23.02.2019  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. Handball-Bundesliga: Zwischen Verfolgerduell und Abstiegskampf

Ganze sieben Spiele bietet die 2. Handball-Bundesliga an diesem Samstag: Das Topspiel bestreiten Hamm und Ferndorf, der Tabellenführer aus Balingen wird zuhause vom HC Elbflorenz 06 gefordert, Lübeck-Schwartau trifft auf die Wölfe aus Rimpar und auch im Tabellenkeller geht es hoch her, wenn Großwallstadt die Biber aus Dessau empfängt. Alle Spiele wie immer LIVE auf Handball-deutschland.tv!

In der Partie der direkten Tabellennachbarn kann man auch von einem "Vier-Punkte-Spiel" sprechen. Aktuell rangiert der TV Emsdetten mit 21 Punkte auf der Habenseite auf Platz elf, der TVH befindet sich mit einem Punkt weniger direkt dahinter. 

Der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt derzeit fünf, beziehungsweise vier Punkte. Beide Teams tun also gut daran, in der Rückrunde so schnell wie möglich zu punkten um nicht in die gefährliche Zone zu geraten.

Das Team von Trainer Daniel Kubes startete mit 2:2 Punkten in das neue Handballjahr, der TV Hüttenberg dagegen musste zwei bittere Niederlagen einstecken. Zuletzt verlor man mit 21:20 beim TSV Bayer Dormagen, nach einer tollen Aufholjagd, die letztlich nicht belohnt wurde. 

Um 19 Uhr steht für beide Teams also schon einiges auf dem Spiel, auch wenn die Saison noch lang ist.

Die Vorzeichen dieser Partie sind klar: Der HBW Balingen-Weilstetten gewann alle seinen Heimspiele und steht aktuell auf Rang eins der Tabelle. Der Gast aus Dresden hingegen konnte in der Ferne erst drei mal siegen. 

„Die 19 Heimsiege sind sicher gut fürs Selbstvertrauen, aber wir müssen auch alles daransetzen, dass es so bleibt“, warnt Routine Matti Flohr vor dem kommenden Gegner, dass es absolut keinen Grund dafür gibt, den HC auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn auch im Hinspiel konnte der HCE dem Aufstiegsfavoriten aus Balingen einen Punkt abknöpfen. Beim 24:24 war es vor allem Hendrik Halfmann, der mit acht Paraden dafür sorgte, dass der HBW nur einen Punkt mit in die Heimat nehmen konnte.

„In der Mannschaft steckt richtig Potential. Sie kann locker in die Top-Ten rein, weil sie auf jeder Position gut besetzt ist“, hebt Bürkle warnend den Finger. 

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Partie am Samstagabend in der Sparkassen Arena in Balingen entwickeln wird.

Mit Rimpar gibt der aktuelle Tabellen-Neunte seine Visitenkarte bei VfL Lübeck-Schwartau, dem Tabellen-Achten, ab. Schon diese Information lässt auf ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis schließen. Darüber hinaus messen sich die beiden Vereine, die im letzten und vorletzten Jahr jeweils den ersten Platz nach den jeweiligen Aufsteigern belegten (VfL 2018 3. / Rimpar 2017 4.).

Im Hinspiel konnte der VfL einen 21:17 Auswärtssieg einfahren, zu dieser Zeit waren die Wölfe aus Rimpar allerdings nicht in ihrer aktuellen Verfassung. Denn Rimpar gewann die letzten fünf Spiele und kommt mit mächtig Rückenwind in die Hansestadt. Deshlab weiß VfL Coach Torgen Greve: „Rimpar ist in der Lage, im Angriff einen enormen Druck zu erzeugen. Sie sind beweglich und schnell und werden uns alles abverlangen.“

 

Das Topspiel am Samstagabend bestreiten der ASV Hamm-Westfalen und der TUS Ferndorf. Dabei trennen die beiden Teams geografisch nicht nur knapp 120 Kilometer, sondern auch punktemäßig nur zwei Zähler. Der TUS befindet sich mit 29:15 Punkten auf Platz fünf, während das Heimteam aus Hamm mit 27:17 Punkten auf Rang sieben liegt. 

ASV-Trainer Kay Rothenpieler sieht die Stärken des Gegners „vor allem in der mannschaftlichen Eingespieltheit, einem guten Kampfgeist und einem starken Kleingruppenspiel“. Und auch das Hinspiel ging mit 31:26 an Ferndorf.

Zum Heimauftakt des ASV wird eine gute Kulisse von mehr als 2.000 Zuschauern erwartet, welche sicherlich ein hochklassiges Handballspiel erleben werden.

Der TVG möchte in dieser Partie Revanche nehmen für die 22:27 Hinspielniederlage. Dabei sind beide Teams bereits unter Zugzwang, befinden sie sich doch mit 15:29 Punkten auf Rang 17 und 18 in der 2. Handball-Bundesliga.

Mit dabei ist bei den Biebern aus Dessau nach dem Ausfall von Torhüter Philip Ambrosius die Neuverpflichtung Ivan Martinovic und auch Joker Radek Motlik wird in der Untermainhalle erneut auflaufen. 

TVG-Trainer Florian Bauer setzt auf den Heimvorteil: „Wir wissen, dass wir uns auf unsere Fans verlassen können und freuen uns, wenn wieder viele den Weg in die Untermainhalle finden.” Doch auch einige Fans der Biber werden am Samstag in Kleinbussen, die der Verein zu Verfügung stellt, nach Elsenfeld reisen, um das Team um Kapitän Florian Pfeiffer lautstark zu unterstützen und sie zum so wichtigen Sieg anzutreiben.

Die Ausgangsposition ist ziemlich eindeutig: Der Wilhelmshavener HV steht unter Druck und braucht unbedingt Punkte, der TSV Bayer Dormagen will sich weiter von der Abstiegszone in der 2. Handball-Bundesliga lösen. "Das wird ein heißer Tanz", vermutet Dusko Bilanovic, der eine Wilhelmshavener Vergangenheit besitzt. Zwischen 2001 und 2004 trug er das WHV-Trikot schaffte den Aufstieg in die  Bundesliga.

Am heutigen Samstag wird er allerdings alles dran setzen, dass sein Team - der TSV Bayer Dormagen - die Heimreise mit zwei Punkten im Gepäck antreten wird."Wir können mit breiter Brust in den Norden fahren. Schließlich sind wir 2019 ungeschlagen und brauchen uns nicht zu verstecken." gibt sich der TSV-Coach selbstbewusst. 

Der WHV hat trotz drei Neuverpflichtungen in der Pause (Kozlina, Konitz und Grunz) in diesem Jahr noch nicht gewinnen können und musste zuletzt eine bittere 23:26 Pleite in Aue hinnehmen.

Dieses Team aus Aue trifft am heutigen Samstag auf eine Topmannschaft der Liga, den HSC 2000 Coburg. Coburg könnte sich im Falle eines Sieges den zweiten Platz von der HSG Nordhorn-Lingen zurückerobern.

Nach der Niederlage gegen das HSG-Team am vergangenen Wochenende will man schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. „Auch gegen Aue geht es wieder von vorne los. Wir müssen uns aufs Neue eine gute Position erarbeiten und unsere Fans werden dabei sicher mithelfen“, ist sich Jan Gorr sicher. „Wir müssen weiter akribisch arbeiten und an unser relativ gutes Heimspiel gegen die Vikings anknüpfen“, fordert der Übungsleiter eindringlich.

Ein wichtiger Aspekt wird sein, den starken Rückraum der Gäste unter Kontrolle zu halten. Da ist zum einen auf der rechten Rückraumposition Mindaugas Dumcius und auf der linken Seite Benas Petreikis, vergangene Woche neunmal erfolgreich. Petreikis ist bekannt dafür, oft Eins gegen Eins zu gehen. Zwischen den beiden agiert auf der Mittelposition Erik Meinhardt, von dem Gorr sagt: „Den kennen wir gefühlt schon ein halbes Jahrhundert beim EHV.“ Der Spielmacher gehört fast schon zum Inventar der Erzgebirgler und ist oft nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Foto: Piech