23.03.2019  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. HBL: Mit Teamgeist zum Erfolg

Fünf Spiele werden am Samstagabend in der Zweiten Handball-Bundesliga angepfiffen. Nachdem am letzten Spieltag fast alle Teams aus dem unteren Tabellendrittel gepunktet haben, wollen sie jetzt nachlegen. Die enttäuschten Spitzenmannschaften aus Balingen und Coburg wollen dagegen mit Teamgeist zurück in die Erfolgsspur. Alle Partien des Abends überträgt handball-deutschland.tv wie immer live.

Die Überraschungsmannschaft des letzten Spieltages ist beim TV Emsdetten zu Gast. Der Wilhelmshavener HV besiegte am vergangenen Wochenende sensationell in der heimischen Nordfrost-Arena den Tabellenzweiten aus Coburg mit 29:27. Bonuspunkte im Abstiegskampf, welche der WHV beim Auswärtsspiel in Emsdetten vergolden will. Mit 18:34 Punkten liegen die Norddeutschen momentan noch auf dem 19. Tabellenplatz. Ein Sieg gegen den TVE könnte den WHV aber je nach Abschneiden der Konkurrenz auf den ersten Nichtabstiegsplatz spülen. Zu verschenken hat der TV Emsdetten allerdings keine Punkte. Rang elf und ein Punktekonto von 24:28 sind kein einhundert Prozent sicheres Polster auf die Abstiegsplätze.

Und auch im letzten Spiel gegen Bayer Dormagen war das Team um Trainer Daniel Kubes weit von seiner Normalform entfernt. Der TVE unterlag der jungen Dormagener Mannschaft mit 31:35. Das Heimspiel kommt da gerade recht. Mit der Unterstützung der Fans gilt es für Emsdetten die eigene Fehlerquote zu minimieren und sich auf die Stärken zu fokussieren, um die Punkte aus dem Duell mit dem Wilhelmshavener HV  zu behalten.

Die Siegesserie des HBW Balingen-Weilstten ist gerissen. Gerade als der seit letztem Oktober ungeschlagene HBW die nächsten Big Points im Kampf um den Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga einfahren konnte, versagten den Galliern von der Alb die Nerven und verloren denkbar knapp mit 25:26 gegen den DJK Rimpar Wölfe.

Am Samstagabend will das Team von Trainer Jens Bürkle aber schnell wieder zurück in die Erfolgsspur. Der Gegner in der Balinger SparkassenArena  ist der Dessau-Rosslauer HV. Momentan rangieren die Blau-Weißen mit 20:32 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz und damit nur noch geradeso über dem Strich. Trotzdem: „Das ist eine Mannschaft, die in den letzten Wochen sehr, sehr clever gespielt hat. Dessau hat uns in der SparkassenArena letztes Jahr schon Probleme bereitet und auch jetzt im Hinspiel haben wir einige Zeit gebraucht“, ist Bürkle davon überzeugt, dass auf seine Männer eine schwere Aufgabe wartet. Die Dessauer stehen seit der letzten Woche mehr denn je unter Zugzwang, schließlich punkteten alle direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib.

Zusätzliche Sicherheit sollen den Bibern getroffene Personalentscheidungen geben. Justin Lee Milkow verlängerte seinen Vertrag und mit Lennart Gliese kommt für zwei Jahre ein hochtalentierter Spieler aus der berühmten Nachwuchsschmiede der Füchse Berlin nach Dessau. „Wir freuen uns, dass wir auch solche jungen Spieler, wie Justin, in Dessau halten können. Mit Lennart führen wir unsere Philosophie fort mit jungen talentierten Spielern zu arbeiten und sie zu Leistungsträgern der 2. Handball-Bundesliga zu entwickeln“, zeigt sich DRHV-Präsident Ralph Hirsch erfreut über die personellen Entwicklungen und erhofft sich davon einen positiven Schub für das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenführer.

Der ASV Hamm-Westfalen empfängt am Samstagabend das Ligaschlusslicht, den HC Rhein Vikings. Da der HC bekanntermaßen nach Verkündigung der Insolvenz in diesem Jahr noch keine Punkte einfahren konnte, liegt die Favoritenrolle klar bei den Westfalen. „Natürlich sind wir in diesem Spiel Favorit. Doch dafür gibt es auch am Samstag noch keine Punkte. Man muss jedes Spiel ernst nehmen“, mahnt ASV-Trainer Kay Rothenpieler vor Nachlässigkeiten im eigenen Spiel. „Die Ergebnisse zeigen, dass sie auch in dieser Konstellation konkurrenzfähig und ein unbequemer Gegner sind“, so der Cheftrainer. Seine Mannschaft hat die Punkte gegen die Vikings fest eingeplant, schließlich lauert der ASV als Vierter mit nur drei Punkten Rückstand auf Tabellenplatz drei noch auf eine Mini-Chance in Sachen Aufstieg.

Bei den Vikings gilt es wieder einmal in erster Linie sich möglichst teuer zu verkaufen. „Wir haben ein gutes Kollektiv für die kommende Saison beisammen. Wir wollen jetzt so viele Chancen für eine gute Entwicklung mitnehmen und nächstes Jahr gestärkt zurückkommen”, blickt Vikings-Geschäftsführer Daniel Pankofer schon jetzt in die Zukunft des Klubs. Sein Trainer Jörg Bohrmann muss mit seinem ohnehin schon unerfahrenen Team am Samstagabend einige schwerwiegende Ausfälle kompensieren: Nils Artmann, Moritz Goergen und Felix Handschke fallen verletzungsbedingt aus. Es wartet erneut eine Herkulesaufgabe auf die Vikings.

„Rimpar spielt schon lange in der 2. Liga und ist daher sehr erfahren. Die Mannschaft hat einen ausgeglichenen Kader, was auch der Sieg gegen den Tabellenersten HBW Balingen-Weilstetten deutlich macht“, so die Einschätzung von Ferndorfs Trainer Michael Lerscht vor der Partie seiner Mannschaft gegen die DJK Rimpar Wölfe. Während seine Mannschaft derzeit auf der Stelle tritt und sich nach einer Sieglosserie mittlerweile mit dem achten Tabellenplatz begnügen muss, machte das Team der Würzburger am vergangenen Spieltag die Sensation perfekt und besiegte den Tabellenführer Balingen. Die Wölfe sind damit auf vier Punkte an den TuS herangerückt und wollen mit einem Auswärtssieg den positiven Trend im Saisonendspurt fortsetzen.

Auch die Ferndorfer wollen endlich wieder doppelt punkten: Zuletzt verlor der TuS aufgrund einer zu hohen Fehlerquote gegen die abstiegsbedrohten Teams aus Dresden und Dessau. Die gute Nachricht vor der dem Duell mit den Rimparer Wölfen: Michael Lerscht kann nach langer Zeit nahezu auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.  Neben Jonas Faulenbach, Jan Wicklein, Jan Wörner, Magnus Neitsch und Julian Schneider kann auch Moritz Barwitzki wieder für die Rot-Weißen auflaufen. Im Hinspiel musste sich der TuS noch knapp mit 21:23 geschlagen geben. Diese Scharte gilt es jetzt auszuwetzen und in der heimischen Stählerwiese endlich wieder siegreich zu sein.

 

Einen mächtigen Dämpfer haben die Coburger Aufstiegsambitionen am letzten Spieltag erhalten. Vollkommen überraschend unterlag das Team von Jan Gorr dem Wilhelmshavener HV. Das Polster auf den Tabellendritten Nordhorn ist damit vor dem 27. Spieltag auf nur einen Punkt zusammengeschrumpft. „Wir wissen natürlich um die Tabellensituation, aber wir sind gut beraten, uns nicht groß damit zu beschäftigen. Wir müssen vielmehr die Dinge angehen, die wir selbst beeinflussen können, also unser eigenes Spiel hinterfragen und an der Konstanz arbeiten, diese fehlt uns ein bisschen“, übt sich Gorr vor dem nächsten Auswärtsspiel seiner Mannschaft in Selbstkritik.

Der HSC muss in Hagen eine stark verbesserte Leistung auf die Platte bringen, denn der VfL steckt ebenso wie der WHV als 17. im Tabellenkeller fest und will sich mit einem Überraschungscoup aus dem Abstiegsstrudel befreien. „Wir erwarten in der Tat ein ähnliches Spiel und wollen beweisen, dass wir aus den Dingen in Wilhelmshaven gelernt haben und es diesmal besser lösen. Zu Hause herrscht für die Teams aus dem Tabellenkeller eine ganz andere Drucksituation, das ist purer Existenzkampf“, so Gorr vor der Partie. Noch aus dem Hinspiel, welches sein Team mit 29:24 für sich entscheiden konnte, ist dem HSC-Coach das berüchtigte Hagener Abwehrbollwerk in Erinnerung geblieben, welches eine aggressive und bissige 6:0-Formation hinstellt.

Diese Formation wird am Samstag mit einer Extraportion Selbstbewusstsein ausgestattet sein, denn der VfL geht seit langer Zeit wieder mit dem Gefühl eines Sieges in eine Partie. Gegen den TV Hüttenberg verriegelten die Männer von Eintracht-Trainer Niels Pfannenschmidt ihr Tor und gewannen mit 22:20. Diesen Sieg musste vor allem Kreisläufer Julian Renninger teuer bezahlen. Der 26-Jährige fällt bis auf weiteres mit einem Kreuzbandriss aus. ,,Nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit wiegt dieser Ausfall schwer, aber jetzt müssen wir noch enger zusammenrücken und füreinander einstehen”, appelliert Pfannenschmidt an den Teamspirit seiner Mannschaft vor dem Duell mit dem HSC Coburg.

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Foto: Rosenbusch