06.04.2019  REWE Final Four

REWE Final Four - Überragender Landin sichert Kiel Finaleinzug

Der THW Kiel steht im Finale des REWE Final Four. Mit 24:22 besiegte der Rekordmeister die Füchse Berlin und legte dabei besonders in Hälfte eins den Grundstein zum Sieg. Angeführt vom bärenstarken Landin trotzte der THW jeglichen Versuchen und Bemühungen der Hauptstädter. Das willensstarke Comeback der Füchse in Spielabschnitt zwei sollte letztlich nicht im Erfolg enden.

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THW Kiel - Füchse Berlin 24:22 (13:7)

In Sachen Intensität, Leidenschaft und Emotionen bot sich den 13.000 Zuschauern in der Barclaycard Arena im Vergleich zu Halbfinale eins kein neues Bild. Auch im Duell zwischen dem THW Kiel und den Füchsen aus Berlin ging es von Beginn an hart zur Sache. Beide Abwehrreihen packten kräftig zu und ließen die gegnerische Offensive nur äußerst beschwerlich zur Entfaltung kommen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase und zehn gespielten Minuten stand ein leistungsgerechtes 4:4 auf dem Videowürfel. Die weiteren Minuten des ersten Spielabschnitts sollten dann jedoch voll und ganz dem THW gehören. Mit einem eindrucksvollen 7:1-Lauf setzte sich der Rekordmeister bis auf 11:5 ab. Überragender Akteur auf Seiten der Kieler war Torhüter Niklas Landin, der zur Pause über 50 Prozent aller Würfe auf sein Tor entschärft hatte. Der Kieler Angriff nutzte den Sahnetag Landins und kam immer wieder ins Tempospiel. Die Rückraumachse, bestehend aus Duvnjak, Zarabec und Weinhold zeigte sich zudem variabel und stellte die Berliner Deckung regelmäßig vor neue Aufgaben. Ein absolutes Highlight der ersten Hälfte präsentierte dann aber die Flügelzange des THW: Magnus Landin legte uneigennützig per Kempa auf, Niclas Ekberg vollstreckte diesen eiskalt zum 12:6. Kiel-Trainer Alfred Gislason konnte sich bei seinem letzten Final Four Turnier über eine souveräne 13:7-Pausenführung freuen.

Auch nach der Pause klingelte es zunächst im Gehäuse der Hauptstädter. Domagoj Duvnjak, absolute Identifikationsfigur des THW Kiel, traf zum zum 14:7. Bis zu Minute 40 spielte der THW seinen Stiefel routiniert herunter, ließ die Füchse auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht so richtig in die Partie finden. Nicht mehr mit dabei war seit Minute 35 Hendrik Pekeler, der nach einem Ellbogenschlag die rote Karte sah. Eine Entscheidung, die das Publikum im Hexenkessel Barclaycard Arena noch einmal zusätzlich anheizte. 

Der Abwehrverbund der Kieler zeigte sich in der Folge anfälliger, schmerzlich wurde Nationalspieler Pekeler im Innenblock vermisst. Die Füchse hingegen entwickelten sich mehr und mehr zum Hannover-Double. Mit einer wahnsinnigen Moral holte das Team von Trainer Velimir Petkovic Tor um Tor auf und war beim zwischenzeitlichen 20:19 tatsächlich wieder im Spiel. Alfred Gislason war zur Auszeit gezwungen. Steffen Weinhold sorgte mit dem 21:19 für Erleichterung beim Kieler Anhang. Doch die Berliner Füchse hatten die passende Antwort parat, waren nach einem spektakulären Kempa-Tor von Fabian Wiede wieder auf ein Tor am THW dran. Zum Ausgleich oder gar einer Führung sollte es jedoch nicht mehr reichen. Mit einem drei Tore-Lauf in der Schlussphase der Begegnung schnürrte der Rekordmeister den Sack zu. Mit 24:22 marschiert der THW Kiel ins Finale des REWE Final Four 2019 und bietet dem SC Magdeburg am morgigen Finaltag die Stirn.

THW Kiel: Duvnjak (6), Ekberg (6/1), Zarabec (5), Weinhold (3), Landin Jacobsen (2), Bylik (1), Wiencek (1) 

Füchse Berlin: Wiede (6), Marsenic (4), Lindberg (3/2), Drux (3), Holm (2), Elisson (2), Zachrisson (1), Simak (1)

Foto: Klahn