11.02.2019  2. Handball-Bundesliga

Balingen erkämpft Auswärtssieg in Hamburg

Der Handball Sport Verein Hamburg hat das erste Spiel des Kalenderjahres gegen den Tabellenführer Balingen-Weilstetten verloren. Mit 23:28 (13:15) musste sich das Team von Trainer Torsten Jansen geschlagen geben, bot dem Favoriten aber lange die Stirn und musste HBW erst am Ende davonziehen lassen.

Vor 3.570 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle Hamburg hat der Handball Sport Verein Hamburg am 21. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga sein erstes Pflichtspiel in diesem Jahr lange spannend gehalten und dem Favoriten aus Balingen-Weilstetten ein hartes Stück Arbeit beschert. Nach frühem Rückstand gelang es den Hamburgern in der zweiten Halbzeit, für einige Minuten in Führung zu gehen, in der Schlussphase konnten sich die Gäste nach individuellen Fehlern aber entscheidend absetzen und das Spiel für sich entscheiden.

Balingen hat zu Beginn die Nase vorn

Ein verworfener Siebenmeter der Gäste aus Baden-Württemberg eröffnete das Spiel und gab dem HSVH die Chance zur ersten Führung in der Partie, die allerdings ungenutzt blieb. So konnte Balingen sich in den ersten Minuten direkt mit zwei Toren absetzen (0:2, 2. Min). Erst mit einem Siebenmeter-Tor von Lukas Ossenkopp (3., 1:2) meldete sich auch der HSVH im Spiel an. Die Führung der Balinger hatte dann bis zum Pausenpfiff bestand und schwankte im Verlauf der ersten 30 Minuten zwischen einem und drei Toren hin und her. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Kapitän Ossenkopp in der 12. Minute schafften die Hamburger es trotz diverser Möglichkeiten nicht, den Ausgleich zu erzielen. Dank eines schlitzohrigen Tores von Stefan Schröder, der mit dem Halbzeitpfiff einen Einwurf direkt ins Tor warf, gingen beide Mannschaften mit einer Differenz von zwei Treffern in die Kabinen (13:15).

HSVH gibt erkämpfte Führung wieder her

Nach dem Seitenwechsel kehrte Ossenkopp auf die Platte zurück und ging in den Folgeminuten voran: Erst erzielte er per Siebenmeter den Anschlusstreffer zum 15:16 (35.), dann den Ausgleich zum 16:16 (36.) und dann sogar das erste Führungstor der Partie zum 17:16 (38.). Die ausverkaufte Halle tobte, nachdem sie den HSVH in dieser Phase als achter Mann nach vorne peitschte. Der Lauf von 6:1-Toren von der 34. bis zur 43. Minute bescherte dem Team von Torsten Jansen beim 19:17 sogar eine Zwei-Tore-Führung, die die Zuschauer schon auf eine Sensation hoffen ließ. Die Führung hatte allerdings nur kurz Bestand, denn der Ausgleichstreffer zum 20:20 (48.) war der Auftakt für einen 5:0-Lauf der Balinger, die einfache Ballverluste der HSVH-Offensive gnadenlos bestraften und so innerhalb von vier Minuten mit einer Vier-Tore-Führung für die Vorentscheidung sorgten (20:24, 52.). Der HSVH kämpfte zwar weiter, kam aber nicht mehr näher als drei Tore heran (23:26, 58.) und konnte in den Schlussminuten die Niederlage nicht mehr abwenden. Die starke Gegenwehr gegen ein absolutes Top-Team, das kurzzeitig am Rande einer Niederlage stand, macht dem HSVH aber berechtigte Hoffnungen, das schwere Auswärtsspiel am kommenden Samstag beim TuS Ferndorf (in Gummersbach) positiv gestalten zu können.

Torsten Jansen: "Vielen Dank für diese Wahnsinns-Kulisse und dafür, wie ihr uns unterstützt habt! Es hätte heute auch anders ausgehen können. Wir machen leider in der entscheidenden Phase einfache Fehler, „Unforced Errors“ wie man im Tennis-Jargon sagen würde. Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend für uns, weil wir heute viel investiert haben, um dem Spitzenreiter ein Bein stellen zu können. Es sah dann ja auch ganz gut aus, bevor wir uns dann leider nicht für unsere gute Arbeit belohnen konnten."

Jens Bürkle: "Es war lange ein offene Partie. Wir haben es in der ersten Halbzeit verpasst, uns deutlich abzusetzen. Da hatten wir ein paar Mal die Chance, auf vier oder fünf Tore wegzugehen, machen dann aber ein paar Fehler zuviel, so dass Hamburg dann mit einem guten Gefühl in die Halbzeit geht. Und wir hatten da eher ein beschissenes Gefühl. Und dann waren wir bis zu zwei Tore hinten in der Mitte der zweiten Halbzeit und da hat Hamburg es wirklich gut gemacht. Dass wir dann aber so zurückkommen, macht mich sehr stolz. Besonders vor dieser fantastischen Kulisse. Vielen Dank an die Zuschauer, sowas erleben wir nicht oft. Für uns war es sehr schön heute und wir machen in der entscheidenden Phase einfach ein paar Dinge richtig, verteidigen gut und klauen eins, zwei wichtige Bälle und setzen ganz entscheidende Treffer."

HSV Hamburg: Marcel Kokoszka, Lukas Baatz (TW) - Stefan Schröder 2, Pelle Leo Fick, Blazenko Lackovic 2, Leif Tissier, Niklas Weller 4, Lukas Ossenkopp 5/3, Dominik Axmann, Marius Fuchs 1, Philipp Bauer 6, Jan Forstbauer 2, Finn Wullenweber 1, Kevin Herbst

HBW Balingen-Weilstetten: Jonas Baumeister, Tomas Mrkva, Vladimir Božić (TW) - René Zobel 4, Marcel Niemeyer 4, Romas Kirveliavicius 3, Matthias Flohr 2, Jannik Hausmann 4, Gregor Thomann 6/1, Lars Friedrich, Tim Nothdurft, Oddur Gretarsson 3/1, Niklas Diebel, Jona Schoch 1, Diogo Oliveira, Lukas Saueressig 1

Quelle: HSV Hamburg

Foto: Huter