31.03.2017  REWE Final4

Die Halbfinal-Premiere: Alfred Gislason und Christian Prokop im Interview

Sie gehören zu den bekanntesten Handball-Trainern Deutschlands, besonders oft standen sie sich jedoch noch nicht gegenüber. Während Alfred Gislason bereits seit 2008 mit dem THW Kiel um sämtliche Titel spielt, führte Christian Prokop den SC DHfK Leipzig vor erst zwei Jahren von der zweiten Liga in die „stärkste Liga der Welt“ und nun bis ins REWE Final Four. Im Interview blicken die beiden Erfolgscoaches auf ihr mit Spannung erwartetes erstes Aufeinandertreffen bei einer Pokal-Endrunde.

Herr Gislason, Herr Prokop, das Duell Kiel gegen Leipzig gab es noch nie bei einer Pokal-Endrunde. Wer wird sich bei der Premiere durchsetzen?

Alfred Gislason: Ich hoffe doch, der THW Kiel (lacht). Ich erwarte ein richtig enges Spiel zwischen zwei Mannschaften, die unbedingt das Finale erreichen wollen. Die Fans können sich auf ein packendes Spiel freuen.

Christian Prokop: Der THW Kiel ist favorisiert, jedoch stehen wir ebenso verdientermaßen im Halbfinale um den DHB-Pokal und wollen alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen.

Herr Prokop, für Leipzig ist es die erste Teilnahme am REWE Final Four überhaupt. Jetzt wartet im Halbfinale ausgerechnet der Rekordsieger. Überwiegt da der Respekt vor dem Gegner oder die Euphorie, die große Überraschung zu schaffen?

Christian Prokop: Der Respekt gegenüber den Zebras ist groß, trotzdem überwiegt die Euphorie auf dieses Endspiel. Wir wollen hier alles investieren, weil es für uns das erste Mal ist, dass wir bei so einem tollen Event dabei sind.

Auch der THW Kiel musste nun einige Jahre auf eine Teilnahme warten. Herr Gislason, spüren Sie einen gewissen Druck, gegen den vermeintlichen Außenseiter nun auch ins Finale einziehen zu müssen?

Alfred Gislason: Es ist schön, dass wir es nach drei Jahren Abstinenz wieder geschafft haben, uns für das REWE Final Four zu qualifizieren. Und natürlich möchten wir jetzt auch am Sonntag noch dabei sein. Aber genau das gleiche Ziel haben die Leipziger auch, die man kaum als ein Außenseiter im klassischen Sinn bezeichnen sollte. Sie sind nicht durch Zufall beim REWE Final Four und im oberen Drittel der Tabelle: Der SC DHfK leistet eine tolle Arbeit, die Spieler haben in dieser Saison starke Leistungen abgerufen und auch wir haben uns im Ligaspiel in Kiel gegen sie schwer getan. Wir müssen im Halbfinale alles geben und richtig gut spielen, wenn wir ins Finale einziehen wollen.

Auf welche Stärken des Gegners haben Sie ihre Mannschaften besonders vorbereitet?

Christian Prokop: Gelingt es uns das Tempospiel des THW Kiel zu unterbinden, dann werden wir das Spiel offen halten können. Heute müssen wir aber vor allem an unsere Stärken glauben.

Alfred Gislason: Betriebsgeheimnis (lacht). Für mich ist zunächst wichtig, dass meine Mannschaft konsequent ihr Spiel spielt und wenig Fehler macht.

Wenn Sie sich einen Spieler aus dem gegnerischen Team aussuchen dürften, welcher wäre das und warum?

Christian Prokop: Das exzellente Torhütergespann gefällt nicht nur mir. Ein Olympiasieger und einen Europameister würde jede Mannschaft gern in ihren Reihen haben.

Das REWE Final Four war in den letzten Jahren von unglaublich spannenden Spielen geprägt. Auf was dürfen wir uns im ersten Halbfinale der Endrunde freuen?

Alfred Gislason: Ich denke, diese Tradition könnte fortgesetzt werden. Ich freue mich riesig auf das Wochenende und die tolle Atmosphäre bei diesem großartigen Handball-Event.

Christian Prokop: Wenn wir diszipliniert und mit vollem Einsatz spielen, sind wir im Stande den THW Kiel nicht davonziehen zu lassen. Wir hätten nichts gegen eine Verlängerung in einer der schönsten Hallen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Fotos: Justen / Vogler