09.02.2024  LIQUI MOLY HBL

Krimi in Erlangen: HCE schlägt Lemgo in letzter Sekunde

In einem wahren Handball-Krimi siegte der HC Erlangen vor heimischen Fans gegen den TBV Lemgo Lippe. Während es kurz vor Ende der Partie noch Unentschieden stand, verwandelte Christoph Steiner in der letzten Spielminute den entscheidenden Siebenmeter zum 26:25 (13:15)-Sieg seiner Mannschaft. Beste Werfer der Partie waren allerdings Lemgos Tim Suton und Samuel Zehnder mit jeweils sechs Treffern.

Zu Beginn des Spiels merkte man beiden Teams die lange Pause an. Sowohl Lemgo als auch der HCE fanden nur langsam in einen offensiven Rhythmus. In der sechsten Spielminute traf Hampus Olsson zum zwischenzeitlichen 1:1 und eröffnete damit auf Erlanger Seite. Die Abwehr des HCE stand in den ersten Minuten sehr sicher. Oftmals arbeitete sich Lemgo bis zum Zeitspiel an der Erlanger Defensive ab und der HCE konnte daraus auch offensiv zunehmend Kapital schlagen.

In der zehnten Minuten erzielte Christopher Bissel den Treffer zum 4:2 für Erlangen. Doch auch die Angriffe des TBV liefen jetzt deutlich flüssiger und so konnte Lemgo das Spiel wieder ausgeglichen gestalten. Und nicht nur das, denn Lemgo übernahm sogar die Führung. Es war jetzt die erwartet ausgeglichene Partie, in der auf Erlanger Seite vor allem Jonathan Svensson offensiv einige Nadelstiche setzen konnte. Kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs traf der Schwede nach einer schönen Ballstafette zum 12:14 und sorgte dafür, dass der HCE in Schlagdistanz blieb. Stephan Seitz erzielte sogar den Anschlusstreffer (13:14), doch Tim Suton traf für den TBV mit der Halbzeitsirene zum 13:15-Pausenstand.

In der Kabine fand HCE-Trainer Hartmut Mayerhoffer scheinbar genau die richtigen Worte, denn die Erlanger kamen mit sehr viel Energie aus der Pause. Der Zwei-Tore-Rückstand wurde durch die Tore von Svensson und Zechel aufgeholt und in der 33. Minute war das Spiel wieder ausgeglichen (16:16). Der Lauf des HCE steckte auch Torhüter Bertram Obling an, der prompt einen Siebenmeter parieren konnte. Nico Büdel brachte die Erlanger wieder in Führung und traf zum 17:16.

Doch Lemgo berappelte sich und hielt stets den Anschluss. Dem HCE gelang es nicht auf mehr als ein Tor wegzuziehen und es blieb ein hart umkämpftes Spiel. Auf der Spielmacher-Position stand in dieser Phase Lutz Heiny auf dem Feld und der überzeigte durch seine Übersicht und Schnelligkeit. Immer wieder riss er Lücken in der Defensive auf und zusammen mit Christoph Steinert und Jonathan Svensson ergaben sich gute Abschlussmöglichkeiten. Durch den Treffer von Nationalspieler Steinert in der 46. Minute ging der HCE wieder in Front (20:19). Doch Lemgo startete zehn Minuten vor dem Ende eine Zwischenoffensive. Drei Tore am Stück gelangen dem TBV und Mayerhoffer nahm beim Stand von 22:25 eine Auszeit (53. Minute). 

Für die Schlussphase brachte er Youngster Stephan Seitz im rechten Rückraum, der direkt sehenswert Linksaußen Christopher Bissel bediente, welcher den Ball eiskalt im Tor unterbrachte. Auf der anderen Seite parierte Bertram Obling und brachte damit die Hoffnung der Fans in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung auf einen Heimsieg zurück. Die Erlanger wirkten wieder entschlossen und ein Spieler war in den letzten Minuten nicht zu stoppen: Stephan Seitz. Der 22-Jährige Linkshänder traf zweimal infolge und plötzlich stand es wieder Unentschieden (25:25).

Das Spiel entwickelte sich zu einem Herzschlagfinale. Zwei Minuten vor dem Ende sah Nikolai Link eine Zeitstrafe und der HCE musste die Partie in Unterzahl zu Ende spielen. Doch Lemgo verlor den Ball durch ein Stürmerfoul und Erlangen hatte in eigenem Ballbesitz die Chance zum Sieg. Wieder landete der Ball bei Seitz, der einen Zweikampf gewann und im Wurf gefoult wurde. Die Unparteiischen entschieden auf Siebenmeter. Steinert trat an und zeigte keine Nerven. Der Ball landete im Lemgoer Tor und wenige Sekunden vor dem Ende führte der HCE mit 26:25. Einen letzten Wurf gab es für Lemgo, doch der Abschluss von Zehnder landete an der Latte und damit stand der Heimsieg des HCE fest.

Quelle: HC Erlangen / Foto: Zink