15.12.2018  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. HBL: Coburg will nachlegen, Duell der Altmeister und jede Menge Spannung

Der Samstag in der 2. Handball-Bundesliga hat wieder einiges zu bieten. Coburg will gegen den Absteiger aus Lübbecke siegreich bleiben und somit wieder mit Balingen gleichziehen. Ferndorf muss in Emsdetten ran und in Großwallstadt kommt es zum Duell der Altmeister. Alle Spiele wie immer LIVE auf Handball-deutschland.tv!

Wenn sich der Gästebus am Samstag auf die Autobahnen Richtung Aue begibt, dann reisen die Vikings mit sage und schreibe 13 Niederlagen in Folge ins Erzgebirge. Mit 3:31 Punkten bilden Sie somit auch abgeschlagen das Tabellenschlusslicht und es fehlen bereits acht Punkte auf den Vorletzten.

Trotz der scheinbar klaren Ausgangssituation wissen die Vikings, wie man im Erzgebirge gewinnen kann, denn vor gut einem Jahr schlugen sie die Hausherren vor eigenem Publikum mit 26:19. Am Ende der vergangenen Saison landete Aue in der Abschlusstabelle einen Platz hinter den Vikings. 

Die Stimmung beim Gastgeber dürfte zwar mit dem Belegen des aktuell neunten Platzes besser sein, allerdings musste der EHV am vergangenen Spieltag eine deftige 19:34-Niederlage in Nordhorn hinnehmen. Trainer Stephan Swat war ebenfalls nicht zufrieden: „Die Jungs haben erkannt, dass das zuletzt nicht unser Tempo, nicht unsere Spielweise war, und sie wollen es diesmal unbedingt wieder besser machen.“

Beim Überraschungsteam aus Ferndorf ist man weiterhin sehr zufrieden mit der Spielzeit 2018/19. Nicht nur, weil man zuletzt auch Aufstiegsaspirant TuSEM Essen zuhause schlagen konnte und somit auf Platz 4 rangiert. 

Auch personell stellt die TuS die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft und gab vergangene Woche die Vertragsverlängerung mit Rückraumspieler Jonas Faulenbach bekannt. „Wir sind sehr froh, mit Jonas bereits zu diesem frühen Zeitpunkt verlängert zu haben. Er ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und zählt zu den besten Rückraumspielern der 2. Liga“, freute sich Ferndorfs Sportlicher Leiter Mirza Sijaric.

Andererseits kämpfte sich der TV Emsdetten mit dem 23:21-Auswärtserfolg in Rimpar etwas aus der „Mini-Krise“, mit zuvor drei Niederlagen in drei Spielen. Dies ist auch der aktuellen Personalsituation geschuldet, die immer noch sehr angespannt ist. So musste zuletzt sogar TVE-Trainer und ehemaliger Weltklasse-Abwehrspieler Daniel Kubes seine Handballschuhe schnüren.

Ob er am Samstag erneut eingreifen wird und ob der TV Emsdetten das letzte Heimspiel im Jahr 2018 für sich entscheiden kann, bleibt abzuwarten.

Im letzten Heimspiel des Handballjahres 2018 will der HSC 2000 Coburg einen weiteren Verfolger auf Distanz halten. Um 19:30 Uhr kommt es zur Partie gegen den Bundesligaabsteiger aus Lübbecke. Coburg Trainer Gorr ist mit jeder Menge Respekt vor dem heutigen Gegner: „Sie verfügen über jede Menge an Erfahrung, haben enorme Qualität. Dabei ist die Mischung aus jungen, talentierten und erfahrenen Spielern sehr interessant“. Besonders hebt er das Torhüterduo Tatai/Birlehm hervor. 

Doch auch von der Gegenseite gibt es viel Lob. „Sie machen bisher recht wenig falsch, spielen konzentriert und diszipliniert“, so TuS-Trainer Aaron Ziercke. Lediglich fünf Punkte trennen die beiden Teams, im Falle eines Auswärtssieges wären es somit nur noch drei. 

Vor dieser richtungsweisenden Partie kämpfen beide Teams allerdings etwas mit der Verletztensituation. Während der HSC weiterhin auf Sebastian Weber, Florian Billek, Petr Linhardt und Philipp Barsties verzichten muss, fehlen der TuS N-Lübbecke Marian Orlowski, Marko Bagaric und aller Voraussicht nach auch Spielmacher Kenji Hövels, der unter der Woche einen Hexenschuss erlitt. Dennoch besitzen beide Teams genug Qualität in ihren Kadern um den Zuschauern in der HUK-COBURG-arena ein hochklassiges Zweitligaspiel zu bieten.

Sowohl die Heimmanschaft aus dem Norden Deutschlands, als auch die Wölfe aus Rimpar können mit ihrer bisherigen Spielzeit noch nicht zufrieden sein. Beide Teams lassen die Konstanz vermissen und konnten noch keine Siegesserie starten, die nötig ist, um aus der unteren Tabellenregion zu entkommen. 

So mussten sich die Wölfe um Trainer Matthias Obinger am Dienstag dem TV Emsdetten mit 21:23 geschlagen geben und enttäuschte vor allem in der Offensive. Und auch die Freude des WHV hielt sich nach dem 27:27 in Dessau am vergangenen Spieltag in Grenzen. Zwar konnte man die Niederlagenserie durchbrechen, allerdings hatte Kuno Schauer Sekunden vor Abpfiff den Siegtreffer auf der Hand — und scheiterte am Lattenkreuz. 

Im direkten Duell der beiden Mannschaften ist die Bilanz ausgeglichen: In sechs Partien entschied der WHV die ersten drei Spiele für sich, seither gewannen allerdings die Wölfe aus Rimpar drei mal in Folge.

Die Partie zwischen dem Tabellenelften und dem Vierzehnten verspricht einiges an Spannung, denn beide Teams trennen lediglich drei Zähler in der 2. Handball-Bundesliga. Zudem wollen beide Mannschaften wieder doppelt punkten, nachdem sie am vergangenen Wochenende jeweils ein 27:27 Remis erzielt hatten. Auch über die Saison gesehen, treten in diesem Spiel die „Unentschieden-Könige“ gegeneinander an. Der TV 05/07 steht aktuell bei vier Punkteteilungen, der DRHV ging sogar noch einmal mehr mit einem ausgeglichenen Torekonto vom Spielfeld. 

„Wir stehen vor dem Endspurt der Hinrunde. Gerade die letzten Begegnungen wollen wir in jedem Fall noch positiv bestreiten, sodass wir mit einem guten Gefühl in die zweite Saisonhälfte gehen können.“, gibt TVH-Trainer Emir Kurtagic die Marschroute für die ausstehenden Partien in der Weihnachtszeit vor. 

Obwohl einige Spieler unter der Woche von einer Grippe geschwächt wurden, steht Kurtagic am Samstagabend die Mehrheit des Kaders zur Verfügung. Kapitän Mario Fernandes wird nach seinem Fingerbruch allerdings weiterhin pausieren müssen und kann erst nach Weihnachten wieder voll in das Training einsteigen. Auch hinter Torhüter Fabian Schomburg (Rückenprobleme) steht für heute Abend noch ein Fragezeichen.

Beim Gast aus Dessau sieht die Personalsituation wie folgt aus: nach dem Ausfall von Torwart Philip Ambrosius (Faserriss) müssen die Biber nun wahrscheinlich auch auf ihren Kapitän Florian Pfeiffer wegen einer Angina verzichten. Diese Tatsache macht die Aufgabe gegen einen ehemaligen Bundesligisten für die Blau-Weißen am Samstagabend natürlich noch schwerer.

In der letzten Partie am Samstag treten zwei namhafte Teams aufeinander: Der TV Großwallstadt empfängt den HSV Hamburg. Beide Vereine feierten große Erfolge, national wie international, bevor sie finanzielle Turbulenzen überstehen mussten und nun wieder im Bereich der Bundesliga angekommen sind.

Auch wenn der TV Großwallstadt in der Tabelle sechs Plätze hinter dem Handball Sportverein Hamburg steht, trennen beide Teams ebenfalls nur drei Punkte und der TVG könnte mit einem Sieg eng an die Hamburger aufschließen und eventuell auch die Abstiegsränge verlassen. Genau das will der HSVH verhindern und mit einem Sieg sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. 

Justin Rundt (Knie-OP), Dominik Axmann (Muskelfaserriss), Philipp Bauer (Schulter) fallen  bei den Hamburgern weiterhin aus, während beim TVG einige verletzte Spieler, allen voran Kapitän Florian Eisenträger, zurück auf das Feld gekehrt sind. 

Es wird also spannend zu verfolgen sein, wer im Duell der Altmeister als Sieger vom Platz gehen wird.

Foto: Scheuring