18.11.2018  2. Handball-Bundesliga

Die Verfolger wollen nachlegen

Am Sonntag geht es für die Verfolger des HSC Coburg auf Punktejagd. Der Zweitplatzierte TuSEM Essen bekommt es zu Hause mit dem VfL Lübeck-Schwartau zutun, während Nordhorn die Rimparer Wölfe empfängt. Außerdem kommt es zum Duell zwischen Bayer Dormagen und dem ASV Hamm-Westfalen. Alles wie immer live auf handball-deutschland.tv.

Alles dreht sich in der Liga um die enge Tabellenkonstellation, nur ein Mann will vor dem Auswärtsspiel des ASV Hamm-Westfalen in Dormagen nichts davon wissen: „Mit der Tabelle beschäftigen wir uns nicht. Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren und wollen die zwei Punkte nach Hamm holen“, ist ASV-Trainer Kay Rothenpieler voll auf die Partie gegen Dormagen fokussiert. Denn der Aufsteiger aus dem Rheinland steht zwar auf dem vorletzten Tabellenplatz, konnte aber schon einige Favoriten vor unlösbare Aufgaben stellen. So taten sich vor allem am Doppelspieltag die Teams aus Balingen und Ferndorf mit der jungen Mannschaft von Trainer Ulli Kriebel schwer und gewannen ihre Partien nur knapp. „Dormagen verfügt über eine gefährliche Mannschaft, die eingespielt ist und ihre Dinge auf den Punkt spielen kann“, hat Kay Rothenpieler vor dem Duell die Stärken des Gegners besonders in der schnellen Offensive des jungen Teams ausgemacht. Mit einem Sieg würde seine Mannschaft den Anschluss an die ersten fünf Plätze halten und so auf Kurs "Erreichen der Top-Five" bleiben.

Die Vergangenheit spricht klar für den ASV Hamm-Westfalen. Zuletzt konnte Dormagen im Mai 2011 einen Sieg gegen den ASV feiern. Damals noch in der ersten Handball-Bundesliga. Die Favoritenrolle liegt also klar bei Hamm, doch Dormagen hat in dieser Saison schon bewiesen, dass sie immer gut für eine Überraschung sind.

Es bleibt bislang eine schwierige Saison für die Rimparer Wölfe. Dabei fing mit dem Erreichen der zweiten Runde des DHB-Pokals alles so gut an. Doch in der Liga stottert der Motor der Franken gewaltig. Mit 9:15 Punkten liegen die Wölfe vor dem 14. Spieltag nur auf dem 16. Tabellenplatz und damit dem ersten Platz, der den Abstieg bedeuten würde. Aber die Ergebnisse des DJK sind immer knapp. Keines der letzten sechs Spiele ging mit einer höheren Differenz als der von drei Toren aus. Meistens versagten den Wölfen am Ende der Partie die Nerven wie bei den knappen Niederlagen gegen den HSV Hamburg oder dem HC Elbflorenz. Am Wochenende wollen sie nun auswärts das Punktekonto aufstocken. Der Gegner ist kein geringerer als die HSG Nordhorn-Lingen, die auf dem sechsten Platz mit 16:10 Punkten in Lauerstellung zur Spitzengruppe steht. Mit einem Heimsieg gegen die angeschlagenen Wölfe könnte die HSG bis auf einen Punkt an die vor ihr platzierten Lübecker und Ferndorfer herankommen. Für die heimstarken Nordhorner ein Ziel, das mit den eigenen Fans im Rücken unbedingt realisiert werden soll. Anpfiff der Partie ist um 17:00 Uhr.

Eine schwere Aufgabe wartet am Sonntag auf den TuSEM Essen. Nachdem der HSC Coburg bereits am Samstag die nächsten zwei Punkte eingefahren hat, muss der TuSEM nachlegen, um weiterhin gleichauf mit den Schwarz-Gelben an der Tabellenspitze zu bleiben. Doch der Gegner hat es in sich: Zwar steht der VfL Lübeck-Schwartau momentan „nur“ auf dem neunten Tabellenplatz, doch die Mannschaft von Torge Greve hat das Potential eines echten Spitzenteams. In dieser Saison fehlt den Männern aus dem Norden noch die Konstanz, besonders wenn Auswärtsfahrten anstehen. In sechs Spielen in fremden Hallen, konnten die „blauen Tiger“ nur einmal Punkte mit nach Hause nehmen. Dem steht aber eine bärenstarke Heimbilanz von sechs Siegen gegenüber. Die Stärke des VfL auch Essens Spielern vor der Partie hinlänglich bekannt: „Das Spiel am Sonntag wird es in sich haben. Lübeck-Schwartau hat viele körperlich starke Spieler im Kader, die fast alle über mehrere Jahre zusammenspielen. Auch wenn der VfL Lübeck-Schwartau zurzeit im Tabellenmittelfeld steht, sind sie eine Top-Mannschaft der 2. Liga. Ihr Sieg vor einigen Wochen gegen Coburg war kein Zufall. Wir wollen wieder selbstbewusst auftreten und mit unseren Zuschauern im Rücken über 60 Minuten Vollgas geben, damit die beiden Punkte „am Hallo“ bleiben!“, ist TuSEM-Linksaußen Noah Beyer vor dem Duell gewarnt, aber aufgrund des eigenen Selbstbewusstseins optimistisch. Die Gegner aus Lübeck wollen in Essen vor allem auch Wiedergutmachung für den schwachen Doppelspieltag betreiben. „Die beiden Niederlagen vom letzten Wochenende haben richtig weh getan. Aber wir können und werden wieder erfolgreichen Handball spielen. Essen hat einen Kader, der aus vielen starken Einzelspielern besteht. Darüber hinaus haben sie es geschafft, aus diesen Top-Individualisten eine starke Einheit zu formen. Sie sind sehr variabel und unbekümmert. Man kann sich nur schwer auf sie einstellen“, ist Lübecks Chef-Coach Torge Greve vor der Partie voll des Lobes, was die Arbeit seines Gegners angeht. Mit seinem eigenen Team will er mit Offensiv-Power und einer stabilen Abwehr dem TuSEM den Zahn ziehen.

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Foto: Koenig