26.04.2016  REWE Final4

REWE Final Four-Countdown: Dario Quenstedt im Portrait

Ein wenig im Schatten der internationalen Torhüterstars in der DKB Handball-Bundesliga entwickelt sich das Magdeburger Eigengewächs Dario Quenstedt zum absoluten Leistungsträger des SCM. Auf eine Berufung zur Nationalmannschaft muss der 26-Jährige dennoch schon seit geraumer Zeit warten.

Egal in welcher Sportart, es gilt: Deutschland ist eine Torhüter-Nation. Auch im Handball ist das Niveau deutscher Schlussmänner zwischen den Pfosten unerreicht. Einer dieser Ausnahmekönner mit beneidenswerter Reaktionsschnelligkeit und Antizipationsgabe ist Dario Quenstedt. In jeder anderen Nationalmannschaft wäre der Magdeburger, der aus der SCM-Jugend stammt und abgesehen von einem zweijährigen Intermezzo beim TuS N-Lübbecke immer das Trikot der Bördeländer getragen hat, als Torwart gesetzt. Nicht so in der DHB-Auswahl: Zwar bringt es der 26-Jährige bereits auf zehn Einsätze mit dem Adler auf der Brust, aktuell gehört Quenstedt allerdings nicht mehr zum engsten Kader von Bundestrainer Dagur Sigurdsson.


Das liegt indes weniger an der Leistung, die der Rechtshänder Spieltag für Spieltag für seinen Heimatverein abruft, als vielmehr an der bereits angesprochenen Vielzahl an außergewöhnlichen Talenten auf der Torhüterposition in Deutschland. Quenstedts statistische Werte in dieser Spielzeit sind beeindruckend: Mit durchschnittlich 30 Prozent gehaltener Würfe liegt er beispielsweise gleichauf mit Europameister Carsten Lichtlein vom VfL Gummersbach, weit vor prominenten Torhüter-Kollegen wie Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Johannes Bitter (TVB 1898 Stuttgart) oder sogar seinem SCM-Teamkollegen Jannick Green, seines Zeichens dänischer Nationalspieler. Im Vereiteln von Gegenstoßtoren gehört Quenstedt sogar zu den Top-5-Keepern in der stärksten Liga der Welt. Darüber hinaus stehen 24 gehaltene Strafwürfe auf seinem Konto – auch das ein Topwert im Liga-Vergleich. Und eine Spezialität, die für den SC Magdeburg beim REWE Final Four noch schlagartig an Bedeutung gewinnen könnte.


Denn im Vorjahr scheiterte der Traditionsclub im DHB-Pokalfinale bekanntlich erst im Siebenmeterwerfen an der SG Flensburg-Handewitt. Damals bekamen Quenstedt und sein dänischer Mannschaftskollege Green zwar keine Hand an den Ball.  Mit der bärenstarken aktuellen Saison im Rücken strotzt der 26-jährige gebürtige Magdeburger aber nur so vor Selbstvertrauen und kann sich sicher sein: Gegen ihn wird in der diesjährigen Auflage des REWE Final Fours sicher kein Schütze gern zum entscheidenden Siebenmeter antreten wollen.