28.03.2017  REWE Final4

Titelverteidiger Andreas Rojewski: „Wir fahren nicht nach Hamburg, um Sightseeing zu machen“

Er ist der einzige „Titelverteidiger“ beim REWE Final Four 2017. Mit dem SC Magdeburg triumphierte Andreas Rojewski im vergangenen Jahr mit 32:30 gegen die SG Flensburg-Handewitt. Im vierten Endrunden-Anlauf war es sein erster Triumph. Nachdem er von 2001 bis 2016 für den SC Magdeburg aufgelaufen war, bedeutete der Pokalsieg ein schönes Abschiedsgeschenk nach einer so langen Zeit an der Börde. Im vergangenen Sommer wechselte der ehemalige deutsche und polnische Nationalspieler dann nach Leipzig.

Dort gehört der Routinier zu den Leistungsträgern und ist mit seiner Erfahrung enorm wichtig für den Endrunden-Neuling. Eine besonders wertvolle Erfahrung: Der 31-Jährige weiß, wie es sich anfühlt, den DHB-Pokal in die Höhe zu recken.

Du bist der einzige Spieler, der bereits 2016 den Pokal gewonnen hat. Was war das für ein Gefühl?

Andreas Rojewski: Es ist einfach unbeschreiblich, mit dem Pokal da ganz oben zu stehen. Dieser Moment bleibt auf ewig. Es ist so ein Moment, auf den man täglich hintrainiert, für den man so viel investiert. Es ist ein absolutes Highlight, das man niemals vergisst.

Nach so vielen Jahren in Magdeburg zum Abschluss der Pokal-Triumph. War das der Höhepunkt deiner Karriere?

Andreas Rojewski: Auf jeden Fall einer der absoluten Höhepunkte. Es war schon eine große Leistung, dass wir mit dem SC Magdeburg das REWE Final Four erreicht haben, das Finale war dann ein Riesenspiel für uns. Die Atmosphäre in der Barclaycard Arena ist einfach einzigartig mit den vier Fanlagern.

 

Jetzt bist du mit dem SC DHfK Leipzig beim REWE Final Four. Für Leipzig ist es die erste Endrunden-Teilnahme der Vereinsgeschichte. Wie stehen da die Chancen?

Andreas Rojewski: Wir fahren nicht nach Hamburg, um Sightseeing zu machen. Die Rolle des Underdogs steht uns ganz gut, das haben wir
schon bewiesen. Wir hoffen, dass wir erstmal den THW Kiel ärgern können. Natürlich wissen wir, dass die Kieler immer da sind, wenn es um Titel geht, dass sie sich auf den Punkt konzentrieren können. Aber wir werden alles in die Waagschale werfen, was wir haben, werden die Atmosphäre aufsaugen und uns von unseren tollen Fans einpeitschen lassen.

Der SC DHfK Leipzig ist erst vor zwei Jahren in die DKB Handball-Bundesliga aufgestiegen, hat sich aber schnell etabliert und steht jetzt schon im Halbfinale um den DHB-Pokal. Welche Bedeutung hat das Erreichen des REWE Final Four für den SC DHfK?

Andreas Rojewski: Es ist ein unglaublicher Schub für das Projekt. Für uns ist es ein Quantensprung. Wir haben im zweiten Bundesligajahr bis dato unsere Leistungen der Vorsaison bestätigt. Und wir konnten dies mit dem Einzug in die Pokal-Endrunde noch toppen. Wer hätte damit vorher gerechnet? Es ist einfach sensationell, unsere Saison läuft bislang überragend. Und jetzt spielen wir gemeinsam mit den Top Drei der Liga das REWE Final Four! Es ist doch schön, dass es noch Überraschungen gibt und sich eben auch andere Teams, als nur die besten vier qualifizieren können.

Interview: punkt.waldert.küppers

Foto: Justen