25.08.2017  2. Handball-Bundesliga

Die 2. Handball-Bundesliga im Aufstiegscheck

Der Super Cup am Mittwoch war nicht nur der endgültige Startschuss für die neue Saison in der stärksten Liga der Welt. Auch in der 2. Handball-Bundesliga beginnt endlich wieder der Kampf um den Aufstieg und gegen Abstieg. Das sind die größten Favoriten für eine Top-3-Platzierung.

Die Saison 2017/18 verspricht gewohnt hohe Intensität und jede Menge Spannung: Ein unglaublich ausgeglichenes Leistungsniveau, jede Menge Derbys, Nachwuchsspieler und Junioren-Nationalspieler auf dem Weg zu Leistungsträgern und alte Hasen, die mit ihrer Erfahrung noch immer ein Spiel entscheiden können. Das ist die unwiderstehliche Mixtur der 2. Handball-Bundesliga.

Auch wenn in der 2. Liga zwar traditionell gilt, dass jeder jeden schlagen kann, ragen doch fünf Klubs nach der Vorbereitung ein klein wenig aus der Masse heraus – und wollen mit aller Macht (zurück) in die stärkste Liga der Welt: Die größten Aufstiegsfavoriten.

Bergischer HC

Unglücklicher als der BHC kann man nicht absteigen. Nach vier Jahren in der DKB Handball-Bundesliga erwischte es die Löwen in der Vorsaison nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz im Vergleich zum Lokalrivalen VfL Gummersbach. Das Saisonziel lautet deswegen ganz klar: Direkter Wiederaufstieg. Im DHB-Pokal bewies der BHC bereits eine starke Frühform und schmiss Bundesliga-Aufsteiger Hüttenberg aus dem Wettbewerb. Auch die Vergangenheit spricht für das Hinze-Team: Bereits nach dem Abstieg 2011/12 ging es im darauf folgenden Jahr sofort wieder eine Liga höher.

HBW Balingen-Weilstetten

Die Gallier von der Alb galten nach elf Jahren in Folge in der DKB Handball-Bundesliga quasi als unabsteigbar. Platz 17 im Vorjahr war dann aber doch gleichbedeutend mit dem Gang in die 2. Handball-Bundesliga. Einige Stars wie Pascal Hens, Yves Kunkel oder Davor Dominikovic haben den Klub verlassen, dennoch hat der Balinger Kader noch immer Bundesliga-Format. Mit Valentin Spohn (SG Leutershausen), Jona Schoch (FRISCH AUF! Göppingen) und Gregor Thoman (HSG Konstanz) sind junge hoffnungsvolle deutsche Spieler zum Team gestoßen, die im Zusammenspiel mit den Routiniers Martin Strobel und Martin Flohr zu absoluten Stützen wachsen können.

HSG Nordhorn-Lingen

Schon in der Vorsaison bewies der ehemalige EHF-Pokalsieger seine Konstanz in der 2. Handball-Bundesliga. Die Nordlichter zählen seit dem Abstieg 2008/09 immer zu den Top-Teams der Liga, in diesem Jahr könnten sie nach zuletzt zwei achten Plätzen noch einen Sprung nach vorne in Richtung Top 3 machen. Trainer Heiner Bültmann hielt sein Team größtenteils zusammen, Lasse Seidel kam für Linksaußen vom TuSEM Essen. Im DHB-Pokal hatte die HSG die Füchse Berlin am Rande der Niederlage, musste sich erst nach der Verlängerung (27:27, 31:34) geschlagen geben.

DJK Rimpar Wölfe

Ohne die großen Superstars, aber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und jeder Menge Teamspirit schrammten die Rimparer Wölfe in der Vorsaison nur denkbar knapp am Aufstieg vorbei. Am Ende fehlte auf Platz 4 nur ein Punkt auf Friesenheim. Trainer Matthias Obinger hielt sein Team über den Sommer zusammen, Rimpar dürfte deswegen zu den eingespieltesten Truppen der Liga gehören – und hat mit Torwart Max Brustmann, Routinier Benjamin Herth und Shooter Patrick Schmidt, der mit 244 Toren den zweiten Rang in der Torschützenliste der Vorsaison belegte, Spieler mit MVP-Potenzial im Kader.

HSC 2000 Coburg

Ein Absteiger aus der stärksten Liga der Welt zählt im kommenden Jahr automatisch zu den Aufstiegskandidaten in der 2. Handball-Bundesliga – so auch der HSC 2000 Coburg. Das Abenteuer in der DKB Handball-Bundesliga war aus Sicht der Oberfranken viel zu früh vorbei. Jetzt wollen Cheftrainer Jan Gorr und Co. schnellstmöglich wieder zurück. Mit Steffen Coßbau und Nico Büdel hat Coburg zwar zwei schmerzhafte Abgänge zu verkraften. Trotzdem dürfte die Erstliga-Erfahrung der übrigen Akteure um Florian Billek, Romas Kirveliavicius und Co. ein großes Pfund im Aufstiegskampf werden. Schon im DHB-Pokal ärgerte Coburg den Bundesligisten VfL Gummersbach bis zur letzten Minute.