19.12.2018  DHB-Pokal

Recken fahren erneut nach Hamburg

Die TSV Hannover-Burgdorf gewinnt im Viertelfinale des DHB-Pokals mit 33:29 (16:14) gegen den HC Erlangen und zieht zum zweiten Mal in Folge in das REWE Final Four in Hamburg ein. „Die letzten Tage waren nicht einfach, aber das Spiel in Mannheim war ein wichtiger Schritt für uns. Wir konnten zwar keine Punkte mitnehmen, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie jeder Konstellation bestehen kann. Diese Erkenntnis war heute der Schlüssel zum Erfolg“, freute sich der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen über den tollen Erfolg.

Neben der Leidenschaft glänzte vor 4.384 Zuschauern vor allem der RECKEN-Angriff in dem so wichtigen Pokalspiel. In der Anfangsphase waren es vor allem die Anspiele des wiedergenesenen Morten Olsen und Kapitän Kai Häfner auf Ilija Brozovic, der am Kreis als sicherer Vollstrecker glänzte. Der Kroate traf allein in den ersten 17 Minuten fünfmal – zudem stand die Verteidigung der Hausherren kompakt und ging aggressiv zu Werke.

Durch die vielen Ausfälle experimentierte Trainer Carlos Ortega mit drei Kreisläufern, wobei Domagoj Srsen und Evgeni Pevnov die Deckungsmitte bildeten und Ilija Brozovic als Halbverteidiger gegen Nationalspieler Christoph Steinert fungierte. Diesem Abwehrriegel gelang es immer wieder, das Spiel der Gäste erfolgreich zu unterbinden, die sich allerdings in den ersten 30 Minuten nicht abschütteln ließen und den Niedersachsen immer wieder auf den Fersen blieben. „Ich habe heute eine Mannschaft gesehen, die sich von der ersten Sekunde an auf jeden Ball geschmissen hat und die richtige Mischung aus Cleverness und Leidenschaft gefunden hat“, lobte Christophersen die Mentalität der Mannschaft.

„Wir mussten im Angriff auf zwei Linkshänder umstellen, haben aber sehr ruhig gegen eine aggressive Defensive gespielt und die Spieler haben das Angriffskonzept tadellos umgesetzt“, freute sich Ortega über eine RECKEN-Offensive, die auch nach dem Seitenwechsel in Fahrt blieb. In der Verteidigung wurden die Erlangener gleich zu Beginn dreimal in Folge gestoppt und im Angriff zeigten sich DIE RECKEN weiter effektiv, wodurch es ihnen gelang, einen vier Tore Vorsprung herauszuspielen.

Kurz darauf verletzte sich allerding Srsen am Knie und konnte in der Folge nicht mehr weiterspielen. „Nach der Verletzung von Domagoj haben wir hinten Probleme bekommen und Erlangen hat immer wieder Lücken gefunden“, bemerkte Ortega. So folgte die erwartete Pokalschlacht, in der der Vorsprung der RECKEN immer zwischen zwei und vier Toren schwankte und nie sicher schien. In dieser Phase übernahmen aber die arrivierten Spieler um Kai Häfner und Morten Olsen die Verantwortung. Angetrieben von den Toren der beiden und den rund 4.400 stehenden RECKEN-Fans im Rücken, gelang es den Niedersachsen immer, die richtige Antwort auf die Tore der Gäste zu finden.

Bis zum 30:28 blieb es spannend, ehe Evgeni Pevnov mit einer Energieleistung in der 59. Minute auf 31:28 stellte und die Erlanger zudem eine zwei Minuten Strafe kassierten. Den nächsten Gäste-Angriff konnten die Niedersachsen mit vereinten Kräften unterbinden und vorne machte Timo Kastening mit dem 32:28 endgültig den Deckel drauf.

„Heute hat jeder seine Chance bekommen, sich zu beweisen. Jedes Spiel im Pokal ist ein Finale und deshalb ist das ein sensationelles Gefühl, wieder im Final Four zu stehen“, freute sich Kreisläufer Evgeni Pevnov. Sein Trainer hatten nach den schweren letzten Wochen ebenfalls nur positives zu sagen: „Wir sind oft sehr selbstkritisch, aber heute sind wir einfach stolz auf unsere Leistung. Es ist nicht selbstverständlich, zweimal in Folge ins Final Four einzuziehen, vor allem nicht in der Bundesliga. Das ist ein toller Erfolg für den ganzen Verein“, so Ortega.

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (45. - 55.) , Lesjak ( 1. - 44. & 56. - 60.) - Johannsen (2), Cehte (2), Mävers (1/1), Thiele, Pevnov (1), Lehnhoff, Häfner (6), Ugalde (7), Srsen, Hanne, Brozovic (7), Feise, Kastening (4), Olsen (3) 

HC Erlangen: Katsigiannis (1. - 23. & 39. - 60.), Skof (24. - 38.) - Sellin (1), Overby, Haaß (1), Büdel (5/2), Bissel (3), Mappes (1), Murawski, Schäffer (2), Link (1), von Gruchalla, Steinert (8/3), Schröder (6), Kellner, Thümmler (1)

Quelle: TSV Hannover-Burgdorf

Foto: Vosshage