23.08.2019  LIQUI MOLY HBL

BHC bejubelt Auswärtssieg in Nordhorn

Mit einer hervorragenden Deckungsleistung haben die Bergischen Löwen ihre erste Partie in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gewonnen. Bei der HSG Nordhorn-Lingen erwischten die Gäste einen sehr guten Start, verloren trotz einer Schwächephase die Kontrolle nicht und entschieden die Begegnung etwa 15 Minuten vor Schluss. Der 26:21 (13:12)-Erfolg aus Sicht des BHC sorgte bei Trainer Sebastian Hinze für große Zufriedenheit.

6:1 führten die Löwen nach zehn Minuten. Eine frühe Strafzeit gegen Luce de Boer nutzte Arnor Gunnarsson mit zwei Treffern von außen zum 2:0. Unterstützt von zahlreichen freien Paraden von Torhüter Christopher Rudeck, erhöhten Jeffrey Boomhouwer, Linus Arnesson, Kristian Nippes und nochmals Arnesson auf den Zwischenstand, der das euphorische Publikum im Nordhorner Euregium ein wenig bremste. In diesen Sekunden waren fast nur die circa 300 mitgereisten BHC-Fans zu hören.

In ruhiges Fahrwasser brachten die Gäste die Begegnung allerdings nicht. In Unterzahl unterliefen der Mannschaft die ersten technischen Fehler, die die Hausherren konsequent bestraften - mit Würfen ins leere Tor, aber auch anderen sehr gut vorgetragenen Kontern. Als auch noch HSG-Torhüter Björn Buhrmester erfolgreich ins Spiel eingriff - zum Beispiel durch einen gehaltenen Siebenmeter von Arnor Gunnarsson -, kamen die Gastgeber endgültig zurück.

Das 9:9 durch Pavel Mickal krönte die Aufholjagd der Gastgeber. Dennoch: Der BHC geriet nicht in Panik, blieb in der Abwehr stabil und kontrollierte die Partie trotz weiterer vergebener Möglickeiten aus sechs Metern. Linus Arnesson traf aus dem Rückraum zum 13:12 und stellte damit einen knappen Vorsprung zur Pause her.

Nach Wiederanpfiff stellten die Gäste durch zwei Boomhouwer-Siebenmeter schnell auf 15:13, die Chancenauswertung blieb zunächst aber mau. Fehler leistete sich das Hinze-Team allerdings kaum noch. Die Nordhorner kamen kaum noch zu ihrem Tempospiel, versuchten teilweise auch hastig abzuschließen. Das spielte Rudeck in die Karten, der zum Ende der Partie erneut einen Ball nach dem anderen entschärfte.

Die Entscheidung führte der BHC etwa eine Viertelstunde vor Schluss herbei. Rafael Baena traf in seiner unnachahmlichen Art zum 18:15 in Überzahl. Max Darj legte nach, dann verwandelte der eingewechselte Sebastian Damm per Gegenstoß zum 20:16. Es war das erste Bundesliga-Tor für den Neuzugang. Einen tollen Saison-Einstand feierte auch Lukas Stutze, der für den mit zwei Zeitstrafen belasteten Csaba Szücs kam und grandios in der Deckung agierte. Auch offensiv bewies der Rechtshänder enormes Selbstvertrauen, obwohl es nicht zum zählbaren Erfolg reichte.

Die Gastgeber mühten sich zwar noch, scheiterten aber an der BHC-Deckung, einem starken Rudeck und teilweise auch an den eigenen Nerven - zumal sie sich einige Fehler leisteten. Die Löwen brachten den Vorsprung souverän ins Ziel und erstickten damit die drohende Aufstiegseuphorie, die in einer engen Schlussphase wohl für einen Hexenkessel gesorgt hätte.

Stimmen zum Spiel

SEBASTIAN HINZE (Trainer BHC): "Wir sind sehr glücklich, dass wir die erste Hürde genommen haben, denn wir waren alle extrem angespannt am ersten Spieltag. Christopher Rudeck ist sofort da, wir decken direkt gut, und das Tempospiel funktioniert. So verschaffen wir uns den Vorsprung. Dann fangen wir an, Bälle zu verwerfen. Das ist grundsätzlich kein Problem, aber wir machen eben auch fünf technische Fehler. Es waren teilweise einfache Fangfehler ohne Gegnerdruck. Dadurch wird es völlig verdient eng. In der zweiten Halbzeit decken wir weiterhin sehr gut, machen aber die technischen Fehler nicht mehr. Wir haben immer noch ein paar Fehlwürfe aus sechs Metern, aber es lief dann ein bisschen umgekehrt. Nordhorn wollte schnell zum Abschluss kommen, und wir haben daraus Gegenkonter gesetzt. Insegesamt spielen wir sehr effizient. Über 60 Minuten war es eine überragende Deckungsleistung in der Positionsabwehr.“

GEIR SVEINSSON (Trainer HSG): "Ich gratuliere Sebastian und dem Bergischen HC zum Sieg. Es gibt einen paar Szenen, mit denen ich zufrieden bin. Aber wir hatten unsere Nerven nicht zu 100 Prozent unter Kontrolle. Das ist normal im ersten Bundesligaspiel seit 10 Jahren. Wir kommen dann aber gut rein und spielen 20 Minuten in der ersten Halbzeit sehr gut, dominieren sogar. Dann machen wir aber zu viele technische Fehler, verwerfen zu viel. Am Ende hat der BHC den Sieg einfach verdient. Ich werde analysieren, warum wir so viele Fehler gemacht haben. Das hat uns Gegentore gekostet."

JÖRG FÖSTE (Geschäftsführer BHC): "Mit einem Auswärtssieg zu starten, ist ein klasse Ergebnis, das besonders auf die großartige Deckungsleistung über 60 Minuten zurückzuführen ist."

Statistiken zum Spiel

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester - Heiny, Leenders, Weber (6/2), Mickal (7), Miedema, Terwolbeck (1), de Boer, Vorlicek (4), Prakapenia, Smit, Seidel, Possehl (1), Pöhle (2), Kalafut

Bergischer HC: Rudeck, Klama - Darj (2), Gunnarsson (6/1), Nippes (3), Baena Gonzalez (1), Fraatz, Babak (1), Szücs, Damm (1), Gutbrod (1), Petrovsky (1), Arnesson (4), Johannsson, Boomhouwer (6/2), Stutzke

Schiedsrichter: Marcus Helbig und Lars Geipel

Siebenmeter: 2/2 - 3/6

Zeitstrafen: 5 - 6 (Leenders, Pöhle, Weber, de Boer(2) - Arnesson, Darj, Johannsson, Stutzke, Szücs(2))

Spielverlauf: 1:3 (5.), 1:6 (10.), 3:7 (15.), 6:8 (20.), 9:11 (25.), 12:13 (30.), 12:14 (35.), 14:16 (40.), 15:18 (45.), 17:21 (50.), 19:23 (55.), 21:26 (60.)

Quelle: Bergischer HC

Foto: HSG Nordhorn-Lingen