15.12.2018  2. Handball-Bundesliga

ASV Hamm-Westfalen bezwingt TuSEM Essen in einem packenden Derby

Hochzufrieden verließ ASV Trainer Kay Rothenpieler gestern die Sporthalle "am Hallo". Zuvor hatte sein Team den TuSEM Essen im Derby mit 31:33 geschlagen. Essen muss somit die vierte Niederlage in Folge verkraften und kann heute sogar von dem dritten Platz verdrängt werden.

Unerwartet aber absolut verdient hat sich der ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend im Westderby beim favorisierten TuSEM Essen beide Punkte gesichert. Am Ende siegten die Gäste vor 2.151 Zuschauer in der Essener Sporthalle „Am Hallo“ knapp mit 31:33 (15:18). „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Riesenkompliment an die Mannschaft, die heute ein richtig gutes Spiel gemacht hat“, fasste ein hochzufriedener Gästetrainer direkt nach Spielschluss zusammen.

Von Beginn spielten die hochmotivierten Westfalen sehr konzentriert und geduldig – vor allem der Rückraum mit Stefan Lex und Youngster Mex Raguse bewies immer wieder Torriecher. Aber auch die anderen Mannschaftsteile waren von Beginn an extrem präsent. „Das hat man heute schon bei der Erwärmung gemerkt. Jeder wollte heute unbedingt etwas beitragen. Wir wollten mutig sein und auch etwas riskieren“, so Rothenpieler. So ging der ASV nach sechs Minuten mit 3:5 in Führung, das Duo Lex und Raguse erzielte dabei alle Treffer. Zwar glichen die Gastgeber in der Folge aus, in Führung gehen konnte Essen allerdings nicht. Nach dem 11:12 durch Tim Zechel in der 22. Minute legten die Gäste sogar eine Serie von drei Treffern hin und gingen bis zur 27. Minute mit 11:15 in Führung. Längst war nicht nur den zahlreich mitgereisten Gästefans klar, dass an diesem Abend eine Überraschung sehr gut möglich war.

Und dieser Eindruck sollte sich im weiteren Spielverlauf bestätigen. Zunächst verteidigte die Mannschaft von Kay Rothenpieler, die wegen einer leichten Muskelblessur von Oliver Krechel neben Felix Storbeck auch den
dritten Torwart Jan Wesemann aus der Oberligareserve aufbot, bis zur Pause die Drei-Tore-Führung. Der Gästevorsprung hatte bis zur 40. Minute Bestand, doch nach dem 21:24 durch Raguse traf Essen drei Mal in Folge. Aber der ASV konterte und ließ erneut keine Führung der Hausherren zu. „Mex hat das heute überragend gemacht“, verteilte Rothenpieler ein Sonderlob an den 19-jährigen Neuzugang aus Berlin.

Doch trotz des 26:30 durch Lukas Blohme sechseinhalb Minuten vor dem Ende wurde es noch spannend. Essen stellte auf eine offensive 4:2-Abwehr um und versuchte alles. Genau 97 Sekunden vor dem Ende stand die Halle auf einmal Kopf, als Luca Witzke aus Sicht der Hausherren auf 31:32 verkürzte. Aber erneut bewahrte die Mannschaft von Gästetrainer Kay Rothenpieler die Nerven. Blohme wurde im letzten Angriff hart von Justin Müller gestoppt – so hart, dass die Unparteiischen Müller sogar die Blaue Karte zeigten. Die verbleibenden Sekunden nutzte Fabian Huesmann dann für den finalen Treffern zum verdienten 31:33 und sorgte damit für Riesenjubel auf dem Spielfeld und auch auf den Rängen unter den mitgereisten Fans. Gemeinsam freuen sich nun alle bei den Westfalen auf zwei Heimspiele zum Abschluss des Jahres am
kommenden Freitag und anschließend am 2. Weihnachtsfeiertag gegen Lübeck-Schwartau und Hamburg.


TuSEM Essen – ASV Hamm-Westfalen 31:33 (15:18)

TuSEM Essen: Bliß (8 Paraden), Mangold;– Beyer, Ellwanger (1), Witzke (2), Akapo, Szcesny (1), Ridder, Müller (3), Firnhaber (4), Seidel (1), Klingler (1), Skroblien (12), Ingenpaß, Zechel (6)

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (9), Krechel, Wesemann;– Blohme (6), Huesmann (2), Milde, Brosch (1), Fuchs (1), Raguse (7), Sohmann (3/3), Schwabe, Lex (8), Südmeier (4), Gudat, Papadopoulos (1, 0/1), von Boenigk

Schiedsrichter: Raphael Piper und Jannik Otto

Zuschauer: 2.151

Quelle: ASV Hamm-Westfalen

Foto: Kaufmann