12.05.2019  Liqui Moly HBL

Leipzig knöpft dem Bergischen HC einen Punkt ab

Die Chance auf einen Sieg war da, doch zum Schluss muss sich der Bergische HC beim 25:25 mit einem Punkt beim SC DHfK Leipzig begnügen. In einem umkämpften Spiel holten die Löwen in der zweiten Halbzeit vier Treffer auf, gaben dann aber auch einen Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand. Der "Superaufsteiger" spielte zum zweiten Mal in dieser Saison unentschieden und erlebte so einen kleinen Dämpfer im Kampf um Europa.

Der SC DHfK musste seinen bärenstarken Kreisspieler Alen Milosevic ersetzen. Er fiel mit Rückenbeschwerden aus. Für ihn rückte erstmals der 20-jährige Oliver Seidler ins Team. Er spielt sonst bei der SG Leipzig II in der dritten Liga. „Milo hat starke Rückenbeschwerden. Das ist mit unseren Ärzten in der Abklärung. Nächste Woche in Minden wird er nicht helfen können. Das wird eine längerfristige Geschichte sein. Jetzt ist Behandlung angesagt und es ist möglich, dass er in dieser Saison nicht mehr spielt", sagte Trainer André Haber.

Die Gastgeber bekämpften das Überraschungsteam der Saison mit einer kompromisslosen Abwehr, bekamen allerdings Linus Arnesson nur selten in den Griff. Milos Putera hielt in der ersten Hälfte einen Ball nach dem anderen und kam schon da auf sieben Parade. „Aus der ersten Halbzeit müssen wir mehr machen und eine größere Führung mitnehmen, wenn man so eine Torhüterleistung zeigt", so Haber.

In der zweiten Halbzeit setzte sich der SC DHfK in der 38. Minute bereits mit 17:13 ab, knackte damit aber die Moral der Gäste nicht. Der BHC, obwohl immer wieder ins Zeitspiel gezwungen, behielt die Nerven und glich in der 42. Minute zum 17:17 aus. Schlimmer noch: In der 46. Minute führte der BHC plötzlich mit 20:18. "Der BHC hat ein riesiges Selbstvertrauen und gibt kein Spiel auf. Eigentlich hätten wir das Spiel beim 17:13 nicht aus der Hand geben dürfen", meinte DHfK-Linksaußen Lukas Binder.

Die Leipziger vertändelten im Angriff aber weiter den Ball, scheiterten dazu an BHC-Keeper Christopher Rudeck und fingen selbst Tor um Tor. Haber nahm innerhalb weniger Minuten seine beiden Auszeiten und brachte das Team wieder auf Kurs. Torhüter Rene Villadsen drehte jetzt noch einmal mächtig auf und raubten den Gästen mit seinen Paraden den Nerv. Es blieb trotzdem knapp. Jurdzs hämmerte den Ball schließlich kurz vor dem Abpfiff zum 25:25 in die Maschen. Die letzten Sekunden verteidigte der SC DHfK geschickt und belohnte sich noch mit einem Punkt.

„Wir haben im Angriff sehr diszipliniert gespielt, auf die Chance gewartet und uns vom Druck der Halle nicht nervös machen lassen. Beim 17:13 sind wir fast weg. In den letzten 20 Minuten war es ein sehr enges Spiel. Wir können mit dem einen Punkt sehr gut leben", analysierte Gästetrainer Sebastian Hinze.

Randnotiz: Das weibliche Publikum spendete begeisterten Szenenapplaus für Patrick Wiesmach. Der Däne musste sein zerrissenes Trikot tauschen und präsentierte dabei seinen muskulösen Oberkörper nackt.

Der Slowake zwischen den Pfosten musste sogar eine Doppelschicht einlegen. Wegen des Dauerregens und eines undichten Dachs tropfte es mal wieder aufs Parkett. Putera hielt also Bälle und dazwischen musste er immer wieder mit einem Handtuch das Wasser vom Boden aufwischen. In der zweiten Halbzeit gab er diesen Job ans Wischpersonal von der Seitenline ab.

SC DHfK Leipzig vs. Bergischer HC 25:25 (12:11)

SC DHfK: Putera, Villadsen - Semper 3, Wiesmach 5/2, Rojewski 3, Jurdzs 4, Krzikalla, Binder, Janke, Pieczkowski 4, Roscheck, Weber 3, Seidler, Gebala 3, Esche, Meyer-Siebert

BHC: Rudeck, Rutschmann, Darj 1, Weck 1, Gunnarsson 5/4, Nippes 3, Kotrc, Baena Gonzales 2, Babak, Gutbrod 4, Arnesson 5, Boomhouwer 3, Criciotoiu 1

Siebenmeter: DHfK 2/2, BHC 4/4

Zeitstrafen: DHfK 6 Minuten, BHC 6 Minuten

Zuschauer: 4124

Foto: Justen

Quelle: SC DHfK Leipzig