19.10.2018  2. Handball-Bundesliga

Der Freitagabend winkt mit einem Nachbarschaftsduell

Etwas mehr als 70 Kilometer trennen die Städte Dormagen und Hagen – in der Tabelle der Zweiten Handball-Bundesliga sind es gerade einmal zwei Tore. Am Freitag kommt es zum Duell der beiden Nachbarn. Außerdem empfängt die HSG Nordhorn-Lingen das Tabellenschlusslicht Elbflorenz und der TuS Ferndorf ist bei den Rhein Vikings zu Gast! Alle Spiele überträgt handball-deutschland.tv live

Da wartet ein spannendes Duell auf die Zuschauer im TSV Bayer Sportcenter. „Das ist ein wichtiges Auswärtsspiel für uns. Beide Mannschaften kennen sich sehr gut und auch durch die Nähe wird es ein heißes Spiel“, freut sich Hagens Coach Niels Pfannenschmidt auf die Aufgabe am Freitagabend. Nach starkem Saisonstart ist der VfL mittlerweile auf den zwölften Tabellenplatz abgerutscht. Mit nur zwei Toren Abstand liegt Dormagen direkt dahinter auf Rang 13. Während der Aufsteiger vor allem in den letzten Spielen überzeugte, musste Hagen erst am vergangenen Wochenende eine bittere Niederlage gegen den EHV Aue einstecken. "Die werden versuchen, von Beginn an mit einer gewissen Wut im Bauch zu spielen", warnt TSV-Trainer Ulli Kriebel seine Jungs besonders vor der Anfangsphase der Partie.

Die Hagener wollen Wiedergutmachung. „Wir wollen in Dormagen die Gegenstöße deutlich besser verteidigen als es gegen den EHV Aue der Fall war. Dormagen ist ein unbekümmert aufspielender Aufsteiger mit sehr vielen jungen und gut ausgebildeten Spielern. Die Mannschaft geht ein sehr hohes Tempo“, hat sich Pfannenschmidt eingehend mit seinem Gegner beschäftigt. Personell muss die Eintracht immer noch auf viele Stützen des Teams verzichten: „Stanko Sabljic hat gegen Aue einen Pferdekuss abbekommen, da ist die Einsatzchance bei 50 Prozent. Gleiches gilt für Daniel Mestrum, der an einer Wadenzerrung laboriert. Bartosz Konitz hat die komplette Woche nicht trainiert und Dragan Tubic ist im Training umgeknickt“, weiß Pfannenschmidt fum seine Personalnot, will sich von dieser aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schließlich wartet nach dem Spieltag erst einmal die Nationalmannschaftspause, in der sich seine Mannschaft von den Strapazen der ersten Wochen erholen kann. Bis dahin gilt es aber noch einmal alle Kräfte in die Waagschale zu werfen.

Auch am letzten Spieltag konnte der HC Elbflorenz nicht die erhoffte Trendwende einläuten. Mit 22:24 musste sich der HC dem Dessau-Rosslauer HV geschlagen geben und bleibt mit 2:16 Punkten das Tabellenschlusslicht der Liga. Jetzt heißt es für die Dresdner Ruhe zu bewahren. Nach neun Spieltagen ist die Situation zwar prekär, Grund den Kopf in den Sand zu stecken gibt es aber nicht. Am Freitag wartet mit der HSG Nordhorn-Lingen schon der nächste harte Gegner. An die letzte Partie gegen die Spielgemeinschaft, die momentan den achten Tabellenplatz belegt, hat die Mannschaft von Trainer Christian Pöhler gute Erinnerungen. "Es ist klar, es ist in unserer Situation ein verdammt schweres Spiel. Aber auch mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr haben wir dort nichts zu verschenken. Wir wollen den Nordhornern einen guten Kampf bieten und ihnen das Leben so schwer wie möglich machen", zeigt sich Kreisläufer Norman Flödl vor der Partie optimistisch.

Damals befreite sich der HCE mit einem Sieg aus der Krise. Das würde Elbflorenz auch jetzt gut tun, schließlich fehlt dem Team noch ein Zwei-Punkte-Erfolg in der laufenden Saison. Den Gefallen will die spielstarke HSG ihrem Gegner aber gewiss nicht tun. Drei von vier Heimspielen gewannen die Nordhorner in eigener Halle. Eine Bilanz, die sich sehen lässt und die am Wochenende weiter aufpoliert werden soll. Dafür wollen vor allem der wurfstarke Georg Pöhle aus dem Rückraum und der schnelle Pavel Mickal auf Linksaußen sorgen. 

Der TuS Ferndorf kämpft am Freitagabend zur Primetime im Düsseldorfer Castello gegen die Rhein Vikings, um die Top-Drei-Platzierungen in der Liga. Nach den ersten Punktverlusten siegte der TuS zuletzt wieder in eigener Halle gegen die HSG Nordhorn-Lingen und liegt mit 13:5 Punkten vor dem zehnten Spieltag auf dem vierten Tabellenplatz. Mit einem Sieg gegen die Vikings könnte Ferndorf  für den Moment an den punktgleichen Balingern vorbeiziehen und so den Anschluss an Essen und Coburg auf den ersten beiden Rängen halten. Doch auch wenn es der Blick auf die aktuelle Tabellensituation nicht vermuten lässt: Auf die Ferndorfer wartet eine schwere Aufgabe: "Das Team hat viel Erfahrung, da sind zwar nicht die Riesen im Rückraum wie sie Nordhorn hat, aber einige Spieler haben bereits Erstliga-Erfahrung, das wird eine ganz, ganz harte Nuss”, weiß TuS-Trainer Michael Lerscht um die Stärken der Vikings.

Der HC ist gegen die Siegerländer vor heimischer Kulisse bereits in der Pflicht. Nach der Beurlaubung von Trainer Ceven Klatt hat Jörg Bohrmann das Ruder bei den Neussern übernommen, konnte bislang aber keine Trendwende einleiten. So rangiert der HC weiter mit 3:15 Punkten auf einem unbefriedigenden 19. Tabellenplatz.  Das Team steht zwar in gewisser Weise schon mit dem Rücken zur Wand, doch in der hitzigen Atmosphäre im Castello ist es für jeden Gegner eine schwierige Aufgabe zu bestehen. „Wir sind unserem Fanclub dankbar, dass sie unsere Mannschaft so unterstützen. Wir freuen uns auf Ferndorf und sind gespannt, ob die 300 angekündigten Gästefans den Weg in unsere Halle finden. Wir sind aber überzeugt, dass unser Fanclub für eine stimmungsvolle Partie gerüstet ist und hoffen auf ein tolles Handballfest“, ist Marketingleiter Stefan Hölzel froh auf die Fans der Vikings bauen zu können.

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Foto: Zaunbrecher