21.11.2022  LIQUI MOLY HBL

Last-Minute-Remis: Melsungen und Flensburg teilen sich die Punkte!

Es war ein dramatisches Topspiel am 13. Spieltag in der LIQUI MOLY HBL. Mit 25:25 (12:12) trennten sich die MT Melsungen und die SG Flensburg-Handewitt und verbuchen jeweils einen Punkt auf dem Tabellenkonto. Dramatisch war vor allem die Schlussphase: Vier Sekunden vor der Schlusssirene kann MT-Rückraumspieler Aidenas Malasinskas den entscheidenden Siebenmeter verwandeln. Die MT bleibt damit auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und kann den Aufwärtstrend fortsetzen.

4.309 Zuschauer sorgten dank der neuen Westtribüne nicht nur für einen neuen Rekord in der MT-Historie, sie erlebten auch ein Handball-Fest, ein großartiges Spektakel. In dem Kai Häfner zum 1:0 traf und später nicht weniger als fünfmal zu Ausgleichstoren erfolgreich war. Am Ende war der MT-Stratege mit sieben Buden der Topscorer der Partie mit höchst unterschiedlichen Phasen und mehrfachem Führungswechsel. Bis zum 9:8 durch Melsungens Elvar Örn Jonsson (21.) hatten stets die Norddeutschen vorgelegt, nun erzwangen die kompakt-bissige MT-Abwehr und der allmählich in Fahrt kommende Torwart Simic die Trendwende.

Der Isländer erzielte artistisch per Rückhandwurf auch das 10:9 (23.), nun war die MT am Drücker und Gleb Kalarash – wie so oft Kämpfer und Einpeitscher – stellte gar auf 12:10. Doch der starke SG-Torwart Buric parierte erst Ivan Martinovics Wurf und traf dann selbst ins verwaiste Gehäuse der Hausherren zum 12:12-Pausenstand.

Nach Wiederanpfif bestimmten weiterhin resolut zupackende Abwehrreihen das Geschehen, immer wieder entsprangen die wenigen Treffer nur Einzelaktionen. Bei der SG wurde nun Messing mit fünf Treffern aus dem linken Rückraum zum Trumpf, bei der MT mehr und mehr Simic. Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson wuchtete mit grenzenloser Entschlossenheit den Ball gegen drei Verteidiger zum 17:16 ins Netz (43.), Häfner brachte mit dem 17:16 (44.) die Fans vollends zum Toben.

Doch Co-Trainer Maik Machulla stoppte den Lauf mit einer Auszeit, und sein Team wendete mit einem 3:0-Lauf zum 17:19 (46.) wieder das Blatt. André Gomes drehte zwar mit wuchtigen Durchbrüchen noch einmal den Spieß um (21:20/52.), doch beim 22:24 drei Minuten vor Schluss war die abgezockte SG dem Sieg nahe. Jonsson, Häfner, Malasinskas und Nebojsa Simic aber belohnten die das gesamt Spiel über gefeierte MT doch noch für einen großartigen Kampf.

Trainerstimmen:

Maik Machulla: Das Ergebnis ist gerecht, aber bitter für uns. Wir haben derzeit nicht die breite Brust der Vergangenheit und können nicht nach Kassel kommen in der Selbstverständlichkeit, hier zwei Punkte zu holen. Dafür ist die MT inzwischen auch zu gut und zu stabil. Unsere Defensive war über 60 Minuten kompakt und leidenschaftlich, aber vorn haben uns Ruhe, Geduld und Struktur gefehlt, um in einem solchen Hexenkessel als Sieger vom Feld zu gehen. Mit dem Unentschieden können wir nicht zufrieden sein.

Roberto Garcia Parrondo: Das war eine tolle Show für die Zuschauer, eine Werbung für die MT und Handball zum Genießen. Wir Trainer aber können nicht mit allem zufrieden sein, heute war sogar ein Sieg möglich. Simo war wieder ein ganz wichtiger Faktor, auch die tolle Stimmung der Fans. Ich bin stolz auf die Mannschaft und die Entwicklung.

Quelle: MT Melsungen / Foto: Käsler