08.02.2024  LIQUI MOLY HBL

Machtdemonstration im Topspiel: Magdeburg schlägt Kiel deutlich

Am Mittwochabend empfing der THW Kiel den SC Magdeburg zu einem Kracher-Spiel in der "stärksten Liga der Welt". Was folgte, war eine wahre Machtdemonstration des Spitzenreiters aus Sachsen-Anhalt, der damit seit mittlerweile 28 Pflichtspielen ungeschlagen ist! Mit einem deutlichen 33:26 (15:13)-Sieg holte sich die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert die zwei Punkte und bleibt damit auch weiterhin der Tabellenführer.

Der THW Kiel startete gut in die Partie, erlebte dann aber einen Einbruch, der einen 8:1-Lauf für die Gäste zur Folge hatte. Dem Rückstand liefen die Zebras trotz energischen Aufbäumens bis zum Schlusspfiff erfolglos hinterher. Magdeburg strotzte hingegen vor Selbstbewusstsein, erlaubte sich kaum Fehler. Kein Wunder: Das Team aus der Börde blieb zum 28. Mal in Folge in einem Pflichtspiel unbesiegt. Erfolgreichster Kieler Torschütze war Niclas Ekberg, der sieben Mal traf. Für Magdeburg war Tim Hornke bester Werfer, der SCM-Rechtsaußen verzeichnete eine Wurfquote von 90 Prozent und versenkte den Ball neunmal im Kieler Tor. "Das war sehr, sehr bitter", bilanzierte später Kiels Kapitän Patrick Wiencek, "wir haben einfach zuviele technische Fehler gemacht, Magdeburg hat dagegen sehr solide agiert. Das Positive ist jetzt nur, dass wir alle drei Tage ein Spiel haben werden. Da haben wir die Chance, es wieder besser zu gestalten.“ 

Die Kieler Abwehr stand gut, vorne lief der Ball nach Wunsch. Tim Hornke brachte die Gäste mit dem ersten Angriff zwar in Führung. Doch Eric Johansson setzte die ersten gewonnenen Bälle der THW-Abwehr vorne in Zählbares um, brachte den THW mit zwei Gewaltwürfen in Front, Hendrik Pekeler erhöhte in der 4. Minute per Dreher auf 3:1. Die Gäste kamen durch Nationalspieler Mertens auf 2:3 heran, Harald Reinkind traf aber postwendend zum 4:2. 

Die Gäste, die den Vorteil im Gepäck mitbrachten, drei Tage vorher im Pokal-Viertelfinale bereits Spielpraxis sammeln zu dürfen, egalisierten durch Felix Claar und nochmals Hornke zum 4:4. In der neunten Minute war dann Steffen Weinhold zur Stelle, tankte sich durch die SCM-Abwehr und erzielte die erneute Kieler Führung. 5:4. Es sollte der letzte Jubelmoment in dieser Partie für die Zebras bleiben. Denn die Gäste starteten - begünstigt durch eine Vielzahl höchst umstrittener Entscheidungen des alles andere als souverän agierenden Schiedsrichter-Duos Brodbeck/Reich, einen 5:0-Lauf, den sie kurz darauf auf einen 7:1-Run ausbauten. Mertens brachte den Ball in der 17. Minute schließlich zum ernüchternden 11:6 für die Gäste im Kieler Tor unter. Gar sieben Tore lagen die Gäste nach dem Treffer von Bergendahl in der 23. Minute noch vorn, dann ging ein Ruck durchs schwarz-weiße Team.

Niclas Ekberg verkürzte auf 8:14, und als der gerade für Samir Bellahcene eingewechselte Tomas Mrkva den Siebenmeter von Omar Magnusson bravourös meisterte, gab's die Initialzündung. Mrkva war jetzt dreimal in Folge zur Stelle, vorne veredelten Niclas Ekberg, Petter Överby und nochmals Ekberg per Tempogegenstoß die Paraden ihres Torhüters. Mit der offensiven 3-2-1-Deckung setzten die Zebras Nadelstiche, bis zur verhängnisvollen 28. Minute: Domagoj Duvnjak hatte den in die Abwehr stürzenden Janus Smarason getroffen, die Schiedsrichter entschieden auf Rot. 

Die Stimmung in der Arena? Jetzt so hitzig wie lange nicht mehr. Als erneut Niclas Ekberg eiskalt verwandelte, stand es in der 29. Minute nur noch 12:14. Der THW hatte sich herangekämpft, alles schien beim Halbzeit-13:15, das Magnus Landin erzielte, wieder möglich. Den besseren Start in die zweite Halbzeit hatten dann aber erneut die abgeklärten Gäste. Tomas Mrkva glänzte zwar mit erneuter Siebenmeter-Parade gegen Magnusson, aber die Kieler Angreifer fanden erneut ihren Meister an Nikola Portner. Statt des erhofften Spiels auf Augenhöhe, liefen die Kieler schnell wieder einem Rückstand von, drei, vier oder fünf Toren hinterher. Tim Hornke zeigte  jetzt auch von der Siebenmeterlinie keine Nerven, verwandelte in der 38. Minute zum 20:15. Hoffnung beim Kieler Anhang keimte dann noch einmal auf, als Ekberg und Elias Ellefsen á Skigagötu zum 17:20 verkürzten (40.).

Rune Dahmke heizte das Kieler Feuer beim 18:21 weiter an, doch näher heran kamen die Kieler nicht. Später traf Hornke zum 25:20  - die Vorentscheidung. Denn nun blieb es dabei, dass sich der SC Magdeburg nicht mehr beirren ließ und das Spiel effizient und souverän nach Hause brachte. 

Quelle: THW Kiel / Foto: Klahn