07.05.2015  REWE Final4

Vorjahrespokalsieger Thümmler: Das REWE Final Four bedeutet Duelle auf Biegen und Brechen

In seiner ersten Profisaison gehörte Jonas Thümmler in der Vorsaison gleich zum erlauchten Kreis der Überraschungspokalsieger der Füchse Berlin. Die Hauptstädter kehren ab Samstag zurück zum populärsten Klubhandballevent der Welt, der 21-jährige Thümmler wird das Halbfinale der Füchse gegen den SC Magdeburg allerdings nur aus seinem neuen fränkischen Wohnzimmer verfolgen können. Im Dezember wechselte der Kreisläufer zum Aufsteiger HC Erlangen, kämpft seitdem mit Favoritenschreck der Liga um jeden Punkt gegen den Abstieg. Im Interview der Woche erinnert sich Thümmler zurück an den Coup der Füchse im Vorjahr und schätzt die Chancen seines Ex-Vereins auf eine Titelverteidigung beim diesjährigen REWE Final Four ein.

Herr Thümmler, Sie dürfen sich noch immer amtierender DHB-Pokalsieger nennen. Wie sind Ihre Erinnerungen an das Pokalwochenende im Vorjahr, als die Füchse Berlin den legendären ersten Pokal der Vereinsgeschichte holten?

Jonas Thümmler: Zu allererst kommt mir die Kulisse wieder in den Kopf: Das war wirklich überragend, ein richtiges Handballfest. Und dann ist der Event natürlich auch sportlich ein absolutes Highlight. In einem Final Four stehen nur Topmannschaften. Das bedeutet Duelle auf Biegen und Brechen. Wir haben damals mit den Füchsen ein überragendes erstes Spiel hingelegt und es bis ins Finale geschafft. Und dann haben wir uns wirklich nur noch auf dieses letzte Spiel fokussiert, sind mit voller Energie rein gegangen – und es hat geklappt.


In Ihrem ersten Profijahr standen Sie gleich auf dem Siegerpodest beim Final Four um den DHB-Pokal. Ihr Gefühl?

Thümmler: Ich war natürlich überglücklich. Wie Sie schon sagten, es war mein erstes vollständiges Jahr in der ersten Mannschaft der Füchse, ich komme gebürtig aus Berlin – das war schon etwas ganz Besonderes, fast zu viel, um das auf der Stelle zu realisieren. Das Gefühl, einen Pokal zu gewinnen, zu wissen, alle anderen Mannschaften geschlagen zu haben, das ist schon überwältigend.


Hat Sie dieser Triumph in Ihrer persönlichen Karriere weitergebracht?

Thümmler: Ich glaube schon. Ich habe bei diesem Final Four unglaublich viele positive Erfahrungen sammeln können, die mir keiner mehr nimmt. Wenn man so will, weiß ich jetzt, wie man Finalspiele bestreitet, wie es ist, auf den Punkt da sein zu müssen und dann auch noch zu gewinnen.
 

Haben die Füchse ab Samstag eine Chance, ihren Titel zu verteidigen?

Thümmler: Was für eine Frage - Berlin weiß jetzt, wie man Titel gewinnt, und diese Erfahrung aus dem letzten Jahr werden die Füchse auch ins diesjährige REWE Final Four mitnehmen. Natürlich können sie ihren Titel wiederholen, das Team ist gut aufeinander abgestimmt, jeder kennt seinen Nebenmann in- und auswendig. Der Titelverteidiger ist für mich immer auch Favorit.


Sie selbst sind im Dezember zum Aufsteiger HC Erlangen gewechselt, stecken mit dem HCE kurz vor Saisonende mitten im Abstiegskampf. Wie schätzen Sie die Ausgangsposition auf der Zielgeraden der Saison ein?

Thümmler: Die Ausgangsposition ist natürlich nicht berauschend: Wir sind momentan Vorletzter, haben aber auch noch ein Spiel mehr zu absolvieren als unsere direkten Konkurrenten. Wir spielen noch gegen Friesenheim und Bietigheim, aus diesen zwei Spielen müssen einfach zwei Siege her, wenn wir uns noch die Chance auf den Klassenerhalt erhalten wollen. Und auch in den übrigen Partien sollten wir punkten, um Druck auf die anderen Mannschaften im Keller auszuüben. Und das können wir schaffen. Ich glaube nach wie vor fest daran, dass wir den Abstieg vermeiden können.


Beim HC Erlangen füllen Sie die Position am Kreis zusammen mit Vereinslegende Sebastian Preiß aus, der 2007 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft wurde. Wie ist ihr Verhältnis?

Thümmler: Basti ist überaus erfahren und ich kann viel von ihm mitnehmen, was ich auch tue. Aber natürlich habe ich den Anspruch, mich früher oder später endgültig an ihm vorbei zu schieben und der ersten Mann am Kreis des HC Erlangen zu werden.


Wie geht es mit Ihnen persönlich nach dem Ende der Saison weiter?

Thümmler: Ich habe beim HC Erlangen für 1 ½ Jahre unterschrieben und mein Vertrag würde auch für die 2. Handball-Bundesliga gelten. Aber daran denke ich momentan ehrlichgesagt noch nicht. Ich konzentriere mich jetzt voll auf die verbleibenden 5 Saisonspiele und will danach mit dem HCE auch weiterhin in der DKB Handball-Bundesliga spielen.
 
 
Tickets für die letzten Heimspiele des HC Erlangen in der Saison 2014/15 sind u.a. im Onlineshop erhältlich.
SPORT1 überträgt die Halbfinals des REWE Final Fours am Samstag ab 13.45 Uhr und das Finale um den DHB-Pokal 2014/15 am Sonntag ab 14.10 Uhr live im Free-TV.
 
 
Foto: sportfoto-zink