24.09.2023  2. HBL

1. VfL Potsdam gewinnt das Ostderby in Dessau

Der 1. VfL Potsdam hat am Samstagabend mit 20:27 (10:12) das Spiel gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 gewonnen und holte damit den ersten Auswärtssieg dieser Saison. Das Ostderby in der Anhalt Arena lockte insgesamt 1589 Zuschauer an, die eine spannende und hart umkämpfte Partie sahen, in der die Gäste aus Potsdam allerdings von Beginn an ihre Siegesambitionen deutlich machten. Bester Torschütze der Potsdamer war Max Beneke mit zehn Treffern, davon vier erfolgreich verwandelte Siebenmeter.

Beide Teams starteten hochmotiviert und temporeich in den vierten Spieltag der Saison. Moritz Sauter brachte die Adler mit 0:1 in Führung und machte gleich zu Beginn erneut seine Führungsqualitäten deutlich. Während die Gastgeber ihren ersten Angriff nicht erfolgreich beenden konnten, netzte Max Beneke im Gegenzug zum 0:2 ein, ehe Vincent Sohmann erstmals das Tor für Dessau traf. Die Potsdamer bestimmten die ersten zehn Spielminuten, nutzten erfolgreich ein doppeltes Überzahlspiel und zwangen Dessaus Trainer Uwe Jungandreas beim Spielstand von 2:6 (13‘) zu einer frühen Auszeit.

In den nächsten zehn Minuten kämpften sich seine Jungs zunächst auf zwei Tore heran, nutzen erfolgreich ein Überzahlspiel, profitierten von technischen Fehlern der Adler und glichen in der 25. Spielminute zum 8:8 aus. Darauf ausruhen konnten sie sich allerdings nicht, da die Gäste durch schnelle Tore im Tempogegenstoß von Nils Fuhrmann und Cyrill Akakpo wieder den 2-Tore-Vorsprung herstellten und diesen beim Spielstand von 10:12 mit in die Halbzeitpause nahmen.

Der VfL startete in doppelter Unterzahl in die zweite Hälfte, da Emil Hansson und Max Beneke kurz vor dem Pausenpfiff 2-Minuten-Strafen kassiert hatten. Dessaus Torwart Philip Ambrosius nutzte dann auch das leere Tor für den Anschlusstreffer zum 11:12. Im Gegenzug setzten sich Marcel Nowak und Josip Simic erfolgreich durch und hielten den Gastgeber wieder auf Abstand. Beide Teams schenkten sich nichts, und angefeuert von ihren Fans gelang den Dessauern in der 42. Spielminute der Ausgleich zum 16:16. Die Freude darüber wehrte nicht lange, da kurz darauf sowohl Patrick Gempp als auch Luka Baumgart mit Zeitstrafen belegt wurden. Die Adler nutzen ihre Chance und zogen vor der zweiten Dessauer Auszeit auf 17:20 (47‘) davon.

Das Spiel blieb in den nächsten fünf Minuten ausgeglichen mit abwechselnden Toren. Beim Spielstand von 19:23 schwor Trainer Bob Hanning in der Auszeit seine Jungs auf die entscheidende Crunchtime ein. Direkt im Anschluss kassierten allerdings Elias Kofler und Emil Hansson ihre dritte Zeitstrafe und damit ebenso wie zuvor Luka Baumgart die Rote Karte. Der DRHV setzte in dieser Phase der doppelten Überzahl teilweise auf Manndeckung, um schnelle Ballgewinne zu erzielen. Doch die Adler ließen sich davon nicht beirren, blieben konzentriert und konnten sich in der Defensive einmal mehr auf den wiedererstarkten Lasse Ludwig im Tor verlassen, der bereits in der ersten Halbzeit mit zehn Paraden überzeugte und am Ende der Partie auf 13 Paraden kam.

Trotz Rückhalt ihrer Fans konnte das Team von Trainer Jungandreas zu keiner Zeit des Spiels auf der Erfolgswelle schwimmen wie in der Vorsaison. Mit einer sechs Tore-Führung gingen die Adler in die letzte Spielminute und gewannen am Ende überlegen mit 20:27 ihr erstes Auswärtsspiel dieser Saison.

Max Beneke, 1. VfL Potsdam: „Wir wussten aus der letzten Saison und dem Testspiel, dass es hier eine sehr hitzige Stimmung wird. Das haben die Fans heute auch wieder bewiesen. Deshalb waren wir auf einen Fight eingestellt und wussten, dass wir das Spiel heute über die Abwehr und vor allem den schnellen Rückzug gewinnen müssen. Mit 20 Gegentore, denke ich, sind wir sehr zufrieden und haben die Dessauer mit einer sehr guten Abwehr auf Abstand gehalten. Vorne haben wir selbst 27 Tore geworfen, was natürlich sehr gut ist. In den Spielen davor hatten wir noch ein bisschen Sand im Getriebe, aber durch den Pokalfight sind wir als Team weiter zusammengewachsen, und das haben wir heute mit einer sehr starken Teamleistung bewiesen.“

Patrick Gempp, Dessau-Roßlauer HV 06: „Es war heute ein richtiger Kampf. Ganz klar, die 20 brechen uns das Genick. Wir machen im Angriff zu viele Fehler, verwerfen zu viele einfache Bälle und kriegen viele Gegenstöße, wenngleich ich finde, dass wir in der Abwehr, wenn wir im 6 zu 6 waren, nicht schlecht gestanden sind.“

Quelle: 1. VfL Potsdam / Foto: Goeres