26.04.2016  REWE Final4

REWE Final Four-Countdown: Patrick Groetzki im Portrait

Patrick Groetzki ist das Gesicht der Rhein-Neckar Löwen auf der rechten Außenbahn. Doch der Strahlemann musste in dieser Saison schwierige Wochen durchleben - ein Kurz-Portrait.

Patrick Groetzki hat für seine gerade einmal 26 Jahre schon einige Höhen und Tiefen in seiner Karriere durchlebt: auf der Habenseite stehen da unter anderem der EHF-Pokalsieg mit den Rhein-Neckar Löwen 2013 oder auch der WM-Titel bei den Junioren 2009, auf der anderen Seite bleiben für den Linkshänder der tränenreiche Vize-Meistertitel mit den Löwen vor zwei Jahren oder das erst in der Verlängerung verlorene DHB-Pokalfinale 2010 gegen den HSV Hamburg in bitterer Erinnerung. Man könnte meinen, Groetzki hat eigentlich schon immer den rechten Flügel der Rhein-Neckar Löwen beackert, an seine Vorgänger in Mannheim, z.B. den kroatischen Superstar Ivan Cupic erinnern sich nur noch die wenigsten. Und trotz dieser schon vergleichsweise langen Zeit in der Handball-Weltspitze war die Saison 2015/16 die wohl bislang schwierigste für den sympathischen Pforzheimer, der eigentlich immer ein Lächeln auf den Lippen trägt.


Sportlich läuft es für seine Rhein-Neckar Löwen in der aktuellen Spielzeit freilich großartig: Die Mannheimer führen die Tabelle der DKB Handball-Bundesliga an und haben den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte in greifbarer Nähe. Beim REWE Final Four um den DHB-Pokal sind die Löwen zum dritten Mal in Folge dabei. Und die deutsche Nationalmannschaft, zu der der Rechtsaußen seit seinem Debut 2009 als Stammkraft zählt, gewann im Januar bekanntlich völlig überraschend den EM-Titel – einziger Haken: ohne Groetzki. Im Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel hatte sich das Sprungwunder, das seine Emotionen auf dem Spielfeld so authentisch auslebt, einen Tag vor Weihnachten einen Wadenbeinbruch zugezogen, der ihn bei der EHF EURO – genau wie ein Muskelfaserriss in der Wade seinen Mannschaftskameraden Uwe Gensheimer – zum Zuschauen zwang. Sieben Jahre lang war Groetzki immer zur Stelle gewesen, wenn sein Vaterland gerufen hatte, gerade am größten Erfolg seit dem WM-Titel im eigenen Land 2007 konnte der Rhein-Neckar Löwe dann aber nicht aktiv mitwirken.


Natürlich freute sich der Mannschaftssportler Groetzki aus der Ferne für seine Teamkollegen mit, das Dilemma war dennoch offensichtlich. Schon knapp zwei Monate nach seiner Verletzung gab der Rechtsaußen allerdings sein Comeback für seinen Heimatverein, für den er seit neun Jahren das gelb-blaue Trikot trägt, und spielt seither wie aufgedreht. Auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson griff für die Testspiele nach der Europameisterschaft sofort wieder auf seine bewährte Stammkraft auf dem rechten Flügel zurück, weshalb sich Groetzki nun neue Ziele setzen dürfte: Der EM-Titel ist zwar verpasst, aber wie wäre es denn mit einer olympischen Medaille? Für die „Bad Boys“ scheint aktuell vieles möglich – und zuvor will der Linkshänder endlich den ersten nationalen Titel mit den Rhein-Neckar Löwen holen. Beim REWE Final Four trennen die Mannheimer nur noch zwei Siege vom ersten Cup.