21.12.2018  2. Handball-Bundesliga

Zehn Zahlen und Fakten zum 19. Spieltag

Nicht nur Weihnachten steht vor der Tür, sondern auch der letzte Hinrunden-Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga. Die Frage nach der Herbstmeisterschaft spitzt sich zu. Mit dem HSC 2000 Coburg und dem HBW Balingen-Weilstetten können noch zwei Teams den inoffiziellen Titel holen. Wer macht das Rennen? Hier sind die zehn Zahlen und Fakten zum 19. Spieltag:

Vor der Saison zählten sich sowohl der ASV Hamm-Westfalen, als auch der VfL Lübeck-Schwartau zu den Aufstiegskandidaten. Am Ende der Hinrunde müssen die zwei Clubs feststellen, dass es momentan nicht für einen Aufstiegsplatz reicht. Mit momentan sieben Punkten Rückstand auf das Spitzenduo hinken sie den eigenen Erwartungen etwas hinterher und gehören "nur" zur Verfolgergruppe. Ein Sieg im direkten Duell wäre für eine mögliche Aufholjagd in der Rückrunde dennoch von enormer Wichtigkeit.

Im Spiel zwischen dem HC Rhein Vikings und dem TSV Bayer Dormagen geht es gleich doppelt zur Sache. Beide Mannschaften stehen auf einem Abstiegsplatz und sind unter Zugzwang. Doch auch auf emotionaler Ebene ist die Partie besonders, die Derbystimmung schon im Vorfeld greifbar. Bedingt durch die unmittelbare Nähe der Spielorte beider Vereine – gerade einmal elf Kilometer trennen das Castello vom linksrheinischen TSV Bayer Sportcenter – haben auch manche Spieler und Betreuer eine Vergangenheit beim Gegner. Auf Seiten der Gäste trifft neben Ian Hüter, der in der Jugend für den Neusser HV auflief, auch Heider Thomas auf seine Ex-Kollegen. Der Rückraumspieler wechselte vor der Saison zum Ligakonkurrenten aus Dormagen, sein Einsatz ist jedoch fraglich, da er an einer Leistenverletzung laboriert. Im Trikot der Vikings gibt es für Felix Handschke ein Wiedersehen mit seinem Jugendclub. Der heute 28-jährige durchlief von 2003 bis 2007 die Jugendmannschaften des TSV. Noch nicht so lange zurück liegt hingegen das Engagement von Vikings-Trainer Jörg Bohrmann bei den Gästen. Insgesamt zehn Jahre lang war der Lehrer in Dormagen tätig, führte unter anderem die B-Jugend 2012 zum ersten deutschen Meistertitel einer TSV-Mannschaft, prägte das Nachwuchsleistungszentrum und übernahm anschließend die erste Mannschaft, die er bis 2016 zu zwei Drittliga-Meisterschaften führte.

Tabellarisch gesehen trennen den HBW Balingen-Weilstetten und den TV Großwallstadt Welten. Der HBW Balingen-Weilstetten kämpft um den Aufstieg, während der TV Großwallstadt mitten im Abstiegskampf steckt. Ganze 16 Punkte trennen die zwei Clubs. In einer Statistik sind sie dennoch ganz dicht beieinander. Denn obwohl der TVG im Abstiegskampf steckt, am Angriff liegt es nicht. Der Aufsteiger hat in 18 Spielen 501 Tore geworfen und verfügt über den achtbesten Angriff der Liga. Der HBW Balingen-Weilstetten hat nur 24 Tore mehr geworfen als der TVG. Mit 525 Toren rangieren die Galler von der Alb in dieser Statistik auf Platz Drei.

Lange Zeit war im Spiel der DJK Rimpar Wölfe der Wurm drin. Unerwarteterweise fanden sich die Wölfe über Wochen hinweg im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga wieder. Dort sind sie zwar immer noch nicht ganz raus, doch die Formkurve zeigte in den letzten Wochen deutlich nach oben. Von den letzten fünf Spielen konnten die Würzburger drei Stück gewinnen. Unter anderem der Sieg gegen den TuS N-Lübbecke schenkte Rimpar viel Selbstvertrauen.

Die HSG Nordhorn-Lingen spielt eine überragende Saison. Mit dem Sieg gegen Dormagen letzte Woche kletterten die Rot-Schwarzen auf Platz Vier und liegen mit fünf Punkten Rückstand auf das Spitzenduo in Schlagdistanz. Nicht nur deshalb stehen die Chancen auf einen Sieg gegen den Wilhelmshavener HV gut. Gegen die Norddeutschen hat die HSG von den letzten fünf Partien kein einziges verloren. Drei Spiele konnte Nordhorn sogar gewinnen. Geht die Serie weiter?

Der HC Elbflorenz 2006 hat den zweitschlechtesten Angriff der Liga. 439 Tore in 18 Spielen unterbietet lediglich der HC Rhein Vikings. Doch die Abwehr der Dresdner ist stark. Mit gerade einmal 463 Gegentoren stellt der HC die achtbeste Verteidigung der 2. Handball-Bundesliga. Zum Vergleich: Der kommende Gegner TV Emsdetten hat 82 Gegentreffer mehr bekommen. Mit 545 Gegentoren verfügt der TVE über die schlechteste Abwehr der gesamten Liga.

Der 19. Spieltag bietet nicht nur ein, sondern gleich zwei Derbys in der 2. Handball-Bundesliga. Wenn der VfL Eintracht Hagen zum TuS Ferndorf reist, ist hitzige Derbystimmung vorprogrammiert. Für die Eintracht geht es in Kreuztal vor allem darum, die gute Leistung aus dem Spiel gegen Balingen zu wiederholen, in der hitzigen Derby-Stimmung einen kühlen Kopf zu bewahren und mit einem Sieg wieder mehr Abstand zu den Abstiegsrängen herzustellen. Zudem könnte der VfL Eintracht Hagen die erste Mannschaft sein, die in dieser Saison in der Sporthalle Stählerwiese gewinnen kann. „Wir freuen uns alle riesig auf das Derby. So kurz vor Weihnachten ist das eine tolle Sache. Die Jungs brennen auf dieses Spiel“, verrät Pfannenschmidt.

Damit hätten vor der Saison vermutlich nur die Wenigsten gerechnet. Ein Spieltag vor Ende der Hinrunde trennen den TuS N-Lübbecke und den EHV Aue gerade einmal drei Punkte. Vor allem der EHV spielt bisher eine starke Saison und konnte sich bislang von der Abstiegszone entfernt halten. Mit Platz Neun sind die Auer zufrieden und sind sogar in Reichweite für höhere Aufgaben.

Es lief alles so gut beim TUSEM Essen. Bis zum 15. Spieltag lagen die Essener auf einem Aufstiegsplatz und spielten eine starke Hinrunde. Dann kam jedoch das Spiel gegen den TV Großwallstadt und mit ihm die Wende. Erst verlor der TUSEM das Spiel gegen den Aufsteiger, dann gingen auch die folgenden drei Spiele verloren. Vier Niederlagen am Stück musste Essen einstecken und rutschte bis auf Platz Fünf zurück. Der Aufstieg ist bei sechs Punkten Rückstand vorerst in weite Ferne gerutscht. Gegen den Handball Sport Verein Hamburg muss die Wende gelingen. Sonst könnte der Rückstand noch weiter anwachsen.

Was der HSC 2000 Coburg in dieser Saison zeigt, ist einfach nur stark. Die Franken waren über die komplette Hinrunde die konstanteste Mannschaft und stehen verdient auf dem ersten Tabellenplatz. Nur noch einen Schritt ist der HSC von der Herbstmeisterschaft entfernt. Mit einem Sieg beim Dessau-Roßlauer HV würden die Coburger eine starke Hinrunde mit dem inoffiziellen Titel krönen.

Bild: Rosenbusch