23.05.2019  Liqui Moly HBL

Kein Ausrutscher erlaubt: Flensburg in Stuttgart gefordert

Die Situation an der Tabellenspitze bleibt weiterhin spannend: Der Erste aus Flensburg trifft am Donnerstagabend auf den TVB 1898 Stuttgart und wird versuchen den Vorsprung auf den THW Kiel zu halten. „Sie spielen eigentlich sehr gut, nur die Ergebnisse stimmen nicht“ warnt SG-Trainer Machulla vor dem schwäbischen Gastgeber.

Nichts für schwache Nerven sind derzeit die Spiele des TVB 1898 Stuttgart in der DKB Handball Bundesliga. Dreimal unterlag das Team von Trainer Jürgen Schweikardt in den letzten vier Partien mit nur einem Tor Unterschied, in Ludwigshafen gab es jüngst gegen die Friesenheimer Eulen immerhin noch einen Zähler.

Nun wäre TVB-Coach Jürgen Schweikardt am Donnerstag sicherlich mit einer knappen Niederlage oder gar einem Zähler gegen die SG Flensburg-Handewitt mehr als zufrieden. Doch ein Punktverlust des deutschen Meisters und Titelanwärters ist in Stuttgart eigentlich unvorstellbar. Dazu ist das Team von Trainer Maik Machulla, das man wegen seiner vielen  Akteure aus Dänemark, Norwegen und Schweden getrost als eine Skandinavien-Auswahl bezeichnen kann, einfach zu stark besetzt. Die einzigen Deutschen in der Mannschaft des Titelverteidigers sind der Halblinke Holger Glandorf, Rechtsaußen Marius Steinhauser und Kreisläufer Johannes Golla. Torhüter Nummer eins beim Spitzenreiter ist Benjamin Buric, davor hält der Schwede Tobias Karlsson die Abwehr zusammen. Regie führt sein Landsmann Jim Gottfridsson. Vom Weltmeister Dänemark kommen unter anderem Rasmus Lauge, Lasse Swan und Kreisläufer Anders Zachriassen.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Spielerpersönlichkeiten spielte die SG Flensburg-Handewitt in der DKB Handball Bundesliga eine makellose Vorrunde mit 34:0 Zählern, unterlag erstmals in der Rückrunde in Magdeburg sowie vor gut einer Woche im Nordderby beim THW Kiel und führt zurzeit die Tabelle mit nur vier Minuspunkten an. Zudem erreichten die Norddeutschen das Viertelfinale in der Championsleague, wo man aber nach zwei Niederlagen (22:28 und 25:29) am ungarischen Vertreter Telekom Vezprem scheiterte.

Doch ob Championsleague-Aus oder nicht: Die SG Flensburg-Handewitt ist eine absolute europäische Spitzenmannschaft. Das weiß auch Jürgen Schweikardt, wenn er nach der Partie gegen Minden betonte: „Wir freuen uns auf dieses Spiel“. Da die Flensburger, deren A-Jugend jetzt auch das Finale um die deutsche Meisterschaft erreichte, nur zwei Minuspunkte weniger aufweisen als der große Nordrivale THW Kiel, werden sie in Stuttgart sicherlich Vollgas geben. Zum einen, um die zwei Punkte mit an die Ostsee zu nehmen, und zum anderen könnte es auch noch um die Tordifferenz zwischen den Meisterschaftskonkurrenten gehen (das Kieler Torverhältnis ist derzeit um elf Treffer besser). In den verbleibenden zwei Partien gegen die Berliner Füchse und beim starken Aufsteiger Bergischer HC soll dann aber doch nichts mehr anbrennen für die SG Flensburg-Handewitt, sodass man nach dem letzten Spieltag am 9. Juni die Titelverteidigung feiern kann.

Auch im Kampf um den Klassenerhalt ist drei Spieltage vor Rundenende noch alles offen. Geht man davon aus, dass die Eulen Ludwigshafen den Rückstand von fünf Punkten auf den VfL Gummersbach in den restlichen drei Partien nicht mehr aufholen werden, so ist mit einem Zweikampf zwischen den Oberbergischen und der SG BBM Bietigheim, die derzeit nur zwei Zähler auseinanderliegen, zu rechnen. Und am letzten Spieltag treffen die beiden Abstiegskonkurrenten in Bietigheim aufeinander. Soll es hierbei zu einem Endspiel um den Klassenerhalt kommen, müssen die Enztäler vorher aber ihre Hausaufgaben machen, denn der VfL Gummersbach hat das deutlich bessere Torverhältnis.

Quelle: TVB 1898 Stuttgart

Foto: Körner