20.10.2018  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. HBL: Spitzenspiel zwischen Coburg und Essen

Der Fokus richtet sich an diesem Samstag in der 2. Handball-Bundesliga auf das Spitzenspiel zwischen Coburg und Essen. In der HUK-Coburg Arena stehen sich der Tabellenerste und der Zweite gegenüber. Aber auch die anderen Partien haben ordentlich Klasse zu bieten. Absteiger Lübbecke empfängt Balingen zum Verfolgerduell, Hüttenberg will den Aufwärtstrend in heimischer Halle gegen Lübeck-Schwartau bestätigen. Die sechs Begegnungen des Tages in der Übersicht:

19:00 Uhr: TuS N-Lübbecke - HBW Balingen-Weilstetten

Das Duell zweier Hochkaräter, aktuell erst recht. Der TuS N-Lübbecke konnte zuletzt vier Siege hintereinander verbuchen, die Gäste aus Balingen glänzen mit gar fünf doppelten Punktgewinnen am Stück. Es verspricht ein packendes wie hochklassiges Match zu werden. TuS-Trainer Aaron Ziercke geht optimistisch und selbstbewusst in die Partie am Abend, weiß aber auch um die Stärken des Gegners: "Die Balinger sind derzeit äußerst stabil. Sie haben zuletzt oft um die 30 Tore und mehr pro Spiel geworfen, laufen viele erfolgreiche Tempogegenstöße. Sie zeigen oftmals eine geschlossene Mannschaftsleistung, können ihre 6:0-Deckung sehr variabel offensiv wie defensiv interpretieren." Ein harter Brocken für den Bundesligaabsteiger.

Für Lübbeckes Valentin Spohn ist das Duell ein ganz besonderes. Der Rückraumspieler war in der Vorsaison noch bei der HBW Balingen-Weilstetten unter Vertrag und freut sich dementsprechend sehr auf die Partie: "Natürlich ist es für mich etwas besonderes. Aber wie schon vor kurzem gegen Lübeck-Schwartau, erwartet uns vor allem ein echter Härtetest." Eines steht bereits vor Beginn des Spiels fest: Der Sieger setzt sich in der Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga fest.

 

Der TV Emsdetten hat am heutigen Abend den TV Großwallstadt zu Gast in der Ems-Halle. Das Gästeteam um Trainer Florian Bauer etabliert sich mehr und mehr in der 2. Handball-Bundesliga und konnte aus den vergangenen fünf Spielen immerhin vier Punkte mitnehmen. Am vergangenen Wochenende musste man sich Liga-Schwergewicht TuS N-Lübbecke zwar geschlagen geben, verkaufte sich beim knappen 33:35 jedoch teuer. Dennoch belegt der TVG aktuell mit 5:13-Punkten nur Platz 18 und ist bereits mitten im Abstiegskampf angekommen.

Viel besser läuft es für die Hausherren aus Emsdetten allerdings nicht. Zwar hat der TVE zwei Spiele weniger absolviert, die Ausbeute von sechs Punkten kann trotzdem nicht zufriedenstellend sein. Besonders die beiden Heimpleiten zuletzt taten weh. Gegen Ligaprimus Coburg setzte es vergangene Woche eine 21:35-Packung, gegen Aufsteiger Dormagen musste man sich ebenfalls deutlich mit 29:37 geschlagen geben. Für den TVE ist es also an der Zeit Punkte zu sammeln und vor allem vor heimischer Kulisse für Wiedergutmachung zu sorgen.

Das Duell zwischen den Rimparer Wölfen und dem DRHV ist das zweier direkter Tabellennachbarn. Zum jetzigen Zeitpunkt trennen die beiden Vereine nur ein Tor. Die Hausherren haben jedoch ein Spiel weniger auf dem Konto. Nach dem Pokalaus gegen Erlangen unter der Woche wartet auf Rimpar nun wieder der Ligaalltag. Und mit Dessau wartet eine unangenehme Aufgabe. Die Biber, wie die Mannschaft um Kapitän Florian Pfeiffer genannt wird, kommen mit ordentlich Rückenwind in die Turnhölle. Sie behielten am Samstag im Derby gegen den HC Elbflorenz knapp mit 22:24 die Oberhand. Vor dieser Partie gab es auswärts allerdings noch nichts zu holen für den DRHV. Zu Hause konnte Dessau jedoch vor allem mit dem 35:29-Überraschungssieg gegen TuSEM Essen überzeugen. 

Für die Wölfe gilt es nach dem jüngsten Heimerfolg über Ferndorf nachzulegen und den zweiten Heimsieg einzufahren. In den ersten beiden Heimspielen war man gegen die Topteams aus Lübeck und Hamm immer kurz vor der Überraschung, am Ende fehlte aber das nötige Glück, um die Spiele drehen zu können. Gegen den DRHV soll sich das nicht wiederholen.

Die meisten Augen dürften sich am heutigen Samstag auf die Partie zwischen dem HSC 2000 Coburg und TuSEM Essen richten. Der Tabellenerste empfängt den Zweiten (vor Beginn des 10. Spieltags) - das absolute Topspiel in der HUK-Coburg arena. Eines steht bereits vor Spielbeginn fest: Selbst wenn der HSC das Spitzenspiel verlieren sollte, geht das Team nach dem 10. Spieltag als Spitzenreiter in die Nationalmannschaftspause. Grund dafür ist die überraschende Heimniederlage des TuSEM am vergangenen Freitag. Mit 28:29 unterlagen die Essener knapp dem Wilhelmshavener HV. Besser lief es für die Hausherren. Beim überdeutlichen 35:21-Auswärtssieg in Emsdetten wusste vor allem der erfahrene Torwart Jan Kulhanek mit einer sagenhaften Quote von 69% gehaltener Bälle zu überzeugen.

"Wir wissen, dass Essen sich hinsichtlich des Kollektives noch einmal gesteigert hat, und sowohl mit Geschwindigkeits-Handball als auch im Eins gegen Eins seine Gegner vor Probleme stellt“, beurteilt HSC-Coach Jan Gorr die Vorzüge des Gegners. Und auch Gäste-Trainer Jaron Siewert hat im Vorfeld der Partie ordentlich Lob für den Gegner parat: "Coburg hat sich in einen richtigen Rausch gespielt und tritt sehr überzeugend auf. Sie gehen selbst ein hohes Tempo und treffen viele gute individuelle Entscheidungen." Die Zuschauer dürfen sich auf ein hochklassiges und spannendes Kräftemessen freuen.

Als Erstliga-Absteiger geht man natürlich als einer der Favoriten auf die vorderen Tabellenplätze in eine neue Saison. Gerade zu Beginn der Spielzeit mussten die Hüttenberger aber offensichtlich dem starken Personalwechsel Tribut zollen – zehn Neuzugänge sollten die neun Abgänge ersetzen. Mittlerweile hat die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic das Gaspedal aber gefunden. Aus den vergangenen fünf Spielen holten die Hüttenberger fünf Punkte und verloren nur knapp gegen Liga-Primus Coburg. Am letzten Spieltag musste sich der ASV Hamm-Westfalen von der Stärke der Hüttenberger überzeugen lassen, als sie über ein 24:24 in der heimischen Halle nicht hinaus kamen. Nun geht es für Hüttenberg gegen den nächsten Hochkaräter, der VfL Lübeck-Schwartau ist am Abend zu Gast. 

"In den ersten Spielen haben sich die Hüttenberger schwergetan. Jetzt stehen sie aber viel stabiler. Gerade mit ihrer 3-2-1-Abwehr stellen sie jeden Angriff vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich bin mir auch sicher, dass sie ihren Leistungszenit noch nicht erreicht haben und sich mit jedem Spiel weiter steigern werden. Das wird eine ganz harte Nuss", sagt VfL-Trainer Torge Greve vor der Partie. Die Gäste aus Lübeck reisen nach dem Heimsieg gegen Dormagen mit Selbstbewusstsein im Gepäck an und wollen unbedingt ihre Auswärtsbilanz aufpolieren. Drei der ersten vier Spiele in fremder Halle gingen verloren. In Hüttenberg will man diesem Trend ein Ende setzen.

Die Hausherren aus Wilhelmshaven dürften nach ihrem sensationellen Auswärtssieg in Essen äußerst selbstbewusst in das Heimspiel gegen Hamburg gehen. Insgesamt können die Verantwortlichen im Lager des WHV aktuell sehr zufrieden sein. Drei der letzten vier Spiele konnten gewonnen werden, mit neun Punkten nach neun Partien liegt man im Soll. Besonders in heimischer Halle weiß Wilhelmshaven zu überzeugen. Einzig Hüttenberg konnte zwei Punkte aus der Nordfrost-Arena entführen. Mit dem HSV Hamburg ist am Abend eine Mannschaft zu Gast, die in den letzten Wochen ebenfalls einen Aufwärtstrend verzeichnen konnte. Nachdem die Hamburger zu Beginn der Saison drei Pleiten einstecken mussten, hat der Aufsteiger aus den letzten sechs Partien vier Siege vorzuweisen. Am vergangenen Sonntag konnte das Team von Trainer Torsten Jansen einen knappen, aber immens wichtigen 27:26-Heimsieg gegen die Rimparer Wölfe einfahren. In Wilhelmshaven will das Jansen-Team nun nachlegen und in der Tabelle weiter nach oben klettern.

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Foto: Zaunbrecher