11.05.2019  2. Handball-Bundesliga

Abstiegskampf, Duell der Tabellennachbarn und jede Menge Spannung

Nach dem packenden Spiel vom Freitagabend im Kampf um die Tabellenspitze, geht es am Samstag für die Verfolger um die nächsten wichtigen Punkte im Saisonendspurt. Und auch im Abstiegskampf bleibt es spannend: Der WHV, der HC Elbflorenz und Bayer Dormagen wollen mit Big Points raus aus dem Tabellenkeller. Alle Partien des Spieltages zeigt handball-deutschland.tv wie immer live!

Noch zwei Heimspiele stehen für den TuS N-Lübbecke in dieser Saison auf dem Programm. Das erste davon wird am Samstagabend in der Merkur-Arena gegen die Rimparer Wölfe angepfiffen. „Wir freuen uns auf Rimpar. Ich erwarte ein interessantes Spiel.Wir wollen diesmal von Beginn an sehr präsent sein“, so TuS-Trainer Heidmar Felixson in der Pressekonferenz vor der Partie gegen die derzeit auf Rang neun liegenden Wölfe.  

Besonderen Fokus legte der Trainer der „roten Teufel“ in der letzten Woche auf die Abwehrarbeit seines Teams, die er am letzten Spieltag beim 35:29-Sieg über die Rhein Vikings über weiter Strecken vermissen musste.  „Die Aggressivität in der Deckung ist nun einmal immens wichtig, darüber haben wir auch intensiv gesprochen“, hofft Felixson gegen die technisch versierten und wurfstarken Wölfe auf eine Leistungssteigerung und mehr Stabilität in der Defensive. TuS-Rückraumakteur Lukasz Gierak will vor allem wieder mannschaftlich geschlossener auftreten und sowohl vorne als auch hinten mehr investieren, um den heimischen Fans den Samstagabend mit einem Sieg zu versüßen.

Die Wölfe wollen ihrerseits kurz vor Saisonende noch einmal einen Aufwärtstrend einleiten. Nach einem überragenden Dezember geriet der DJK-Motor in den vergangenen Monaten etwas ins Stocken. Für das Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“  wären zwei Punkte in Lübbecke von großer Bedeutung, zumal die Grün-Weißen aus dem letzten Spiel in Lübbecke noch eine Rechnung offen haben: Damals mussten sie sich mit einer Zwölf-Tore-Niederlage auf die Heimreise machen. Das soll am Samstag besser werden!

 

Vor einer schwierigen Auswärtsaufgabe steht der VfL Lübeck-Schwartau. Der Tabellenfünfte ist am Samstag beim TV Emsdetten zu Gast, der momentan auf Tabellenplatz 13 liegt. In den direkten Duellen der beiden Teams stehen bislang drei Siege, ein Unentschieden und neun Niederlagen für den VfL Lübeck-Schwartau zu Buche.  Einen der Siege feierte der VfL im Hinspiel dieser Saison, als die Lübecker die Mannschaft von Daniel Kubes mit einem 30:24 nach Hause schickte. Damals flüchtete sich der TVE-Coach aufgrund von großer Personalnot nach der Partie in Galgenhumor: „Wir sind zwar mit dem Mannschaftsbus gekommen, ein Bulli hätte aber gereicht.“  Die Personalsituation sieht vor der heutigen Partie deutlich entspannter aus, Bauchschmerzen dürfte Kubes eher die Tabellenkonstellation in der Zweiten Handball-Bundesliga bereiten. Sein TVE hat derzeit nur fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz – alles andere als beruhigend. Daher erwartet VfL-Trainer Gerrit Claasen einen besonders harten Test für seine Männer: „In Emsdetten zu spielen ist keine leichte Aufgabe – für keine Mannschaft. Der TVE ist in dieser Saison nicht so konstant wie gewohnt, aber das lässt keine gesicherten Rückschlüsse auf ihre Verfassung zu. Sie verfügen über einen kreativen Angriff und eine aggressive Deckung. Wenn sie beide Komponenten in das Spiel einbringen, ist es für jeden Gegner schwer, erfolgreich zu spielen.“

Die Hansestädter reisen mit dem guten Gefühl des letzten Heimsieges gegen Essen nach Emsdetten, weswegen Torwarttrainer Jörg Engelhardt vor dem Spiel beim TVE ein positives Fazit zieht: „Wir müssen im Vergleich zum Spiel gegen Essen kaum etwas verändern. Wir haben einen guten Lauf. Gleichzeitig ist das allerdings auch unsere größte Herausforderung, denn die Leistung Woche für Woche wieder abzurufen, ist kein Selbstläufer. Dennoch bin ich optimistisch, dass uns das auch gegen Emsdetten gelingt.“

 

 

 

Abstiegskampf pur erwartet die Fans des TSV Bayer Dormagen in der Partie ihres Teams gegen den HC Elbflorenz. Eigentlich standen für die junge Dormagener Mannschaft vor einigen Wochen noch alle Vorzeichen auf sicherem Klassenerhalt, doch fünf sieglose Spiele in Folge zogen den TSV noch einmal tief in den Abstiegsstrudel hinein. Rang 14 und nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz setzen Dormagen vor der Partie gegen den direkten Verfolger aus Dresden gehörig unter Druck.

Der HCE ist diesen schon seit längerer Zeit gewohnt: Erst in den letzten Wochen schaffte Elbflorenz mit dem neuen Trainer Rico Göde die Trendwende. Dresdens Kreisläufer Henning Quade äußerte sich daher stellvertretend für seine Mannschaft voller Selbstbewusstsein vor dem anstehenden Duell: „Dormagen ist eine junge hungrige Truppe mit einem erfahrenen Bartmann im Tor. Nach der Hinspielniederlage haben wir noch etwas gutzumachen! Doch was das Trainerteam um Rico in den letzten Wochen in den Trainingseinheiten mit unserer Mannschaft bewirkt hat, haben die letzten erfolgreichen Punktgewinne gezeigt. So werden wir auch an dieses schwere Auswärtsspiel mit viel Teamgeist, Emotionen, Spaß und einer kämpferischen Einstellung gehen. Die Hoffnung und der Glaube an die eigene Fähigkeit sind zurück.“

Dabei sollte der HCE vor allem ein Augenmerk auf Dormagens wieselflinken Tim Wieling werfen, der mit 217 Treffern zweitbester Torschütze der Liga ist. Neben ihm zeigten aber auch die Rückraumspieler Benjamin Richter (113 Tore) und Lukas Stutzke (144 Treffer) zuletzt starke Leistungen. Mit einem vollen TSV Bayer Sportcenter im Rücken werden sie alles dafür tun einen entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen.

 

Vor einem wichtigen Heimspiel steht die Mannschaft des Wilhelmshavener HV. Die Nordlichter stecken mitten im Abstiegskampf und empfangen am Samstagabend in der Nordfrost-Arena den Tabellenachten TuS Ferndorf. 22:44 Punkte reichen für den WHV nur zum 19. Platz, trotzdem ist noch alles drin. Gerade einmal drei Punkte trennt das Team von Trainer Christian Köhrmann vom rettenden Ufer. Ein Heimsieg gegen die in dieser Saison stark auftretenden Siegerländer wäre im Kampf um den Klassenerhalt ein echter Meilenstein.

Das weiß auch Ferndorfs Trainer Michael Lerscht: „Wilhelmshaven befindet sich mitten im Abstiegskampf und will am Samstag unbedingt gegen uns gewinnen, um den Ligaerhalt noch zu schaffen. Wir können uns auf eine kämpferische Partie freuen.“ Denn auch seine Mannschaft möchte nach einem verpatzten letzten Spieltag wieder doppelt punkten. Trotz großem Kampf verlor der TuS in der Stählerwiese mit 28:29 gegen den EHV Aue. Mit einem Auswärtssieg in Niedersachsen soll jetzt der einstellige Tabellenplatz gefestigt werden.

Während der TV Hüttenberg mit 32:34 Punkten und einem Erfolg in eigener Halle sicher für die nächste Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga planen könnte, geht es für den HSV Hamburg noch um überlebenswichtige Zähler im Kampf um den Ligaverbleib. Der elfte Platz (30:26 Punkte) hört sich zwar gut an, ist aber bei der engen Tabellenkonstellation noch nicht genug, um sich darauf auszuruhen. Aber nicht nur das: In den Köpfen der Hamburger schlummert noch immer die schwache Vorstellung im aus dem Hinspiel, in dem das Team von Torsten Jansen mit einem 8:20 in die Halbzeit geschickt wurde. In der zweiten Hälfte kämpften sich die Hansestädter zwar noch einmal auf ein 25:31 heran, blieben von einem Punktgewinn aber weit entfernt.

Dass die Formkurve des HSV nach oben zeigt, bewies die Mannschaft zuletzt beim überraschenden Sieg gegen den Aufstiegsaspiranten Coburg, der sensationell mit 30:24 auf die Heimreise geschickt wurde.

Favoriten schlagen kann aber auch der TV Hüttenberg: Die Hessen bezwangen in dieser Saison unter anderem Tabellenführer Balingen-Weilstetten. Dabei verlassen kann sichvder TVH immer auf seine Top-Torschützen Markus Stegefelt, Ragnar Johannsson und Björn Zintel, die alle schon die 100-Tore-Marke in dieser Saison knacken konnten. Im Duell der Tabellennachbarn ist kein Team der Underdog – es bleibt abzuwarten, wer nach der Partie als Sieger vom Feld gehen wird.

Foto: Koenig