25.04.2018  REWE Final4

Das große DHB-Amateurpokalfinale 2018

Sie könnten die ersten Wiederholungstäter in der noch jungen Geschichte des DHB-Amateurpokals werden: Souverän kämpfte sich der Westfalen-Oberligist TuS Spenge wieder in das Finale nach Hamburg durch und will nun gegen HC Elbflorenz II als erstes Team seinen Titel verteidigen. Für den HC Elbflorenz hingegen ist der Auftritt in der Barclaycard Arena eine Premiere.

Für den TuS Spenge, der sich im vergangenen Jahr den Titel mit einem 36:35-Sieg nach Siebenmeterwerfen über den HSV Bad Blankenburg sicherte, könnte es die Krönung einer überragend erfolgreichen Saison werden. Wie schon der erste Titelträger DHK Flensborg (2015) und ein Jahr später die SG Langenfeld strebt der TuS Spenge das Double aus Aufstieg in die 3. Liga und Pokalsieg an.

„Die, die bereits letztes Jahr in Hamburg dabei waren, haben die Neuen damit direkt infiziert. Und als wir den Westfalenpokal gewonnen haben, war klar – jetzt wollen wir das wieder bis zum Ende durchziehen“, meint TuS-Trainer Heiko Holtmann. „Der Sieg in Hamburg wäre aber eine absolute Zugabe“, legt Holtmann den Fokus auf den Liga-Endspurt. Nach drei schweren Spiele binnen vier Tagen, könnte es am kommenden Wochenende nach dem letzten Spieltag gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck dann endgültig in Richtung 3. Liga gehen.

An dem scheiterte Spenge in der vergangenen Saison als Tabellendritter noch. Doch der ohnehin schon starke Kader wurde im vergangenen Sommer ordentlich verstärkt. Mit Leon Prüßner und Phil Holland kamen zwei gestandene Oberliga-Akteure mit Format vom Liga-Konkurrenten TSG AH-Bielefeld zum TuS. Der absolute Königstransfer ist jedoch der frühere Bundesliga-Spieler Oliver Tesch. Der lief unter anderem für den TuS N-Lübbecke und GWD Minden auf. „Oliver Tesch ist ein absoluter Faktor bei uns. Er motiviert die Mannschaft ungemein und sorgt auch dafür, dass sie gegen vermeintlich schwächere Gegner hochmotiviert zu Werke geht.“

Ambitionierter Neuling gibt erste Visitenkarte ab

Hoch motiviert wird auch der Neuling HC Elbflorenz II sein, wie Trainer Rico Göde verrät. „Als wir den Sachsen-Pokal und dann das Ausscheidungsspiel gegen den HC Glauchau-Meerane gewonnen haben, wussten wir, dass es nur wenige Spiele bis Hamburg sind. Und für uns ist es eine super Gelegenheit, deutschlandweit auf uns aufmerksam zu machen. Als Verein sind wir ja noch nicht so lange auf der Landkarte.“

Den dicksten Brocken hatte das Team, das als Aufsteiger in der Oberliga Mitteldeutschland im oberen Mittelfeld rangiert, mit der HSG Ostsee im Halbfinale aus dem Weg zu räumen. Schlussendlich gewann die Dresdner Zweitliga-Reserve mit 28:26 nach Verlängerung. „Dass es hart werden würde, war uns bewusst. Es standen ja einige bekannte Namen wie Trainer Thomas Knorr oder auch Spielmacher Nico Kibat auf der Platte“, so Elbflorenz-Trainer Rico Göde, der sein Team als eine eher untypische zweite Mannschaft eines Bundesligisten charakterisiert: „Aufgrund der jungen Geschichte des Vereins haben wir noch nicht so viele junge, selbst ausgebildete Spieler im Kader. Sondern eher einige, die nach dem Zweitliga-Aufstieg in die zweite Mannschaft gegangen sind.“ So wie zum Beispiel Alexander Matschos. Der Rückraumlinke ist seit kurzem auch Jugendkoordinator beim Zweitligisten. Oder Keeper Marcel Balster. Beide gehörten im Halbfinale mit zu den Matchwinnern. „Das ist für alle Spieler ein Karrierehöhepunkt. Denn auch als Profi schaffen es die wenigsten in ein Pokalfinale. Deswegen habe ich auch schon ganz viele Anfragen von Spielern der Ersten, die sich als Betreuer zur Verfügung stellen wollen“, scherzt Göde.

Denn ganz egal ob Neuling oder Titelverteidiger: Die Vorfreude auf das vierte DHB-Amateurpokalfinale ist auf jeden Fall auf beiden Seiten groß.

Foto: Klahn