29.09.2022  LIQUI MOLY HBL

Die Stimmen des Spieltages: Michael Schweikardt - "Jeder hat alles gegeben"

Es war ein erster Befreiungsschlag für den TVB Stuttgart. Unter Interimstrainer Michael Schweikardt feierten die Schwaben am heutigen Abend sowohl ihren ersten Saisonsieg als auch den ersten Sieg vor heimischen Publikum und sammeln damit nicht nur zwei wichtige Punkte sondern auch eine wichtige Portion Selbstvertrauen. Auch in den Stimmen: TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der über den schwierigen Saisonstart der Stuttgarter spricht.

Niclas Kirkelokke (Rhein-Neckar Löwen) zum knappen Sieg: „Wir haben natürlich gehofft, dass es nicht so eng wird. Aber wir wussten, dass Auswärtsspiele beim Bergischen HC immer schwierig sind. Wir haben zu viele freie Würfe liegengelassen, das war hart für uns heute.“

Michael Schweikardt (Trainer TVB 1898 Stuttgart):

... zu seiner ausgestrahlten Ruhe: „Es war ein aufregendes Spiel. Aber an der Seitenlinie muss ich, meiner Meinung nach, immer Ruhe ausstrahlen und das habe ich versucht.“

... zur ersten Halbzeit: „Wir kommen nervös ins Spiel rein, weil wir vielleicht noch einige Altlasten den letzten Spielen zu tragen hatten. Danach haben wir aber einen Top-Job gemacht.“

... zum Spiel: „Es ist klar, dass nicht alles glatt läuft, wenn man fünfmal hintereinander verliert. Ich wusste, dass einige Täler im Spiel dabei sein werden. Wir haben uns aber nicht aufgegeben oder schnell die Köpfe hängen lassen, das war ein deutlicher Fortschritt. Über den Kampf haben wir dann in das Spiel hineingefunden und jeder hat alles gegeben.“

... zum Bankplatz von Egon Hanusz: „Ich habe ihm meine Idee erklärt, dass ich mit Max Häfner die Abwehr in Bewegung bringen möchte und sobald sie dann müde sind, Egon Hanusz mit seinen schnellen Beinen dagegenstelle. Ich denke das ist gut aufgegangen, weil er direkt einen Bezug zum Spiel gefunden hat.“

... zu seinem Bruder und Geschäftsführer Jürgen (vor dem Spiel): „Er gibt mir volles Vertrauen. Dass er als Geschäftsführer mein Bruder ist, ist überhaupt kein Thema. Er hat mir den Auftrag gegeben, für mindestens zwei Spiele das Team zu führen und das versuche ich bestmöglich zu machen, damit wir bald wieder Erfolge feiern können.“

Jürgen Schweikardt (Geschäftsführer TVB 1898 Stuttgart):

... zu den Tagen nach dem Gummersbach-Spiel (vor dem Spiel): „Die waren turbulent. Wir hatten nicht vor nach dem Gummersbach-Spiel den Trainer zu wechseln. Aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind und die große Verunsicherung in der Mannschaft haben zu der Entscheidung geführt.“

... zum Trainerwechsel (vor dem Spiel): „Nach vielen Gesprächen mit der Mannschaft hat sich der Eindruck gefestigt und die anstehenden Partien sind enorm wichtig. Deshalb glauben wir, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, um einen Impuls zu setzen.“

... zur Trainersuche (vor dem Spiel): „Wir haben die ein oder andere naheliegende Option geprüft, das hat aber nicht funktioniert. Dann haben wir uns für eine interne Interimslösung entschieden um uns Zeit für die richtige Entscheidung zu nehmen. Der Trainer ist die wichtigste Position in einem Verein.“

... zum Risiko der familieninternen Lösung (vor dem Spiel): „Michael ist ein A-Lizenz-Trainer, der über zehn Jahre Trainererfahrung in unserem Verein gesammelt hat. Wir haben eine Übergangslösung gebraucht. Das ist für diese Woche die richtige Entscheidung, danach müssen wir schauen was passiert.“

Sebastian Hinze (Trainer Rhein-Neckar Löwen):

... zum Spiel gegen den Ex-Klub (vor dem Spiel): „Ja, das ist natürlich etwas Besonderes. Man macht sich viele Gedanken und man sieht alle wieder, darauf freue ich mich. Aber ansonsten habe ich genauso viel Anspannung, wie sonst auch.“

... zum Vorteil den Gegner zu kennen (vor dem Spiel): „Es gab viele Veränderungen beim BHC, mit einem neuen Trainer, neuem Spielsystem und neuen Spielern. Ich kenne natürlich ein paar Jungs, aber sie kennen mich auch, deshalb weiß ich nicht, ob das ein Vor- oder Nachteil ist.“

... zur Kaderqualität beim neuen Verein (vor dem Spiel): „Der Job ist grundsätzlich der gleiche. Wir bereiten Spiele vor, trainieren und haben ein Spielsystem integriert. Das macht aktuell Allen Freude, ist erfolgreich und attraktiv. Da wollen wir weiter dran arbeiten, das macht mir sehr viel Spaß.“

... zum guten Saisonstart (vor dem Spiel): „Wir haben schon eine gute Vorbereitung gespielt. Beim Spiel gegen Melsungen haben wir gesehen, dass es gut funktioniert, und haben das mitgenommen. Aktuell sind wir eine Mannschaft, die sich nicht viele Gedanken macht und an das System glaubt. Aber wir müssen wissen, was wir abrufen müssen, um das Level zu erreichen, das machen wir aktuell gut. Ich bin ein bisschen überrascht, aber wir sind selbstbewusst in die Spiele gegangen.“

Sky Experte Martin Schwalb:

... zum Stuttgarter Sieg: „Michael Schweikardt hat die richtigen Worte gefunden. In Gummersbach haben sie einen schlechten Eindruck hinterlassen und waren verunsichert, das hat sich heute ins Gegenteil geändert. Stuttgart hat auch beim 8:11-Rückstand dagegengehalten und am Ende verdient gewonnen.“

... zur Stuttgarter Krise (vor dem Spiel): „Ich glaube sie spüren den Druck. Stuttgart war immer auf dem Sprung ans Mittelfeld anzudocken und den Sprung nach oben zu schaffen. Jetzt stehen sie mit 0:10 Punkten da, was ein herber Rückschlag ist. Das kann aber auch dazu führen, dass der Verein näher zusammenrückt und daraus dann gute Leistungen generiert werden.“

... zum Saisonstart der Rhein-Neckar Löwen (vor dem Spiel): „Sie spielen guten Handball und sind sich einig, das merkt man. Mit dem neuen Trainer haben sie einen Plan entwickelt. Sie geben vorne Gas, halten hinten zusammen und kämpfen. Man hört von allen Jungs im Team, dass es derzeit viel Spaß macht ein Rhein-Neckar Löwe zu sein.“

... zu den jungen Trainern in der Liga (vor dem Spiel) : „Es ist als junger Trainer nicht einfach. Die Mannschaft hat jeden Tag Fragen, möchte taktische Lösungen und sich weiterentwickeln. Da braucht man immer eine Antwort, das ist schon gut, wenn man Erfahrung hat.“

Quelle: SID / Foto: Koerner