27.03.2017  REWE Final4

Der Rekordklub: THW Kiel

Drei lange Jahre mussten die Kieler auf ihre Rückkehr nach Hamburg warten. Für einen erfolgsverwöhnten Klub wie den Rekord-Pokalsieger und Meister eine halbe Ewigkeit. Doch 2017 hat es nun endlich wieder geklappt. Und am liebsten würde der THW in diesem Jahr die Heimreise auf die gleiche Weise antreten wie beim letzten Besuch in der Barclaycard Arena 2013 – mit dem DHB-Pokal im Gepäck.

Damals stemmten noch Spieler wie Torhüter Thierry Omeyer oder Filip Jicha den Pokal in die Höhe. Nach dem Abgang der Handball-Weltstars läutete der THW den personellen Umbruch ein und setzt nun vermehrt auf Jungstars. Spieler wie Nikola Bilyk, Lukas Nilsson, Raul Santos oder Bad Boy Rune Dahmke haben ihren Leistungshöhepunkt noch lange nicht erreicht, überzeugen aber schon jetzt mit starken Leistungen. Und dann ist da ja auch immer noch Domagoj Duvnjak, Kieler Kapitän und Welthandballer von 2013. „Dule“ zieht im Spiel der Zebras gekonnt die Fäden, steht so gut wie immer auf der Platte und ist in nahezu jeder Situation in der Lage, auch selbst zu treffen.

Und obwohl der kroatische Ausnahmespieler schon so gut wie alles gewonnen hat, hat das REWE Final Four eine ganz besondere Bedeutung für ihn. Immerhin gewann er hier 2010 mit dem HSV Handball seinen ersten Titel in Deutschland. Dieses Erlebnis will er nun mit seinen jungen Teamkollegen teilen und möglichst den zehnten Pokal-Triumph des THW feiern: „Das Erreichen des REWE Final Fours war eines unserer großen Ziele in dieser Saison, dafür haben wir hart gearbeitet. Für viele meiner jungen Mitspieler ist es das erste Mal, dass sie dieses großartige Fest des Handballs miterleben können.“

Besonders groß dürfte die Motivation auf Seiten der Kieler sein, da sie in der DKB Handball-Bundesliga schon mehrmals Federn lassen mussten. Mit bereits acht Minuspunkten sind die Aussichten auf die Deutsche Meisterschaft in dieser Saison eher gering. Da wiegen die empfindlichen Niederlagen gegen beispielsweise die SG Flensburg-Handewitt oder die Rhein-Neckar Löwen bereits zu schwer. Zumindest gegen den Gegner im Halbfinale, den SC DHfK Leipzig, glückte den Norddeutschen ein souveräner Heimauftritt mit einem dennoch umkämpften 29:25-Sieg. THW-Trainer Alfred Gislason warnt seine Mannen daher davor, die Leipziger zu unterschätzen: „Man kann sie kaum als einen Außenseiter im klassischen Sinn bezeichnen. Sie sind nicht durch Zufall beim REWE Final Four und im oberen Drittel der Tabelle.“

Die Zebras sind also auf der Hut und eine titellose Saison wie 2016 soll sich möglichst nicht wiederholen. Der kürzeste Weg an dieses Ziel führt bekanntlich über den DHB-Pokal. Die Chancen stehen gut, dass der Rekordsieger zumindest den Sprung ins Finale schafft. Und in einem Spiel sind Domagoj Duvnjak und Co. noch immer in der Lage, jede Mannschaft der Welt zu schlagen.

 

Foto: Klahn