27.03.2017  REWE Final4

Der Neuling: SC DHfK Leipzig

Auch in der 25. Turnier-Ausgabe feiert die Pokal-Endrunde noch Premieren! Der SC DHfK Leipzig wird 2017 zum ersten Mal überhaupt bei der Endrunde des DHB-Pokals vertreten sein und hat daher mit der Qualifikation für das REWE Final Four Vereinsgeschichte geschrieben.

Bei solch einem Erfolg werden gar Erinnerungen an den Europapokalsieg von 1966 wach. Bis zu solchen Ehren ist es zwar noch ein Stück hin, die Teilnahme am REWE Final Four 2017 bildet jedoch den vorläufigen Höhepunkt einer atemberaubenden Entwicklung. Erst vor zwei Jahren gelang dem sechsfachen DDR-Meister der Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga. Seither mischt die Mannschaft um Kapitän Lukas Binder die Liga auf und hat sich auch in der zweiten Saison in der „stärksten Liga der Welt“ im sicheren Mittelfeld etabliert.

Eng verknüpft sind diese Erfolge mit dem Namen Christian Prokop. Der 38-Jährige Leipziger Trainer formte schon zu Zweitligazeiten eine technisch und taktisch hervorragend eingestellte Truppe, die auch nach einem größeren personellen Umbruch im Sommer schnell wieder zur Überraschungsmannschaft avancierte. Dieses Trainertalent blieb auch vom DHB nicht unbemerkt, der Prokop nach dem Abgang von Dagur Sigurdsson zum neuen Bundestrainer beförderte. Bevor sich Prokop also im Sommer Richtung Nationalmannschaft verabschiedet, würde er gerne ein weiteres Kapitel seiner Leipziger Erfolgsstory schreiben.

Und um dieses erfolgreich zu gestalten, setzt der Leipziger Coach neben Spielern wie Kapitän Binder oder Bad Boy Niclas Pieczkowski auch auf einen Routinier, der weiß, wie sich der Pokalsieg anfühlt. Andreas Rojewski lief von 2001 bis 2016 für den SC Magdeburg auf und gewann zum Abschied den DHB-Pokal. Seit dem Sommer 2016 gehört der Routinier nun zu den Leistungsträgern beim SC DHfK und half mit seiner Erfahrung mit, den Sprung zum REWE Final Four zu schaffen. Der 31-Jährige sieht in der erstmaligen Endrunden-Qualifikation einen „Quantensprung“, der dem Projekt Handball in Leipzig einen unglaublichen Schub verleihe. Und mit genau diesem zusätzlich gewonnen Selbstvertrauen wollen die Sachsen auch die Aufgabe THW Kiel in Angriff nehmen. „Wir werden alles in die Waagschale werfen was wir haben, werden die Atmosphäre aufsaugen und uns von unseren tollen Fans einpeitschen lassen“, so Rojevski zuversichtlich.

Zu was der SC DHfK Leipzig fähig ist, bekamen auf dem Weg nach Hamburg schon zwei weitere Erstligisten zu spüren. Nach der souveränen 1. Runde mussten die Leipziger im Achtelfinale bei der favorisierten HSG Wetzlar antreten. Doch selbst die zwischenzeitlich fünf Tore Rückstand ließ das Team von Christian Prokop nicht verzweifeln. Am Ende stand ein 27:25-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel. Im Viertelfinale erwischte es dann die TSV Hannover-Burgdorf. In der von beiden Mannschaften als „Spiel des Jahres“ deklarierten Partie, peitschten die Leipziger Fans ihre Mannschaft zu einem starken 28:24 und damit zu einem weiteren Stück Vereinsgeschichte. Dieses will der SC DHfK und seine Fans nun unter dem Motto „Das erste Mal vergisst man nie“ in Hamburg weiterführen.

 

Foto: Justen