05.06.2024  Handball Super Cup

Champions League Final4: Erstmals seit 2014 kämpfen zwei HBL-Teams um Europas Krone

Vor zwei Wochen bildeten drei Vereine aus der LIQUI MOLY HBL das komplette Podest beim Finalturnier der European League in Hamburg, am kommenden Wochenende wollen der SC Magdeburg und der THW Kiel beim Kampf um die Krone in der Königsklasse daran anknüpfen.

Zum 15. Mal geht es in der Kölner LANXESS Arena um den Titel der EHF Champions League – und bereits sechsmal ging am Ende eine deutsche Mannschaft als Sieger hervor: Dreimal – 2010, 2012, 2020 – gewann der THW Kiel, dazwischen waren der HSV Hamburg (2013) und die SG Flensburg-Handewitt (2014) die Könige von Köln, ehe im Vorjahr der SC Magdeburg sich zum zweiten Mal nach 2002 den Titel sicherte.  

Vor einem Jahr war das Team von Bennet Wiegert der Außenseiter. Zum ersten Mal überhaupt in der LANXESS arena am Start, setzte der SCM aber die Serie von Außenseitersiegen fort – schlug den FC Barcelona im Halbfinale nach Siebenmeterwerfen und Kielce im Finale nach Verlängerung, dazu noch die Geschichte von Gisli Kristjansson, der trotz schwerster Schulterverletzung im Finale auflief, zum Matchwinner wurde und schließlich als Turnier-MVP ausgezeichnet wurde.  

Ein Jahr später hat sich alles geändert: als Titelverteidiger, nun dreifacher Vereinsweltmeister, aktueller DHB-Pokalsieger und aktueller deutscher Meister sind die Magdeburger der große Favorit auf die Krone der Königsklasse. „Magdeburg ist derzeit die beste Mannschaft der Welt, das Maß aller Dinge im Handball“, sagt Stefan Madsen, Trainer des Magdeburger Halbfinalgegners Aalborg Handbold. Auch in Magdeburg spricht man vom „Quadrupel“, dem vierten Titel der Saison. Mit dem Selbstvertrauen von 30 HBL-Spielen in Folge mit nur einer Niederlage bis zur Meisterschaft sowie 13 Siegen in den letzten 14 Champions-League-Partien ist die Motivation groß.  

Nur in der Neuauflage des Vorjahresfinales wankte der SCM im Viertelfinale gegen Kielce, verlor knapp in Polen – und zuhause sorgte Torwart Sergey Hernandez (wie schon beim siegreichen REWE Final4 kurz zuvor) mit seinen Paraden im entscheidenden Siebenmeterwerfen dafür, dass Magdeburg in Köln seinen Titel verteidigen kann. Das gelang in bislang 14 Auflagen nur einem Team: dem FC Barcelona 2022 – ebenfalls dank einem Finalerfolg nach Siebenmeterwerfen gegen Kielce. 2021 hatte man das Finale gegen Aalborg 36:23 gewonnen – zuvor und danach war der jeweilige Titelverteidiger entweder in Köln oder auf dem Weg dorthin gescheitert. 

Besagter FC Barcelona bekommt es im zweiten Halbfinale mit dem THW Kiel zu tun, der durch die magische Nacht im Viertelfinalrückspiel gegen Montpellier dafür sorgte, dass erstmals seit 2014 wieder zwei deutsche Mannschaft in Köln auf dem Feld stehen. Seinerzeit gab es in der LANXESS arena auch das bislang einzige HBL-interne Finale, das die SG Flensburg-Handewitt gegen Kiel gewann (quasi als Revanche für die Niederlage im alten Modus in 2007). 

Kiel tritt dieses Jahr eher als Außenseiter in Köln an, hat allerdings in der Königsklasse für deutlich mehr Furore gesorgt als in den nationalen Wettbewerben. Früh im Pokal an der HSG Wetzlar gescheitert, belegte der THW in der Abschlusstabelle der LIQUI MOLY HBL den vierten Platz, deutlich hinter Meister Magdeburg. In der Königsklasse ließ man in der Gruppenphase aber Teams wie PSG, Kielce oder Aalborg hinter sich. Im Viertelfinale schien das Aus nach der Neun-Tore-Niederlage in Montpellier nach dem Hinspiel besiegelt, aber in einer magischen Nacht hieß es im Rückspiel 31:21, die neunte Teilnahme in Köln wurde doch noch eingetütet. „Wenn man es zum Finalturnier geschafft hat, will man nicht nur mitspielen, sondern auch gewinnen“, sagte Geschäftsführer Victor Szilagyi vor der Abreise in die Domstadt. Selbst die Köln-Statistik spricht für die Zebras, die 2010 und 2020 Barcelona im Finale besiegten, zuletzt aber das 2022-er Halbfinale verloren.  

Davon lässt sich Barcelona nicht beeindrucken: „Wir wollen diesen Titel, in Köln auf dem Siegerpodium zu stehen ist unser wichtigstes Saisonziel“, sagt Barca-Star Dika Mem. Sein Team warf im Viertelfinale PSG raus, SCM-Gegner Aalborg beendete frühzeitig Veszprems Hoffnungen auf den ersten CL-Triumph.  

20.000 Fans werden am Sonntag zudem Zeugen eines besonderen Abschieds werden: der dreifache Welthandballer Mikkel Hansen, Weltmeister, Olympiasieger und Europameister, will im letzten Vereinsspiel seines Lebens erstmals die Königsklasse gewinnen – und genau das ist die große Motivation der Dänen. Noch nie ist eine dänische Mannschaft CL-Sieger geworden – dafür stehen Barcelona (10), Kiel (4) und Magdeburg (2) für insgesamt 16 Trophäen.  

Alle Partien des Champions-League-Finalturniers in Köln werden live bei Dyn gezeigt. Der Spielplan: 

Samstag, 8. Juni, Halbfinals: 
15.00 Uhr: SC Magdeburg vs. Aalborg Handbold 
18.00 Uhr: THW Kiel vs. FC Barcelona 

Sonntag, 9. Juni: 
15:00 Uhr: Spiel um Platz drei 
18:00 Uhr: Finale 

Foto: Klahn