23.02.2024  LIQUI MOLY HBL

Flensburg vs. Berlin: Zahlen, Daten und Fakten vor dem Topspiel

Kann die SG Flensburg-Handewitt die Siegesserie der Füchse Berlin stoppen und wieder ins Meisterschaftsrennen eingreifen, oder vergrößert der aktuelle Tabellenführer aus der Hauptstadt den Vorsprung auf die Norddeutschen? Diese Fragen stehen beim Topspiel der LIQUI MOLY HBL am Sonntag (15:00 Uhr, live bei Dyn und WELT TV) in der Campusarena im Fokus. Hier die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zum Duell.

Die aktuelle Saison 

Erst vor zwei Wochen, am 8. Februar, gab es das Hinspiel in Berlin, das die Füchse knapp mit 32:31 gewannen. Die Flensburger Aufholjagd kam zu spät, bester Werfer im Hinspiel war Flensburgs Däne Emil Jakobsen mit acht Treffern – vor fünf weiteren Skandinaviern: Lasse Andersson (7), Jim Gottfridsson, Hans Lindberg, Simon Pytlick und Mathias Gidsel (alle sechs Treffer). Mit 15 Paraden überragte zudem Füchse-Torwart Dejan Milosavljev. 

Nach dem 30:26 gegen Lemgo und der Magdeburger Niederlage in Hannover sind die Füchse Berlin seit vergangenem Wochenende wieder alleiniger Tabellenführer mit 38:4 Punkten. Die SG Flensburg-Handewitt hatte mit Ausnahme der Niederlage in Berlin vier Siege in den letzten fünf Spielen eingefahren, liegt als Dritter mit 32:10 Zählern aber bereits sechs Punkte hinter dem Tabellenführer. 

Flensburg ist gemeinsam mit Magdeburg die beste Heimmannschaft und in der Campusarena mit 22:0 Punkten noch mit weißer Weste, die Füchse beste Auswärtsmannschaft mit 17:3 Punkten, verloren bislang nur in Kiel und spielten remis in Gummersbach. Seit der letzten Niederlage (26:30 in Kiel am 19. November) haben die Füchse in neun Spielen nur einen Punkt (gegen Göppingen) abgegeben und acht Siege eingefahren, darunter das 32:31 im Hinspiel gegen die SG vor zwei Wochen. 

Die Torjäger 

Mit zehn Treffern gegen Lemgo erhöhte Füchse-Spieler Mathias Gidsel sein Torkonto in dieser Saison auf insgesamt 163 Treffer – allesamt Feldtore. Bester Werfer der SG ist ebenfalls ein Däne: Emil Jakobsen mit 122 Treffern, damit liegt er aber 24 Tore hinter seinem Landsmann Lasse Andersson (146), der zweitbester Füchse-Werfer ist. Der nächste Füchse-Däne Hans Lindberg folgt mit 108 Saisontreffern – er ist mit insgesamt 3025 Treffern Nummer eins in der ewigen HBL-Torschützenliste.  

Die bisherige HBL-Bilanz 

Von bislang 37 Spielen inklusive der laufenden Saison gewann die SG 27, Berlin sieben, sechs Partien endeten Remis. Von bislang 18 HBL-Heimspielen gewann Flensburg 12, jeweils drei Spiele endeten remis oder mit Berliner Auswärtssiegen. Zuletzt gewannen die Füchse 2021 in Flensburg. Der höchste SG-Heimsieg war ein 29:18 im Dezember 2012, in der Vorsaison trennten sich beide Teams 31:31. 

Die EM-Bilanz beider Kader 

Insgesamt sieben Dänen, die bei der EM die Silbermedaille gewannen, stehen in den Kadern beider Teams: Emil Jakobsen, Mads Mensah, Johan Hansen, Lukas Jörgensen, Simon Pytlick (alle Flensburg) sowie Hans Lindberg und Mathias Gidsel (beide Berlin). Dazu kommen die schwedischen EM-Dritten Jim Gottfridsson (Flensburg) und Max Darj (Füchse). Gidsel wurde mit 54 Treffern gemeinsam mit Martim Costa (Portugal) EM-Torschützenkönig und wurde ins Allstar-Team gewählt., Bei Olympia 2021 in Tokio und der WM 2023 war er MVP, diese Auszeichnung erhielt Jim Gottfridsson bei den Europameisterschaften 2018 und 2022. In beiden Teams steht je ein DHB-Nationalspieler: Kapitän Johannes Golla (SG) und Nils Lichtlein (Füchse), einer von fünf U21-Weltmeistern im Berliner Kader. Die SG stellte insgesamt 14 EM-Teilnehmer aus acht Nationen, die Füchse neun aus fünf Ländern. 

Die Teams im DHB-Pokal 

Beide Teams haben sich für das aktuelle REWE Final4 qualifiziert, gehen sich in den Halbfinals (Füchse gegen Magdeburg und Flensburg gegen Melsungen) aber aus dem Weg. Die Flensburger gewannen ihr Viertelfinale deutlich mit 37:25 gegen den Handball Sport Verein Hamburg, die Füchse setzten sich mit 31:29 gegen den VfL Gummersbach durch. 

Einmal trafen beide Mannschaften bislang beim REWE Final4 aufeinander: 2014 in Hamburg – und das gleich im Finale. Durch einen 22:21-Erfolg für die Füchse (damals noch unter Trainer Dagur Sigurdsson) feierte Berlin seinen bislang einzigen nationalen Titel.  

Mit vier Titeln, 13 Finals und 14 Final-4-Teilnahmen ist die SG Flensburg-Handewitt hinter Rekordsieger THW Kiel der zweiterfolgreichste Verein in der Geschichte des DHB-Pokals. Nach dem Hattrick von 2003 bis 2005 gelang der SG 2015 der bislang letzte Pokaltriumpf; zuletzt standen die Flensburger 2017 im Finale (Niederlage gegen Kiel), 2023 verloren sie das Halbfinale beim REWE Final4 in Köln gegen den späteren Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen. 

Neben 2014 hatten sich die Füchse 2015 und 2019 für ein REWE Final4 qualifiziert.

Internationale Titel 

Die SG Flensburg-Handewitt ist der einzige Verein überhaupt mit Titeln in vier verschiedenen Europapokalwettbewerben. 1997 gewann die SG den EHF-Pokal, 1999 den City-Cup, 2001 und 2012 den Pokalsiegerwettbewerb – und als Krönung 2014 die Champions League. 

Die Füchse sind nicht nur zweifacher Vereinsweltmeister (2015, 2016), sondern auch zweifacher Sieger des EHF-Pokals (2015 und 2018) sowie der aktuelle Titelträger in der European League. 

Aktuelle internationale Saison 

Beide Teams haben sich als Gruppensieger für die Hauptrunde der aktuellen European League qualifiziert. Während die Füchse alle sechs Gruppenspiele gewannen, verlor Flensburg das Rückspiel bei den Kadetten Schaffhausen. In der Hauptrunde stehen für die SG bislang zwei deutliche Siege auf dem Konto, Berlin verlor nach einem Sieg im rumänischen Constanta am Dienstag zuhause gegen Sporting Lissabon. 

Foto: Voigt