17.11.2018  2. Handball-Bundesliga

Positionskampf in der 2. HBL

Sieben Partien stehen am Samstag ab 17:00 Uhr in der Zweiten Handball-Bundesliga auf dem Programm. Unter anderem kann der HSC Coburg gegen den HSV Hamburg im Fernduell um die Tabellenspitze vorlegen. Außerdem geht es um wichtige Punkte rund um den Abstiegskampf. Handball-deutschland.tv zeigt alle Spiele live!

Kein einfaches Auswärtsspiel wartet am Samstag auf den Viertplatzierten TuS Ferndorf. Zu der langen Anfahrt ins Erzgebirge kommt die prekäre Personalsituation. Neben den ohnehin verletzten Spielern meldeten sich unter der Woche auch Leistungsträger Jonas Faulenbach, Julian Schneider und Marijan Basic krank.

Doch auch der EHV, der momentan auf dem 13. Tabellenplatz rangiert, muss mit dem bitteren Ausfall von Kevin Lux rechnen. Mit den eigenen Fans im Rücken wollen die Erzgebirgler die Siegerländer trotzdem vor Herausforderungen stellen. Darauf hat sich auch TuS-Trainer Michael Lerscht vorbereitet: „Ich habe die Spiele von Aue zuletzt gesehen, das wird eine harte Nuss und ich weiß gar nicht mal, ob sie dadurch überhaupt geschwächt werden, sie haben starke Alternativen.“ Das bekamen auch die letzten Gegner zu spüren. Im Derby gegen Elbflorenz und anschließend gegen den TV Großwallstdt überzeugte der EHV und will jetzt zu Hause auch gegen ein Spitzenteam punkten. Ein offener Schlagabtausch kann von den Fans beider Lager erwartet werden, wenn die erste Partie des Samstages um 17:00 Uhr angepfiffen wird.

Der TuS N-Lübbecke hat in der heimischen Merkur-Arena einen Lauf.  Vier Spiele in Folge gewannen die „roten Teufel“ vor den eigenen Fans. Am Samstagabend ist das Tabellenschlusslicht HC Rhein Vikings zu Gast. Selbstverständlich soll da die Heimserie nicht reißen. „Die zwischenzeitlichen fünf Siege am Stück haben deutlich gemacht, dass wir es können“, ist Lübbeckes Coach Aaron Ziercke davon überzeugt, dass sein Team im weiteren Verlauf der Saison den holprigen Saisonstart vergessen machen wird. Um an den Aufstiegsplätzen dran zu bleiben, sind zwei Punkte gegen die Vikings allerdings eine Pflichtaufgabe, auch wenn der Kader der Neusser mit einer Menge Erstliga-Erfahrung gespickt ist.

Doch momentan herrscht Verunsicherung bei den Vikings. Nur drei Punkte sind auf dem Konto des HC. Zuletzt setzte es dann noch die schmerzhafte 10-Tore Niederlage beim direkten Kontrahenten HC Elbflorenz. Lübbecke ist vor der Partie zwar selbstbewusst, muss aber mit einer dünnen Personaldecke zurechtkommen:. „Ausfälle verlangen immer, dass erst neue Formationen gefunden werden müssen“, so Ziercke. Kenji Hövels, Jens Bechtloff und Marko Bagaric waren in der Trainingswoche noch nicht bei einhundert Prozent und Marian Orlowski fällt ohnehin weiter aus. Für den Rest des Teams gilt es also vollen Einsatz zu zeigen, um dem Favoritenstatus gerecht zu werden.

 

 

Ein echtes Zweitliga-Traditionsduell steht in Emsdetten an. Der TVE empfängt dort um 19:00 Uhr den Dessau-Rosslauer HV. Die Bieber stehen momentan mit 11:15 Punkten auf Rang zwölf der Tabelle. Die aktuelle Platzierung täuscht allerdings, denn in den letzten Wochen präsentierte sich der DRHV in Topform. Seit fünf Spielen ist das Team von Uwe Jungandreas ungeschlagen und sicherte sich am vergangenen Wochenende sogar jeweils einen Punkt gegen die Top-Mannschaften aus Nordhorn und Lübbecke. Der Trainer der Bieber blickt daher positiv auf die anstehende Aufgabe: „Emsdetten hat in diesem Jahr mit teilweise imponierenden Siegen, aber auch deftigen Niederlagen sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Die Mannschaft ist sehr eingespielt und angriffsstark. Jeder im Team vom TVE ist extrem torgefährlich. Mit Weßeling, Krings und Bozovic haben sie einen sehr wurfstarken Rückraum. Sie spielen meist eine 6:0-Abwehr, die mit Konstatin Madert, einem sehr starken Torhüter abgerundet wird. Wie auch bereits in den letzten Spielen, müssen wir an unserer guten Abwehrarbeit festhalten. Das ist im Moment die Grundlage für unsere Punktgewinne. Im Angriff müssen wir weiter unsere Effektivität erhöhen. Da hatten wir trotz der Punktgewinne am Wochenende, speziell im Spiel gegen TuS N-Lübbecke, viele Chancen liegenlassen. Wichtig wird auch wieder sein, dass wir uns dort als Einheit präsentieren, über die Abwehr ins Spiel kommen und dann werden wir sehen, was möglich ist.“

Die von Jungandreas ausgemachten Stärken zeigte der TVE zuletzt bei seinen Siegen gegen Hagen und Hamburg, die den TVE auf den achten Tabellenplatz katapultierten. Gegen den TuSEM Essen reichte es zwar nicht zu Punkten, dennoch überzeugte das Team von Daniel Kubes mit Kampf und Leidenschaft. Dieser Einsatz fordert jetzt aber seinen Tribut. Neben André Kropp und Jan Hübner fällt jetzt auch Merten Krings langfristig mit einem Mittelhandbruch aus. Dazu gesellen sich gleich mehrere angeschlagene Spieler. Die Breite des Kaders und die Unterstützung der Fans sollen diese Ausfälle gegen den DRHV kompensieren.

Der HSC Coburg kann in seinem Heimspiel gegen den HSV Hamburg  im Kampf und die Tabellenspitze vorlegen. Mit 21:5 Punkten liegen die Franken punktgleich mit dem TuSEM Essen auf dem ersten Platz.  Die nächsten Verfolger haben auch nur zwei Punkte Rückstand auf das Duo an der Spitze: Ein Sieg gegen das Team aus Hamburg, das den zehnten Platz innehat, ist Pflicht, um den ersten Platz zu verteidigen und die Konkurrenz unter Druck zu setzen.

Für die Hamburger geht es derweil darum, nach zwei verlorenen Spielen wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.  Nur so kann sich das Team von Torsten Jansen im eng zusammenliegenden Mittelfeld der Tabelle behaupten. Dafür kann der HSV in Zukunft auch auf die Fähigkeiten von Routinier und Torjäger Blazenko Lackovic vertrauen. Diese Woche hat er die offizielle Spielerlaubnis für die Liga erhalten.

Eine weite Auswärtsreise erwartet den HBW Balingen-Weilstetten. Fast 800 Kilometer trennen die Städte Wilhelmshaven und Balingen. In der Tabelle der Zweiten Handball-Bundesliga ist der Abstand ähnlich groß. Der HBW ist nach der vollen Punktausbeute am Doppelspieltag gegen Hüttenberg und Dormagen auf den dritten Tabellenplatz geklettert und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf das Spitzenduo der Liga.

Der Gastgeber aus dem hohen Norden kämpft auf dem fünfzehnten Rang darum, nicht schon in der ersten Saisonhälfte tief im Abstiegskampf zu versinken. Am letzten Wochenende erlebte die Mannschaft ein echtes Wechselbad der Gefühle: Zu Hause schlug der WHV den favorisierten VfL Lübeck-Schwartau, zwei Tage später hagelte es in Hamm jedoch eine bittere 14-Tore-Niederlage. Da vom Tabellenelften Hüttenberg bis zum WHV fünf Teams punktgleich auf Augenhöhe liegen, wäre ein Heimsieg Gold wert. Dass der WHV jederzeit dazu in der Lage ist, weiß auch Gästetrainer Jens Bürkle: „Wir werden uns, in der Kürze der Zeit, die uns mit der ganzen Mannschaft bleibt, intensiv auf Wilhelmshaven vorbereiten. Die haben im letzten Heimspiel gezeigt, dass sie zu Hause jeden schlagen können.“ Für Balingen ist das Spiel außerdem eine Art Generalprobe, denn in der kommenden Woche wartet in eigener Halle der Showdown gegen Tabellenführer Coburg.

In Hüttenberg treffen am Samstagabend zwei Teams aufeinander, die sich nach den letzten Spieltagen in der Liga zu stabilisieren scheinen. Von den Gastgebern hätte vor der Saison niemand erwartet, dass sie mit nur 11:15 Punkten auf Rang elf der Tabelle und damit weit hinter den Spitzenplätzen zurückliegen würden. Doch vor allem zu Hause demonstrierte das Team von Emir Kurtagic in den letzten Wochen die Stärke eines vermeintlichen Aufstiegsaspiranten. Drei von vier Partien gewann der TVH vor eigenem Publikum. Lediglich der TV Emsdetten entführte Ende Oktober Punkte aus Hüttenberg.

Noch holpriger verlief der Saisonstart für den HC Elbflorenz. Nur sechs Punkte können die Dresdner derzeit auf ihrem Konto verbuchen. Doch vor allem Einstellung und Aggressivität in der Abwehr stimmten in den letzten Duellen. Mit dem Rückenwind des 32:22-Heimsieges des vergangenen Wochenendes gegen den direkten Konkurrenten HC Rhein Vikings geht es jetzt nach Hüttenberg.  Doch Fakt ist: Nur mit derselben Einstellung ist dort für den HCE etwas Zählbares zu holen. Das weiß auch Rechtsaußen Robin Hoffmann: „Hüttenberg bleibt ein Erstligaabsteiger, egal auf welchem Platz sie derzeit in der Tabelle stehen. Wir wissen, dass wir auf einen starken Gegner treffen, der allerdings auch den Druck hat sein Heimspiel gewinnen zu müssen. Wir wollen unsere ansteigende Formkurve weiterführen und natürlich alles dafür geben, um die Überraschung zu schaffen.“

 

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison wird um jeden Punkt im unteren Tabellendrittel gekämpft, denn nach dieser Spielzeit müssen gleich fünf Teams die Liga verlassen. Einen dieser unliebsamen Plätze belegt im Moment der TV Großwallstadt, der am Samstagabend beim VfL Eintracht Hagen zu Gast ist. Doch den TVG trennen gerade einmal zwei Punkte von der Eintracht, die den vierzehnten Platz einnimmt und sich mit einem Sieg gegen die Hessen erst einmal aus dem Tabellenkeller verabschieden will.

Doch der TVG kommt mit neuem Selbstbewusstsein nach NRW, schließlich reichte es beim Auswärtsspiel in Dormagen immerhin zu einem Punkt. „Großwallstadt ist mittlerweile in der Liga angekommen und hat auch schon neun Punkte gesammelt. Im Heimspiel gegen Aue haben sie am letzten Wochenende überzeugt“, zollt Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt dem Aufsteiger vor der Partie seinen Respekt. Besonderes Augenmerk muss der VfL auf Großwallstadts Routinier Michael Spatz werfen, der in dieser Saison gewohnt zielsicher von Außen und vom 7Meter-Punkt agiert. Das Ziel für die Eintracht formuliert Pfannenschmidt klar: "Wir wollen unseren tollen Zuschauern endlich einen Heimsieg schenken“, denn den letzten Sieg vor heimischer Kulisse konnten die Hagener am siebten Spieltag gegen Hüttenberg feiern. Eine Durststrecke, die jetzt ihr Ende finden soll.

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Foto: Hövels