20.05.2024  2. HBL

Knapper Sieg im Westderby: Essen schlägt Hagen

Der TuSEM Essen gewann das Westderby beim VfL Eintracht Hagen vor ungewohnter Kulisse mit 3.784 Zuschauern in der Iserlohner Eissporthalle mit 33:32 (20:15) und crashte somit das "Summer-Game" der stark verletzungsgebeutelten Gastgeber. Nils Homscheid mit zwölf Toren und Lukas Diedrich mit 15 Paraden überzeugten bei den siegreichen Gästen.

Josip Jukic per Gegenstoß war es vorbehalten, das erste Tor des Tages zu erzielen und die Arena auf Betriebstemperatur zu bringen. Drei Dinge waren auffällig in dieser Startphase: TuSEM-Keeper Lukas Diedrich machte dort weiter, wo er im Hinspiel aufgehört hatte, parierte mehrfach stark. Und: Die Eintracht deckte ungemein schnell auf den Beinen, hatte richtig Bock auf Abwehr. Last but not least ließen die beiden Unparteiischen Katharina Heinz-Hebisch/Sonja Lenhardt beidseitig eine gesunde Grundkörperlichkeit zu - das tat der temporeichen Partie (zunächst noch) gut. Später sollte sich diese Linie zumindest in Teilen verlieren.

Die Eintracht hatte die Nase zunächst meist leicht vorne, kam aber nicht richtig weg und kassierte nach zwölf Minuten durch Essens Felix Klingler gar den ersten Rückstand (6:7). Der erste Hagener Wechselturn (die Eintracht jetzt mit Niclas Pieczkowski, Kim Voss-Fels und Niklas Pfalzer) änderte an der Grundausrichtung der Partie nichts. Lukas Diedrich nahm schon wieder die 50-Prozent-Marke in Sachen Fangquote ins Visier und war Basis für die nun wachsende TuSEM-Führung.

Stefan Neff wechselte alsbald den Torhüter und nahm nach dem 15:11 für den Gast das erste Team-Timeout. Tobias Mahncke, Alex Weck, ein Empty-Net-Goal von Jan-Lars Gaubatz und die wieder Fahrt aufnehmende Abwehr sorgten dafür, dass der zwischenzeitliche 5-Tore-Rückstand erst verkürzt wurde, nach mehreren strittigen Entscheidungen der Unparteiischen und einem blitzsauberen Essener Außen-zu-Außen-Kempa zur Pause aber 15:20 betrug.

Fünf Tore Rückstand, wenige Alternativen – es würde einige außergewöhnliche Ausreißer benötigen, um dieses Ding noch zu drehen. Doch eine weitere Diedrich-Parade gegen Alex Weck im Gegenstoß und Philipp Asmussen im Durchbruch auf der Gegenseite - nun hieß es sogar 22:16 (33.) für TuSEM um seinen überragenden Dreh- und Angelpunkt Nils Homscheid.

Die Halle, sie lauerte dennoch auf diese ein, zwei, drei Szenen, die die Qualität haben, eine Art "Kipppunkt" zu kreieren. Bei Freddy Stübers Treffer zum 20:23 deutete sich so eine Situation an. Doch der TuSEM hatte immer wieder die richtigen Antworten an diesem Tag.

Und dennoch: Als Hagens U19-Youngster Luca Richter einen Gegenstoß einigermaßen humorlos zum 24:27 versenkte, keimte Hoffnung auf. Parade Tobi Mahncke, doch auch auf der Gegenseite hielt Lukas Diedrich gegen Damian Toromanovic - das wäre der 2-Tore-Rückstand gewesen. Den dann Theo Bürgin herstellte - 26:28 (50.). Sollte da doch noch etwas gehen?

Mannschaft, Fans und Hallen-DJ investieren jetzt alles, Pierre Busch verkürzt per Siebenmeter auf 30:31 (58.). Auszeit TuSEM 1:49 Minuten vor dem Ende, Tor Dennis Szczesny zum 30:32. Auszeit Eintracht, Stefan Neff bringt den siebten Feldspieler, Tor Pouya Norouzi zum 31:32. Eine Minute noch. TuSEM in extremer Zeitspiel-Not, doch ein Schlagwurf von Max Neuhaus bringt die Entscheidung, weil nach Damian Toromanovics direktem Gegentreffer nur noch acht Sekunden auf der Uhr sind.

Quelle: VfL Eintracht Hagen / Foto: Ewert/RHR-FOTO