01.09.2021  Pixum Super Cup

Pixum Super Cup: THW Kiel - Einmalig in die neue Saison

Der THW Kiel hat sich eine gewisse Einmaligkeit erarbeitet und ist zusammen mit seinem Anhang absolut nachvollziehbar sehr stolz darauf: Deutscher Rekordmeister, deutscher Rekord-Pokalsieger, Rekord-Supercupsieger und grundsätzlich im Favoritenkreis, wenn es um die Vergabe eines Titels geht. Der THW war und ist eine top Adresse für die besten Handballer der Welt, die sich in der besten Handball-Liga der Welt beweisen wollen.

Aber zum Ende der alten und zum Start der neuen Saison leistete sich der THW zwei weitere Einmaligkeiten, die sehr ungewöhnlich sind. Freiwillig und unfreiwillig.  Im Halbfinale um den DHB-Pokal verlor der THW gegen den krassen Außenseiter und späteren Sieger TBV Lemgo Lippe mit 28:29 - trotz einer Sieben-Tore-Halbzeitführung. Derlei war dem THW in einem K.o.-Spiel noch nie passiert. Und das Ganze gegen den Klub, für den Kiels Trainer Filip Jicha einst in der HBL als Profi debütierte und bis heute in der „Lemgo-Legenden-WhatsApp-Gruppe“ ist (mehr dazu im Doppelinterview). Daher ist das Duell um den Pixum Super Cup gegen die Ostwestfalen aus THW-Sicht definitiv mehr als ein lockerer Aufgalopp zur neuen Serie.

Freiwilliger war Einmaligkeit Nummer 2. Der THW geht ohne Neuzugang in die Saison. „Die Mannschaft hat unter sehr schwierigen Bedingungen in der Vorsaison Überragendes geleistet. Warum sollen wir da groß was ändern, dafür gibt es keinen Grund“, ist Trainer Filip Jicha vollkommen überzeugt von dieser defensiven Personalpolitik.

Zumal - gefühlt hat der THW sogar eine Art Neuzugang. Nikola Bilyk. Der Österreicher zog sich im vergangenen Jahr in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu. Der THW wurde ohne ihn Meister und Triumphator der Champions League. „Ich bin so froh, wieder dabei zu sein“, sagt der 24-Jährige, der den Rückraum des THW für jeden Gegner noch furchterregender machen soll.

Ein starker Bilyk wäre zum Beispiel eine Entlastung für den norwegischen Superstar Sander Sagosen. Auch gut für den THW: Steffen Weinhold hat nach den Olympischen Spielen in Tokio seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet. Das heißt: er kann sich komplett auf den THW konzentrieren. Das spart Kraft. Kiels Abwehrchef Hendrik Pekeler hat sich auch eine Auszeit von der Nationalmannschaft verordnet.

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Der THW mag die beste Kadertiefe im deutschen Klub-Handball haben. Wahr ist trotzdem: in der Vorsaison spielte das Team oftmals am Limit der verfügbaren Kräfte. Es war ein Charaktertest, der mit Bravour bestanden und mit dem Meistertitel belohnt wurde.

Nun will Jicha den Umstand, bis auf Bilyk keinen Spieler ins System neu einbinden zu müssen, zur weiteren Optimierung der Leistung nutzen.

Wie weit die Zebras damit schon sind, wird sich erstmals beim Pixum Super Cup in Düsseldorf zeigen, wo auch endlich wieder Zuschauer erlaubt sind. „Wir freuen uns auf ein Handball-Fest“, sagt Jicha. Was er nicht sagt: es gibt da eine WhatsApp-Gruppe, dessen Mitgliedern er noch den ein oder anderen verbalen Konter schuldig ist.