28.04.2016  REWE Final4

Der Titelverteidiger im Formcheck vor dem REWE Final Four

Unter der Woche musste der amtierende DHB-Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt ein bitteres Aus in der EHF Champions League verkraften. Nun wird es darauf ankommen, wie schnell das Team von Cheftrainer Ljubomir Vranjes die Niederlage abhaken kann, um jetzt erst recht beim REWE Final Four zuzuschlagen.

Der Weg ins REWE Final Four:

Der Titelverteidiger hat an seinem erneuten Einzug ins REWE Final Four in dieser Saison überhaupt keine Frage gelassen - und das, obwohl die Gegner gerade in den fortgeschrittenen Runden alles andere als Kanonenfutter waren. Während in der 1. Runde der Drittligist TV Korschenbroich (33:14) und der TV Emsdetten (41:19) aus der 2. Handball-Bundesliga unter die SG-Räder kamen, hatten in Runde 2 und im Viertelfinale auch Ligakonkurrenten aus der stärksten Liga der Welt keine Chance. Zunächst musste sich der VfL Gummersbach in der heimischen Schwalbe Arena überaus deutlich mit 36:19 geschlagen geben. Im Viertelfinale kam es schließlich zum prestigeträchtigen Nordderby gegen den THW Kiel, das dem Rekordmeister noch heute in den Knochen stecken dürfte: Auswärts beim großen Rivalen dominierte die SG die Partie zu jeder Zeit und gewann am Ende mit 34:27 - ein dickeres Ausrufezeichen vor dem REWE Final Four ist wohl unmöglich.

 

Die Situation in der DKB Handball-Bundesliga:

Natürlich zählt die SG Flensburg-Handewitt gewohnheitsgemäß in jeder Spielzeit zu den heißesten Titelaspiranten, in diesem Jahr hatten die Experten das Team aus dem hohen Norden aufgrund hochkarätiger Neuverpflichtungen wie von Kreisläufer Hendrik Toft Hansen oder von Spielmacher Rasmus Lauge Schmidt umso mehr auf dem Zettel. Doch der Saisonstart verlief eher holprig, gegen Melsungen und Wetzlar wurden an den Spieltagen 5 und 6 unerwartet vier Punkte abgegeben. Seitdem ist das Team von Ljubomir Vranjes freilich wieder in der Spur, dem 3-Punkte-Rückstand auf die Rhein-Neckar Löwen an der Tabellenspitze läuft man allerdings nach wie vor hinterher. Zuletzt reichte es beim Gegner aus dem DHB-Pokalfinale des Vorjahres, SC Magdeburg, für die SG "nur" zu einem 23:23-Unentschieden. Ein Vorzeichen für erneute Hochspannung beim REWE Final Four, da es in diesem Jahr schließlich durchaus zu einer Neuauflage des Pokal-Thrillers von 2015 kommen könnte.

 

Die Leistungsträger:

Es ist unglaublich schwierig einen Spieler aus dem großartigen Kollektiv der SG Flensburg-Handewitt hervorzuheben. Allerdings fällt doch auf, dass sich Rechtsaußen Lasse Svan, verschont von größeren Verletzungen, in den letzten Wochen in Höchstform befindet: 130 Feldtore sprechen eine deutliche Sprache und machen ihn sogar zum effektivsten Angreifer aus dem Spiel heraus in der gesamten DKB Handball-Bundesliga. Knapp dahinter folgt Dauerbrenner Holger Glandorf (125 Tore), der in darüber hinaus in der Abwehr noch mehr Verantwortung übernimmt als der dänische Nationalspieler. Nach seinem Achillessehnenriss im Nordderby gegen den THW Kiel kurz vor Weihnachten 2014 hat der ehemalige deutsche Nationalspieler auf sein höchstes Spielniveau zurückgefunden.