27.03.2017  REWE Final4

Der Tabellenführer: SG Flensburg-Handewitt

Zum nun schon 25. Mal findet die Endrunde um den DHB-Pokal in diesem Jahr in Hamburg statt und die SG Flensburg-Handewitt hat einen großen Teil der Erfolgsgeschichte mitgeschrieben. Besonders in der jüngeren Vergangenheit führte kaum ein Weg an der SG vorbei. Zumindest nicht für die Rhein-Neckar Löwen. Sechs Mal in Folge standen die Flensburger ununterbrochen im Endspiel, in den letzten drei Jahren warfen sie jeweils die Löwen aus dem Turnier.

Der ganz große Wurf gelang in diesem Zeitraum jedoch nur 2015, als im Finale der SC Magdeburg im Siebenmeterwerfen niedergerungen wurde. Der Triumph im DHB-Pokal bildete den vorläufigen Schlusspunkt einer sagenhaften Titelserie. Zuvor hatte das Team von Trainer Ljubomir Vranjes Jahr um Jahr mindestens einen Titel eingefahren. 2012 gab es an der deutsch-dänischen Grenze den EHF-Pokal zu bejubeln, 2013 den Super Cup und 2014 den Gewinn der Champions League. 2015 konnte der 1,66 Meter große Schwede dann im fünften Pokalfinale nacheinander endlich auch den DHB-Pokal wieder in die Höhe recken.

Im letzten Jahr reichte es für die Norddeutschen dann „nur“ zu zwei Vizetiteln. In der Meisterschaft revanchierten sich die Rhein-Neckar Löwen für das erneute Pokal-Aus und schnappten der SG den Titel weg, im DHB-Pokal war es der SC Magdeburg, der nach 2015 doch noch jubeln durfte.

Das soll sich in diesem Jahr aber wieder ändern und zwei SG-Akteure werden mit einer Extraportion Motivation zu Werke gehen. Erfolgscoach Ljubomir Vranjes wird nach der Saison nach Ungarn zu Telekom Veszprem wechseln, SG-Urgestein Anders Eggert zieht es nach über zehn Jahren an der Förde zurück in die dänische Heimat. Beide wollen sich natürlich möglichst mit einem Titel verabschieden. Der erste Schritt auf diesem Weg wäre das Erreichen des siebten Finals in Serien. Wie viel zum Beispiel Eggert ein erneuter Triumph bedeuten würde, hört man heraus, wenn er von 2015 schwärmt: „Ich habe zusammen mit meinen Freunden diesen Titel gewonnen, konnte den Pokal in die Höhe stemmen und mit meiner Familie, Freunden und so vielen Fans bei unserer Ankunft in Flensburg feiern. Das war ein überragendes Wochenende, das ich nie mehr vergessen werde.“

Unvergesslich könnte aber auch die Saison 2016/17 werden, denn für Eggert und die SG läuft es bisher prächtig. Besonders in der Meisterschaft haben die Flensburger schon mehrere Ausrufezeichen gesetzt. Holger Glandorf und Co. haben bereits alle Topteams der Liga mindestens einmal geschlagen und mit Abstand die meisten Treffer der DKB Handball-Bundesliga erzielt. Die einzige Saisonniederlage setzte es zwar ausgerechnet gegen den Erzrivalen vom THW Kiel, doch auch diese Niederlage rückte die SG mit dem Sieg im Rückspiel wieder gerade. Besonders beeindrucken geriet der Auswärtssieg gegen die Rhein-Neckar Löwen, als die Norddeutschen am vierten Spieltag den Meisterschaftskonkurrenten in fremder Halle mit 21:17 besiegten.

Und auch im DHB-Pokal ließ der Dauer-Finalist nichts anbrennen. Zwar führten sowohl die Füchse Berlin im Achtelfinale, wie auch die MT Melsungen im Viertelfinale zur Halbzeit, am Ende setzte sich der Favorit dann aber doch durch. Und das soll auch im Halbfinale so weiter gehen, denn die SG Flensburg-Handewitt will ihre Erfolgsgeschichte weiterschreiben.

 

Foto: Nolte