter gegen Dritter lautet das Duell. Doch von den Platzierungen will sich Pfannenschmidt nicht täuschen lassen. Viel mehr gilt es die gute Form seines Teams zu nutzen und möglichst lange zu konservieren:. „Wir haben aktuell ein Selbstverständnis und rufen ein Niveau ab, bei dem man uns erst einmal bezwingen muss. Daher sage ich ganz klar: Wir fahren nicht chancenlos nach Nordhorn.“ Um weitere Punkte einzufahren, gilt es für die Grün-Gelben vor allen Dingen die Nordhorner Durchschlagskraft aus dem Rückraum einzudämmen. Besonderes Augenmerk lag in der Vorbereitung auf die Partie auf den HSG-Neuzugängen Georg Pöhle und Julian Possehl. Aus einer kompakten Deckung will Pfannenschmidt zu einfachen Treffern kommen. Denn auch im Tor der Nordhorner steht kein Unbekannter: Björn Buhrmeister gehört seit knapp 15 Jahren zu den Top-Torhütern der Liga und will den Hagener  Angreifern das Leben schwer machen.

Alles in allem kann man auch mit Blick auf die Duelle der vergangenen Saison eine Partie auf Augenhöhe erwarten. In Nordhorn verlor der VfL noch mit 27:30, in eigener Halle revanchierten sich die Westfalen aber mit einem 26:24-Sieg. „Wir freuen uns auf das Spiel, haben eine gute Ausgangsposition“, lautet daher Pfannenschmidts Fazit vor der Partie.

Was für eine Momentaufnahme für die Fans des TuS Ferndorf: Der Aufsteiger steht mit 5:1 Punkten an der Tabellenspitze und besiegte hochgehandelte Teams wie den VfL Lübeck-Schwartau und den HSV Hamburg.  Jetzt wartet auf den TuS der nächste Härtetest. Der Viertplatzierte vom ASV Hamm-Westfalen ist  in der Kreuztaler Stählerwiese zu Gast. Ferndorfs Trainer Michael Lerscht weiß ganz genau, was da auf seine Männer zukommt: „Das ist ein ganz starker Kader, den der ASV da zusammen bekommen hat, ein sehr interessantes Projekt. Die zählen für mich zu den Aufstiegsfavoriten, ganz klar. Aber wir haben es uns mittlerweile verdient, dass wir mit viel Selbstvertrauen und einer breiten Brust auch in solche Spiele gehen können. Das können wir uns gerade zuhause leisten.“ Und gerade in eigener Halle mit den eigenen Fans im Rücken dürfte es seinem Team auch nicht schwer fallen die Tugenden, die in der 2. Handball-Bundesliga so wichtig sind, abzurufen. Wer das Quäntchen mehr Emotionalität, Teamgeist und Willen an den Tag legt, kann jeden Gegner in dieser Liga schlagen. Dazu gehört aber auch eine Menge Disziplin. Denn ein Gegner wie Hamm verfügt über individuell enorm starke Spieler wie Südmeier, Sohmann und Lex. Lerscht will deswegen unbedingt die einfachen Fehler seines Teams auf das Minimum begrenzen, um nicht in die Tempofalle des ASV zu geraten. Tempo fordert der Trainer auch von seiner Mannschaft und verspricht einen  „heißen Tanz“ auf der Stählerwiese.

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Foto: Krato