28.02.2019  2. Handball-Bundesliga

Jo Gerrit Genz im 2 HBL-Faninterview: "Es fühlt sich richtig an, hier zu bleiben."

Jo Gerrit Genz ist Leistungsträger beim TuS N-Lübbecke in der 2. Handball-Bundesliga. Mit dem Team läuft es in dieser Runde dennoch holprig, denn der Absteiger aus der DKB Handball-Bundesliga hat sich für die Saison deutlich mehr vorgenommen. Im 2HBL-Faninterview spricht der Linkshänder unter anderem über die eigene Erwartungshaltung und seine Vertragsverlängerung.

Hallo Gerrit. Danke, dass du dir für das 2 HBL-Faninterview Zeit nimmst. Uns wurde gesagt, dass dein früherer Spitzname 'Stöpsel' war. Woher kommt denn der Name?

Das ist echt schon lange her. Das müsste noch zu Gummersbacher oder Oberwiehler Zeiten gewesen sein. Als Jugendspieler durfte ich damals bei den Aktiven mittrainieren und war im Training der Kleinste und Schmächtigste.  So kam dann der Spitzname 'Stöpsel'. Aber was mich viel mehr interessiert, ist, wer diese Frage gestellt hat (lacht)?

Nennt dich heute immer noch jemand so?

Nein, definitiv nicht.

Wie lange spielst du denn schon Handball?

Handball spiele ich seit dem ich fünf Jahre alt bin. Begonnen habe ich damals in einer „Wurf- und Fanggruppe“ meines Heimatvereins in Oberwiehl.

Was geht dir vor einem Spiel alles durch den Kopf?

Mir geht vor dem Spiel relativ wenig durch den Kopf. Zu viele Gedanken sind auch Quatsch und klemmen die eigenen Leistungen ein.

Wie gefällt es dir hier in Lübbecke?

Das ist ein Kontrastprogramm zum Stadtleben, was ich vorher kannte. Insgesamt gefällt mir trotzdem die Gemütlichkeit des Landes und ab und zu auch seine Ruhe zu haben. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass man nach drei Jahren viele Gesichter hier wiedererkennt (lacht).

Wie findest du eure Fans?

Unsere Fans unterstützen uns auch in schwierigen Phasen. Dass nach der bescheidenen Hinrunde ein ganzer Fanbus mit nach Wilhelmshaven fährt ist einfach top und zeigt die Verbundenheit. In der Merkur Arena kann es ganz schön laut werden.

Wer ist dein Lieblings-Teamkollege und warum?

Peter Strosack: Er zählt seit Jahren zu meinen besten Freunden und ich habe viel mit ihm erlebt. Da lege ich aber lieber den Mantel des Schweigens drüber (lacht). Er lacht über die gleichen Dinge wie ich und ist mehr als ein Mitspieler.

Mit welchen Spielern aus anderen Vereinen verstehst du dich gut?

Zu meinen besten Freunden gehören auch Simon Ernst von den Füchsen Berlin, Moritz Preuss vom VfL Gummersbach und Patrick Hüter aus Dormagen. Das sind alles Jungs, die schon seit Jahren genau auf meiner Wellenlänge sind und mit denen ich wirklich, wirklich viel erlebt habe. Würden Sie mich nachts um drei Uhr anrufen, damit ich sie abhole, würde ich aber nicht rangehen (lacht). Sie genauso wenig bei mir.

Wie groß sind eure Hoffnungen noch auf den Aufstieg?

Ganz ehrlich… minimal. Vom Aufstieg sind wir weit entfernt.

Woran liegt es, dass ihr noch so unkonstant auftretet?

Aktuell habe ich selber keine optimale Antwort auf diese Frage. In zu vielen Spielen verunsichert uns in gewissen Spielphasen unsere eigene Schwankung. Wir haben eine enorme Qualität im Kader, aber das hilft uns alles nichts, wenn wir es nicht gemeinsam auf die Platte kriegen. Natürlich wird die breite Brust, mit zunehmendem Misserfolg, kleiner.

Sehen wir dich nächstes Jahr auch noch im TuS-Trikot?

Seit heute ist bekannt, dass ich meinen Vertrag beim TuS bis 2020 verlängert habe. Für mich fühlt es sich richtig an hier zu bleiben um mich weiterzuentwickeln, auch wenn die sportliche Situation aktuell nicht so rosig aussieht. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns da rauskämpfen. Deswegen bleibe ich beim TuS.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann nochmal für den TSV Bayer Dormagen aufzulaufen?

Dormagen hat damals viel Spaß gemacht….Vielleicht.

Was sind deine Ziele in der Zukunft?

Ich möchte weiterhin gesund zu bleiben, Handball in der DKB Handball-Bundesliga spielen und so oft wie möglich am Ende des Tages mit meiner Leistung zufrieden sein.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bild: Krato