16.03.2019  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. HBL: Lübbecke mit neuem Trainer gegen Hamburg gefordert

Der Samstagabend hält fünf Spiele für die Fans der 2. Handball-Bundesliga bereit: Der Tabellenzweite aus Coburg ist beim Vorletzten aus Wilhelmshaven zu Gast, Hüttenberg empfängt den VfL Eintracht Hagen und Dormagen kämpft gegen Emsdetten um wichtige Punkte gegen den Abstieg. Zudem wird es spannend zu sehen sein, wie Lübbecke und Schwartau auf den Trainerwechsel reagieren. Alle Spiele wie immer LIVE auf handball-deutschland.tv!

Bereits am Nachmittag empfängt der Ergebirgsclub den VfL Lübeck-Schwartau. Dabei wird es für die Hansestädter die erste Partie nach der Ära von Torge Greve, welcher den Verein nach sieben erfolgreichen Jahren Richtung Gummersbach verlassen hat. Dabei gab es zum Abschied einen 21:20 Thrillersieg über den TuS N-Lübbecke - und im Anschluss viele Tränen.

Als Nachfolger wurde mit Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt eine interne Lösung gefunden, fungierten sie zuvor doch als Co-Trainer, beziehungsweise Torwarttrainer des VfL. Dabei könnte die erste Aufgabe für das Trainerteam eine einfachere sein: Der EHV Aue gewann sieben seiner zwölf Heimspiele und besitzt mit Eric Meinhardt den aktuell zweiten in der Torschützenliste. Vor ihm ist auch Engelhardt gewarnt: "Er ist der Kopf der Mannschaft und immer in der Lage, seine Mitspieler gut in Szene zu setzen. Daneben verfügt er noch über ein ausgezeichnetes 1:1-Verhalten und strahlt jederzeit Torgefahr aus. Ihn zu stoppen, wird eine wichtige Aufgabe für unsere Mannschaft werden.“

Dabei gab es für Aue zuletzt drei knappe Niederlagen, darunter mit jeweils einem Tor gegen die Topteams aus Coburg und Essen. „Wir haben die jüngste Niederlage aufgearbeitet und sind voll fokussiert aufs Heimspiel“, sagt EHV-Trainer Stephan Swat. Besonderes Augenmerk im Training lag auf der zuletzt schwächelnden Defensivabteilung. Wenn diese ihre Arbeit verrichtet, kann der EHV seinen zwölften Platz verteidigen und sich weiter von den Abstiegsrängen fern halten.

Einen Trainerwechsel musste auch der TuS N-Lübbecke vornehmen, als unter der Woche Aaron Ziercke von seinen Aufgaben entbunden wurde und Nikola Blazicko und Hans-Georg Borgmann fürs erste die Geschicke des TuS leiten werden. 

Dabei werden sie am Samstagabend gleich vom Handball Sport Verein aus Hamburg gefordert sein. Hinzu kommt, das mit Jens Bechtloff und Jan-Eric Speckmann beide etatmäßigen Linksaußen fehlen werden. 

Deshalb setzt Nikola Blazicko auf die eigenen Fans: Alle seien „mit Herz dabei und manche kommen ja schon seit Jahrzehnten in die Halle“. 

Die Hamburger reisen dagegen ohne viel Druck nach Lübbecke. Mit einem Sieg im vergangenen Heimspiel (21:18 gegen den HC Elbflorenz) hat sich der Handball Sport Verein Hamburg im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga ein wenig Luft verschafft. Dennoch will man - wenn sich die Chance bietet - auch beim Bundesligaabsteiger etwas zählbares mitnehmen.

Verzichten muss HSVH-Trainer Jansen weiterhin auf Christopher Rix, Jan Kleineidam, Jan Forstbauer, Justin Rundt und Rechtsaußen Thies Bergemann.

Auch beim TVH ist die Personalsituation sehr angespannt und zudem hat sich die düstere Prognose bestätigt: Der Handball-Zweitligist wird bis zum Saisonende auf seinen Kapitän Mario Fernandes verzichten müssen. Neben Fabian Schomburg und Ragnar Johannsson ist Mario Fernandes der dritte Langzeitausfall der Blau-Weiß-Roten. Zudem wird Rückraumspieler Dieudonné Mubenzem von muskulären Problemen geplagt.

Doch auch beim Gegner könnten die Vorzeichen für das Spiel besser stehen. Hinter den Einsätzen von Jan-Lars Gaubatz, Valentin Schmidt und Daniel Mestrum stehen aufgrund von Verletzung beziehungsweise Krankheit große Fragezeichen.

,,Das Hinspiel hat gezeigt, was wir brauchen, um zu gewinnen", erinnert sich Pfannenschmidt an den starken 29:28 Heimsieg aus der Hinrunde. ,,Aber Hüttenberg ist in eigener Halle sehr präsent und schwer zu bespielen. Wir wollen dennoch die zwei Punkte unbedingt nach Hagen holen, damit der Knoten endlich platzt und um unser Selbstvertrauen zu stärken.“ 

Wer nach Ablauf der 60 Minuten das größere Selbstvertrauen besitzt, bleibt abzuwarten.

„Es wird heiß zugehen“, mutmaßt der Coburger Coach Jan Gorr für die Partie beim Wilhelmshavener HV. Mit dieser Aussage wird er vermutlich Recht behalten, denn der WHV hat von den letzten drei Partien zwei für sich entscheiden können und ist somit wieder mittendrin im Rennen um den Klassenerhalt.

Besonders René Drechsler (11 Tore) und Evgeny Vorontsov (10 Tore) stachen beim 33:31-Auswärtserfolg in Hagen heraus. Verzichten muss das Team von Trainer Christian Köhrmann allerdings auf Daniel Andrejew, der am  vorherigen Spieltag die blaue Karte zu sehen bekam.

Der Tabellenzweite aus Coburg hat sich nach der deutlichen Niederlage gegen Nodhorn gut erholt und im Anschluss gegen Aue, Dormagen und Hüttenberg Siege einfahren können. 

„Wir müssen sicher noch einiges optimieren und wieder mehr Konstanz in unsere Auftritte bringen“, weiß Gorr um das Erfolgsgeheimnis für die kommenden Wochen. „Ein Tick mehr Konsequenz brauchen wir schon.“ Der Coburger Trainer denkt dabei an die zahlreich vergebenen Chancen gegen den TVH. „Der explosive Tobias Schwolow im linken und Rene Drechsler im rechten Rückraum spielen schon gefühlt seit einem Vierteljahrhundert in Wilhelmshaven zusammen, sind schwer zu verteidigen. Da müssen wir uns also auf einiges gefasst machen“, hat Gorr die Achse ausgemacht, die es in die Schranken zu weisen gilt.

Im TSV Bayer Sportcenter kommt es am heutigen Abend zum Aufeinandertreffen zweier Mittelfeldteams. Doch während sich das Heimteam in unmittelbarer Nähe zu den Abstiegsrängen befindet (einen Punkt Vorsprung), hat sich der TV Emsdetten bereits ein kleines Polster erarbeiten können (sieben Punkte). 

Dabei stehen die Vorzeichen für den TSV nicht besonders gut: Die Grippe und Magen-Darm-Welle macht sich schon seit der Vorwoche bemerkbar. "Im Training waren wir in den letzten Tagen leider nicht immer vollzählig", stellt Dusko Bilanovic fest. Doch er sagt auch deutlich: "Wir werden gegen Emsdetten bis zum Schlusspfiff alles geben. Denn wir wollen die beiden Punkte."

Doch auch der TVE will punkten um so den Abstand nach hinten weiter zu vergrößern. Ein weiterer Ansporn für die Truppe um Trainer Daniel Kubes wird das Hinspiel gegen den TSV sein, das mit 29:37 in der eigenen Halle verloren ging. 

Foto: Huter