27.03.2017  REWE Final4

Der Deutsche Meister: Rhein-Neckar Löwen

Im zehnten Anlauf soll es endlich soweit sein! Die Rhein-Neckar Löwen wollen mit aller Macht den DHB-Pokal mit nach Hause nehmen. Doch dafür muss der amtierende Deutsche Meister erst an der SG Flensburg-Handewitt vorbei. An dieser Aufgabe sind die Löwen jedoch nun schon drei Mal in Serie gescheitert. 2017 kommt es zur Neuauflage des Nord-Süd-Gipfels und Mannheims Rechtsaußen Patrick Groetzki ist zuversichtlich, dieses Jahr den Spieß umzudrehen, denn: „Jede Serie geht irgendwann einmal zu Ende.“

Wie groß die Sehnsucht nach dem Pokal-Triumph in Mannheim mittlerweile ist, lässt sich erahnen, wenn man die Teilnahmen der letzten Jahre betrachtet. Denn keine Mannschaft hat so einen langen Anlauf auf den Titel genommen wie die Rhein-Neckar Löwen. Zum insgesamt bereits zehnten Mal seit 2006 stehen die Süddeutschen im Halbfinale. Dreimal gelang der Sprung ins Endspiel (2006, 2007, 2010), doch jedes Mal wurden die Löwen am Ende doch noch abgefangen. Besonders dramatisch 2010, als man sich erst in der Verlängerung dem HSV Handball geschlagen geben musste. 2014 bis 2016 stand dann jeweils die SG dem Traum vom Titel im Weg – und das von Jahr zu Jahr dramatischer. 2014 mussten sich die Löwen noch relativ deutlich mit vier Toren Unterschied geschlagen geben (26:30), ein Jahr später war es dann nur noch ein einziger Treffer (23:24). Richtig dramatisch wurde es dann im letzten Jahr. Anders Eggert rettete Flensburg Sekunden vor dem Ende mit einem Siebenmeter in die Verlängerung, an deren Ende sich die Mannheimer erneut geschlagen geben mussten (30:31). Wieder war der Traum vom Titel ausgeträumt. Da verwundert es kaum, wenn Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen gesteht: „Sicher hätte ich nichts gegen einen anderen Gegner im Halbfinale gehabt.“ Denn auch Jacobsen sehnt nach so vielen Teilnahmen den Pokal-Triumph herbei.

Zumindest eine Titel-Sehnsucht konnte der dänische Löwen-Trainer im vergangenen Jahr stillen. Denn immerhin krönten sich die Mannheimer 2016 nach zwei zweiten Plätzen in den Vorjahren zum Deutschen Meister. Und auch in der Saison 2016/17 liegt Jacobsens Team hervorragend im Meisterschaftsrennen. Der größte Konkurrent auch hier: die SG Flensburg-Handewitt. Und die fügte den Rhein-Neckar Löwen bereits am 4. Spieltag eine empfindliche Heimniederlage zu. Lediglich 17 Tore gestatteten die Norddeutschen den Gastgebern, erzielten selbst jedoch 21 und richteten so schon früh in der Saison eine Kampfansage an den Titelverteidiger.

Auf dem Weg zur Endrunden-Teilnahme Nummer zehn ließen die Löwen jedoch nichts anbrennen. Souverän marschierte das Team um Kapitän und Spielmacher Andy Schmid durch die erste Runde, schlug im Achtelfinale den HC Erlangen abgeklärt mit 29:23 und war auch im Viertelfinale von der HBW Balingen-Weilstetten nicht zu stoppen (32:25).

Mit dem souveränen Erreichen des REWE Final Four, dem Rückenwind der gewonnenen Meisterschaft und der Möglichkeit auf die gleich mehrfache Halbfinal-Revanche im Hinterkopf, soll nun endlich der Pokalsieg gelingen – denn jede Serie hart nun mal irgendwann ein Ende.

 

Foto: Binder