29.04.2021  LIQUI MOLY HBL

Zehnfacher Schiller - DHB-Team schnappt sich Gruppensieg in EM-Quali

Ein Handball-Leckerbissen war das Duell zwischen Bosnien-Herzegowina und dem DHB-Team am heutigen Nachmittag sicherlich nicht, das Ergebnis am Ende stimmt aber. Durch den knappen 24:26-Auswärtssieg sichern sich die Schützlinge von Bundestrainer Alfred Gislason den Gruppensieg in der Qualifikationsgruppe zur Europameisterschaft 2022. Bester Spieler und Torschütze war Göppingens Marcel Schiller, der starke zehn Treffer erzielte.

Mühe und Kampf statt Spektakel und Tempo: Die deutschen Handballer haben beim ersten Härtetest ihres Olympia-Castings einen schwer erarbeiteten Pflichtsieg eingefahren. Das DHB-Team von Bundestrainer Alfred Gislason wahrte in der EM-Qualifikation durch ein 26:24 (15:15) in Bosnien und Herzegowina seine weiße Weste und baute seine Erfolgsserie im Wettbewerb auf 19. Quali-Siege in Folge aus. 

Linksaußen Marcel Schiller war beim Blitztrip nach Bugojno mit zehn Treffern der erfolgreichste Schütze für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die viele Probleme hatte und das Spiel erst kurz vor Schluss zu ihren Gunsten entschied. Am Sonntag (18.00/Sport1) können die DHB-Männer in Stuttgart gegen Estland eine perfekte Qualifikation mit sechs Siegen aus sechs Spielen perfekt machen.

"Ich hätte lieber mehr Positives gesehen", analysierte Gislason am ARD-Mikrofon: "Wir haben das gemacht, was wir wollten. Wir haben mit einer sehr unerfahrenen Mannschaft begonnen. Es war Licht und Schatten dabei."

Deutschland hatte bereits im Januar die Teilnahme an der Endrunde der EM 2022 in Ungarn und der Slowakei gesichert. Daher standen bei der unter strengen Corona-Maßnahmen durchgeführten Tagesreise nach Bosnien, wo das DHB-Team erst am Donnerstagvormittag eintraf und von wo noch am späten Abend die Rückreise nach Deutschland erfolgen sollte, bereits die Olympischen Spiele in Tokio im Fokus. Gislason testete vor allem im Rückraum.

Der DHB-Coach startete mit Spielmacher Juri Knorr auf der Mitte, Sebastian Heymann auf halb-links sowie Fabian Wiede auf halb-rechts. Vom Trio forderte er vor dem Spiel in der ARD zu "zeigen, wie weit sie unter schwersten Bedingungen sind".

Letztlich ragten aber vor allem die Außenspieler Schiller und Timo Kastening mit ihrer Treffsicherheit sowie Torhüter Andreas Wolff heraus, Knorr zeigte in einem langen zähen Spiel immerhin ordentliche Ansätze.

Deutschland fand recht mühsam in die Partie. Die Gastgeber, die noch um ihr EM-Ticket kämpfen, hielten das Spiel mit schnellen Einzelaktionen im Angriff spannend. Der umgebauten DHB-Auswahl unterliefen im eigenen Angriff zu viele Fehler - Gislason beobachtete das Spiel mit verschränkten Armen zunächst in aller Ruhe.  

Kurz bevor Bosnien um den starken Bundesliga-Keeper Benjamin Buric (Flensburg) die erste deutsche Drei-Tore-Führung (11:8/22.) zu einer eigenen Führung (12:13/26.) gedreht hatte, brachte der Isländer Spielmacher Philipp Weber für Heymann, der häufig übermotiviert agierte. Weber, der den verletzt fehlenden Uwe Gensheimer als Kapitän vertrat, verlieh dem deutschen Angriffsspiel aber zunächst ebenfalls keine Dynamik.

Es blieb ein enges Spiel, und das auch als Gislason nach der Pause auf routinierte Kräfte wie Steffen Weinhold oder Julius Kühn setzte. Deutschland traf immer wieder die falschen Entscheidungen, ging aber beim 23:21 (51.) erstmals wieder mit zwei Toren in Führung. Gislason tigerte in seiner Coachingzone nervös auf und ab.

Quelle: SID

Foto: Klahn