11.11.2018  2. Handball-Bundesliga

Doppelspieltag Teil II: Balingen empfängt Hüttenberg, Emsdetten in Essen zu Gast

Teil I des Doppelspieltags ist Geschichte. Wir richten den Fokus auf Teil II. Während sich TuSEM Essen und der HSC 2000 Coburg abermals ein Fernduell um die Tabellenspitze liefern, geht es zwischen dem HC Elbflorenz 2006 und dem HC Rhein Vikings um ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die derzeit bärenstarken Gallier von der Alb empfangen den TV 05/07 Hüttenberg und wollen ihre Ansprüche weiterhin untermauern. Alle Spiele des Sonntags im Überblick:

Die Siegesserie des HSV Hamburg ist gerissen. Nach drei doppelten Punktgewinnen in Folge musste man sich am Freitag knapp mit 30:29 in Emsdetten geschlagen geben. Auch die HSG Nordhorn-Lingen startete in das Doppelspieltag-Wochenende nicht ganz nach Plan. Zwar musste man im Heimspiel gegen Dessau keine Niederlage einstecken, kam jedoch nicht über ein 28:28 hinaus. Die Gäste aus Nordhorn sammelten mit dem Unentschieden Punkt 14 und stehen auf Tabellenplatz sieben. Der HSV hat nach zwölf Spieltagen zwölf Punkte vorzuweisen und rangiert auf Platz zehn. Die letzten beiden Heimspiele gewannen die Hamburger jeweils knapp mit 27:26. Diesen Lauf will das Team von Trainer Torsten Jansen auch gegen die HSG fortsetzen.

16:00 Uhr: TuS Ferndorf - TSV Bayer Dormagen

Nüchtern betrachtet stehen sich am heutigen Sonntagnachmittag in Ferndorf zwei Aufsteiger gegenüber. Blickt man auf die Tabelle stellen sich die Vorzeichen der Partie hingegen ein wenig anders dar. Während der TuS bisher eine bärenstarke Saison spielt und derweil auf Tabellenplatz vier zu finden ist, steckt der TSV Bayer Dormagen als Tabellenachtzehnter erwartungsgemäß mitten im Abstiegskampf. Teil eins des Doppelspieltags war für beide Mannschaften nicht von Erfolg gekrönt. Ferndorf musste mit einem knappen 26:25 in Hüttenberg die dritte Saisonniederlage in Kauf nehmen, Dormagen unterlag in heimischer Halle 25:27 gegen Favorit Balingen. Die Mannschaft von Michael Lerscht will Anschluss zur Spitzengruppe halten, Bayer hingegen nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder Punkte sammeln. Eine emotionale Partie ist vorprogrammiert.

Auch der VfL Lübeck-Schwartau und der VfL Eintracht Hagen hatten sich Teil eins des Wochenendes wohl anders vorgestellt. Während Hagen im Heimspiel gegen TuSEM Essen einen rabenschwarzen Tag erwischte und von der jungen Essener Mannschaft teilweise überlaufen wurde, konnte Lübeck-Schwartau den bisherigen Auswärtsfluch in dieser Saison nicht besiegen. Die Mannschaft von Trainer Torge Greve verlor beim Wilhelmshavener HV mit 27:23 - bereits die fünfte Niederlage in fremder Halle. Der mehr als ausbaufähigen Auswärtsbilanz der Nordlichter steht jedoch auch eine extreme Heimstärke gegenüber. Alle sechs Heimspiele konnte der aktuelle Tabellenachte für sich entscheiden, zuletzt wurde auch Spitzenreiter Coburg deutlich bezwungen. Die Gäste aus Hagen haben somit eine schwere Aufgabe vor der Brust, wollen aber alles dafür tun, um die Abstiegsränge schnellstmöglich wieder zu verlassen.

Zur aktuellen Mannschaft der Stunde hat sich HBW Balingen-Weilstetten gemausert. Das Team von Trainer Jens Bürkle gewann sieben der letzten acht Spiele und steht nach holprigem Saisonstart mittlerweile auf Tabellenplatz drei. Am Freitag erwischten die Gallier von der Alb zwar nicht ihren besten Tag, entschieden das Auswärtsspiel bei Aufsteiger Dormagen jedoch trotzdem mit 25:27 für sich. Doch auch die Gäste aus Hüttenberg finden mehr und mehr in die Erfolgsspur. Nachdem man sich beim Tabellenzweiten Essen für eine starke Leistung noch nur mit einem Punkt belohnen konnte, holte der Bundesligaabsteiger zu Beginn des Wochenendes im Heimspiel gegen Ferndorf deren zwei. Die Favoritenrolle dürften trotz der ansteigenden Form der Hüttenberger die Hausherren übernehmen.

Der Tabellensiebzehnte empfängt den Zwölften. Vor allem für die Hausherren aus Großwallstadt gilt das klare Motto, die beiden Punkte möglichst in eigener Halle zu behalten. Mut machen dürfte die Tatsache, dass sechs der bisherigen sieben gesammelten Punkte zuhause geholt wurden. Der Start in den Doppelspieltag verlief allerdings erwartungsgemäß negativ. Beim Spitzenreiter HSC 2000 Coburg verlor der TVG mit 33:27. Der EHV Aue hingegen konnte sich im Derby gegen den HC Elbflorenz knapp mit 25:23 durchsetzen und die Punkte zehn und elf auf's Konto packen.

Der Dessau-Roßlauer HV 06 hat den Doppelspieltag mit einem wichtigen Punktgewinn in Nordhorn begonnen. Bereits seit vier Spielen ist die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas ungeschlagen, holte sechs von möglichen acht Punkten und verließ damit die Abstiegsränge. Am heutigen Sonntagnachmittag kommt allerdings eines der Ligaschwergewichte nach Dessau. Bundesligaabsteiger TuS N-Lübbecke hat nach überraschend schlechtem Saisonstart in die Erfolgsspur gefunden und steht nach zwölf Spieltagen auf Tabellenplatz fünf. Am Freitag besiegten die Ziercke-Schützlinge in heimischer Halle den ASV Hamm-Westfalen mit 27:25. In Dessau will einer der absoluten Aufstiegsfavoriten nun nachlegen.

Abstiegskampf pur lautet das Motto der Begegnung zwischen dem HC Elbflorenz 2006 und dem HC Rhein Vikings. Der Tabellenvorletzte (4 Punkte) empfängt den Letzten (3 Punkte). Für beide Mannschaften geht es darum, den Anschluss zum rettenden Ufer nicht schon frühzeitig zu verlieren. Während die Gastgeber am vergangenen Wochenende zumindest endlich den ersten Saisonsieg feiern konnten, warten die Vikings seit nunmehr acht Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Am Freitag zogen die Düsseldorfer im Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe mit 20:21 knapp den Kürzeren. Besonders in der Offensive muss die Mannschaft von Trainer Jörg Bohrmann mindestens eine Schippe drauflegen, um in der Liga bestehen zu können.

Nach drei Spielen ohne Sieg waren die DJK Rimpar Wölfe, die jedoch noch eine Partie weniger auf dem Konto haben, überraschend auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Umso wichtiger war der knappe 20:21-Auswärtssieg am Freitag bei den Rhein Vikings. Nachdem man das Spiel in der ersten Halbzeit komplett im Griff hatte, wurden im zweiten Spielabschnitt jedoch wiederum die derzeitigen Schwächen aufgedeckt. Will man gegen den Spitzenreiter aus Coburg erfolgreich sein, muss definitiv eine Leistungssteigerung her. Die Coburger haben den ersten Teil des Doppelspieltags genutzt, um nach zwei Niederlagen in Folge gegen Essen und Lübeck-Schwartau wieder in die Erfolgsspur zu finden. Doch aufgepasst: in der vergangenen Saison konnten die Wölfe beide Partien für sich entscheiden.

Einen sehr überzeugenden Auftritt lieferten die Schützlinge von TuSEM-Trainer Jaron Siewert am Freitag in Hagen ab. Der momentane Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga gewann beim VfL deutlich mit 22:28, führte zwischenzeitlich sogar mit 13:25, ehe man mindestens zwei Gänge zurückschaltete. Besonders das Tempospiel der jungen Essener Mannschaft hinterließ zum wiederholten Mal einen bleibenden Eindruck. Mit dem TV Emsdetten steht dem TuSEM am heutigen Sonntag jedoch eine schwere Aufgabe bevor. Die letzten vier Partien konnte der TVE allesamt gewinnen, darunter Auswärtssiege in Hüttenberg und Hagen. Mit einem Spiel weniger im Gepäck steht Emsdetten derzeit auf Rang sechs und könnte mit einem Erfolg neuer Teil der Spitzengruppe werden. Essen sollte also gewarnt sein.

Den Abschluss des Doppelspieltag-Wochenendes bildet die Partie zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und dem Wilhelmshavener HV. Für den WHV dürfte es am liebsten genau da weitergehen, wo das Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau am Freitag endete. Mit 27:23 wurde der Favorit aus Lübeck besiegt - der fünfte Saisonsieg für Wilhelmshaven. Die Hausherren hingegen mussten sich beim TuS N-Lübbecke knapp mit 27:25 geschlagen geben. Eine Niederlage, die für den ASV allerdings zu verschmerzen sein dürfte. Dennoch ist es für Hamm an der Zeit, endlich wieder einen Sieg einzufahren. Ganze vier Spiele wartet der ASV auf einen doppelten Punktgewinn. Dementsprechend heiß und motiviert dürfte die Mannschaft von Trainer Kay Rothenpieler in das Duell mit dem WHV gehen.

Foto: Moschkon