16.02.2019  2. Handball-Bundesliga

Der Samstag in der 2. Handball-Bundesliga: Verfolgerduell, Frankenderby und jede Menge Spannung

Gleich sechs Spiele stehen am heutigen Samstag in der 2. Handball-Bundesliga auf dem Programm. Dabei wird es nicht nur in Nordhorn spannend, wenn der Zweite beim Tabellendritten antritt, auch der Ligaprimus wird zuhause gefordert sein und in Rimpar kommt es zum Frankenderby. Zudem empfängt Ferndorf den HSV Hamburg in einem ganz besonderen Heimspiel. Alle Spiele wie immer LIVE auf Handball-deutschland.tv!

Den Start in den zweiten Teil des 22. Spieltages der 2. Handball-Bundesliga bildet die Partie des Erzgebirgischen Handballvereins gegen den Wilhelmshavener HV. Das Team von Trainer Stephan Swat will nach dem 25:25 in Dormagen vergangene Woche unbedingt erneut punkten und den Abstand auf die unteren Ränge weiter vergrößern.

Der WHV hingegen sehnt sich dringend nach einem Erfolgserlebnis. Den letzten Sieg gab es am 12. Spieltag, als man den VfL Lübeck-Schwartau besiegen konnte. Zudem musste man zuletzt vier Niederlagen in Folge einstecken und kam zuhause gegen den TuS N-Lübbecke mit 24:31 unter die Räder. 

Die Vorzeichen für den WHV stehen also denkbar schlecht, umso wichtiger wäre eine gute Leistung in Aue, um den Anschluss an die vorderen Plätze nicht zu verlieren. 

Nachdem die Gallier die schwere Auswärtshürde in Hamburg am vergangenen Spieltag gemeistert haben, steht nun die erste Heimpartie nach der WM-Pause an. Hierzu empfangen die Schwaben den ASV Hamm-Westfalen, der aktuell auf dem fünften Platz in Lauerstellung liegt. „Auch wenn sie im Moment ein bisschen weg sind von den Punkten her, ist Hamm eine der besten Mannschaften in der Liga,“ ist HBW-Trainer Jens Bürkle gewarnt und fügt an: „Das ist eine Mannschaft mit ganz, ganz viel Selbstbewusstsein und Erfahrung“. 

In der heutigen Partie kann es auch zum Debüt vom 22-Jährigen Juan de la Peña kommen. Die Verantwortlichen des HBW wurden nach der schweren Verletzung von Martin Strobel noch einmal auf dem Transfermarkt tätig und sicherten sich die Dienste des spanischen U21 Nationalspielers, der zuletzt beim SC Magdeburg unter Vertrag stand. 

Der ASV Hamm-Westfalen machte unter der Woche ebenfalls mit Transfernews auf sich aufmerksam, als verkündet wurde, dass Merten Krings nach acht Jahren Abwesenheit zur kommenden Saison vom TV Emsdetten zurückkehrt. 

Dies ist allerdings noch in weiter Ferne, denn zunächst steht die mit Spannung erwartete Partie des Fünften beim Ligaprimus aus Balingen an.

Für die Vikings wird das Heimspiel am heutigen Abend das erste Spiel nach Bekanntwerden des Insolvenzantrages. Unter der Woche löste Geschäftsführer Daniel Pankofer die Verträge mit Alexander Ölze, Thomas Bahn (Beide SG Ratingen) und Teo Coric (Metalurg Skopje) auf. Diese Verluste sollen mit Personalien aus den eigenen Reihen aufgefangen werden. 

Trotz des Insolvenzantrages wird nicht aufgegeben, zeigt sich Geschäftsführer Daniel Pankofer sicher: „Wir werden die Rückrunde zu Ende spielen und alles in die Waagschale werfen. Die Zuschauer können sich auf eine hungrige junge Mannschaft freuen, die trotz des wahrscheinlichen Abstiegs alles geben wird, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln.“

Die Gäste aus Emsdetten wollen nach der knappen 27:30 Heimniederlage gegen die Rimparer Wölfe dringend wieder doppelt punkten. Aktuell befinden sie sich auf Rang 12 der Tabelle und sind lediglich drei Punkte vor den Abstiegsrängen. Um diesen weiterhin fern zu bleiben scheint ein Auswärtssieg bei den stark geschwächten Vikings Pflicht zu sein.

Das Duell gegen den Altmeister aus Hamburg ist ein ganz besonderes Heimspiel für die TuS Ferndorf. Denn man tritt nicht in der heimischen Stählerwiese in Kreuztal an, sondern zieht zum zweiten mal nach Gummersbach in die Schwalbe Arena um. 

Bereits eine Woche vor Spielbeginn wurden mehr als 3400 Tickets für das Handballevent verkauft und der Slogan “Ein Dorf zieht um” verwirklicht sich – alleine rund 300 Handballfans steigen in Kreuztal in den Bus-Shuttle, um ihre Mannschaft in der Heimstätte des VfL anzufeuern. 

Auch Trainer Michael Lerscht ist begeistert: “Wir freuen uns, ein Heimspiel vor rund 3500 Zuschauern abliefern zu dürfen. Das ist ein cooles Event. Die Vorfreude innerhalb der Mannschaft ist groß.”

Außer den Langzeitverletzten Julian und Lukas Schneider kann die TuS mit voller Kapelle antreten, beim Gastverein aus Hamburg sieht die Situation dagegen etwas angespannter aus: Neben den Torwarten Justin Rundt und Aron Edvardsson fielen bei der letzten Partie auch die drei Feldspieler Dominik Vogt, Jan Kleineidam und Thies Bergemann verletzungsbedingt aus. Dafür rückte zuletzt Publikumsliebling Stefan Schröder in den Kader.

Zwar kehrt Linksaußen Christopher Rix, der seit dem Weihnachtsspiel wegen einer Oberschenkelverletzung aussetzen musste, am Wochenende zurück auf die Platte, mit Jan Forstbauer hat HSVH-Trainer Jansen allerdings den nächsten Ausfall zu beklagen. Forstbauer knickte unter der Woche im Training um, hat sich dabei den rechten Außenknöchel angebrochen und fällt rund sechs Wochen aus.

Das Topspiel des Samstags ist ohne Frage die Partie zwischen dem Tabellendritten gegen den -zweiten. Im Falle eines Heimsieges könnte die HSG auf einen Punkt an den HSC 2000 Coburg heranrücken. 

„Unter der derzeitigen Konstellation ist es natürlich eine hoch interessante Partie“, schätzt Gorr die Lage vor dem Spitzenspiel ein. Allerdings ist die HSG Nordhorn-Lingen seit Jahren eine Konstante in der Liga und „zu Hause extrem stark“, so Gorr. Nur drei Punkte hat die Spielgemeinschaft bislang in den eigenen Arenen liegen gelassen. Und auch der direkte Vergleich spricht für die HSG Nordhorn-Lingen, denn in Nordhorn gab es für die Coburger bislang überhaupt nichts zu holen. Bei den bisherigen drei Vergleichen musste der HSC stets ohne Punkte die 500 km lange Heimreise antreten.

Und auch aktuell ist die HSG in guter Verfassung: Mit einem 25:28-Auswärtserfolg in Hüttenberg kam man aus der Winterpause zurück. Besonders gut drauf in dieser Partie waren Patrick Miedema und Philipp Vorlicek, die beide je sieben mal ins Schwarze trafen.

Doch auch der heutige Gast aus Coburg ist gut in Tritt gekommen und konnte vergangene Woche beim 37:22 über die Vikings einen Kantersieg einfahren. Mit dabei war dort auch Neuzugang Patrick Weber, der sich gleich drei mal in die Torschützenliste eintragen konnte. Wie viele Tore es am heutigen Abend sein werden, bleibt abzuwarten.

Das erste Heimspiel für die Rimparer Wölfe und dann steht gleich ein echter Kracher an. Der Rivale aus Großwallstadt reist am Samstagabend zum Frankenderby in der s.Oliver Arena an.

Dabei geht es im Derby nicht nur um eine Menge Prestige, sondern auch um wichtige Zähler gegen die Abstiegsplätze. Der TVG könnte diese mit einem Auswärtserfolg verlassen, Rimpar seinerseits mit einem doppelten Punktgewinn in heimischer Arena sich weiter Luft verschaffen.

Dabei befinden sich die Wölfe mit vier Siegen im Dezember und auch dem gelungenen Auftakt in Emsdetten (27:30 Auswärtssieg) aktuell in der Erfolgsspur. Wenn man allerdings den direkten Vergleich der Franken-Teams in Augenschein nimmt, hat der Altmeister aus Großwallstadt die Nase vorne. Von den bisher fünf absolvierten Partien gingen vier an das Team um Toptorschütze Michael Spatz, erst ein Spiel konnte von den Wölfen gewonnen werden.

Foto: Rosenbusch