24.12.2021  2. HBL

Dormagen stoppt Favorit Nordhorn und beendet Sieglosserie

Ganze elf Partien lang musste der TSV Bayer Dormagen auf einen Sieg warten. Ausgerechnet im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen, gehört zum Kreis der Aufstiegsaspiranten, sollte am gestrigen Abend der so wichtige Befreiungsschlag gelingen. Mit 23:19 (9:10) behielten die Gastgeber die Oberhand und sammelten überlebenswichtige Punkte im Abstiegskampf.

Die Personalsituation unserer Mannschaft hatte sich vor dem vorletzten Spiel des Jahres beim aktuellen Tabellen-Vorletzten (zwei Spiele weniger) im Vergleich zu den beiden vergangenen Partien nicht verändert. Aus bekannten Gründen fehlten weiter Terwolbeck, Miedema, Seidel und Buhrmester – Letzterer war zum Support seiner Mannschaft immerhin wieder mit in der Halle. Der HSG-Kader im TSV Bayer Sportcenter von Dormagen – gut 20 km südlich von Düsseldorf – sah genauso aus wie zuletzt beim Heimsieg gegen Dessau.

Bei den Wieseln, die in der laufenden Spielzeit personell auch schon arg gebeutelt wurden, kehrte Kreisläufer Mast zurück, der zuletzt gefehlt hatte. Zudem stand Linksaußen Reuland nach seinem Kreuzbandriss heute zum ersten Mal in dieser Saison im Kader. Über den erfolgreichsten TSV-Torschützen der Vorsaison, Benjamin Richter, hatten wir schon berichtet: Aus beruflichen Gründen war er im Sommer zu seinem Heimatverein zurückgekehrt (3. Liga), doch wegen der dortigen Winterpause kürzlich für fünf Partien zurückverpflichtet worden – wie noch ein weiterer Drittligaspieler. Trainer Dusko Bilanovic hatte also deutlich mehr Alternativen als noch Wochen zuvor.

Und damit live ... rein ins Spiel:

Erstes Tor für den Gastgeber, erster Ballverlust und erste Zeitstrafe für den Gast (de Boer): Dormagen führt in Überzahl mit 2:0 – kein guter Start. Die HSG verteidigt offensiv, doch es nützt nichts: 3:0. In der 7. Minute gelingt den Roten endlich ihr erster Treffer: Julian Possehl macht da weiter, wo er vor vier Tagen aufgehört hat. Der Anschlusstreffer gelingt Mickal von Linksaußen per schönem Heber. Ravensbergen hält – Chance zum Ausgleich ... genutzt! Pöhle trifft sehenswert aus dem Rückraum: 3:3 (12.).

Besser kommt es – trotz mehrerer Gelegenheiten – zunächst nicht. Denn Juzbsasic hält schon seinen dritten Ball und der TSV trifft nach elf eigenen torlosen Minuten von der 7-Meter-Linie zur neuerlichen Führung. Daniel Kubes kann mit seinem Team – insbesondere im Angriffsverhalten – noch nicht zufrieden sein und nimmt die Auszeit (18.). Dann trifft RW8 von Rechtsaußen zum ersten Mal: 4:4.

5:4. 5:5 durch Possehl. 6:5. 6:6 durch Possehl. Jetzt geht’s hüben und drüben schnell. 7:6. 7:7 vom Kreis durch einen „typischen“ Heber von de Boer. Nächste Chance zur Führung ... Yes! Mickal trifft von Linksaußen: 7:8 (24.). Es folgt der erste erfolgreiche Tempogegenstoß durch Wasielewski und die Roten führen erstmals mit +2. Besser läuft es seit der Auszeit – und die nimmt nun seinerseits der Trainer der Gastgeber in Blau (25.).

Zweite Zeitstrafe für die HSG: Wasielewski muss auf die Strafbank, der TSV verkürzt direkt. Nun spielt Visser auf Rechts, denn Webers Spiel ist es bis jetzt leider noch nicht. Dormagen gleicht wieder aus. Dann wird Torbrügge von Stegefelt freigespielt und trifft vom Kreis. Mit 9:10 aus der Sicht der Gastgeber geht es in die Pause. Julian Possehl hat in diesem torarmen Spiel bis dato als Einziger dreimal getroffen. Interessant in der Statistik: Die HSG hat nur ein Tor aus dem Rückraum erzielt (TSV vier), die Zahl der technischen Fehler ist mit zwei gering (TSV acht). Wir freuen uns auf die zweite Halbzeit.

Und die beginnt jetzt: 

Und zwar zunächst gut: Stegefelt eröffnet mit dem 9:11. 10:11 im Gegenzug. Stegefelt trifft erneut spektakulär, doch Dormagen kontert einmal mehr direkt. Die nächste Zeitstrafe (Possehl) gibt’s on top. Die Unterzahl währt nicht lange, dann muss zum ersten Mal auch ein Blauer runter. Das nächste Tor ist der Ausgleich: 12:12 mit dem nächsten 7-Meter für den TSV (37.), die HSG hat heute noch keinen erhalten.

Starke Einzelaktion von Possehl zur neuerlichen Führung, nächster 7-Meter zum neuerlichen Ausgleich: 13:13. Torbrügge trifft stark vom Kreis – wichtiges Tor. Der erst 18-jährige Steinhaus schlägt zurück: 14:14. Beide Teams lassen mehrere Chancen zur Führung liegen, dann trifft Dormagen und liegt erstmals in der zweiten Halbzeit in Front. Bei 15:14 nimmt Daniel Kubes die Auszeit (45.) und bringt anschließend Fontaine. 

Nach einem HSG-Pfostentreffer hat der Gastgeber nun die Chance auf +2 und nutzt sie. Dann gibt’s zum ersten Mal die Überzahl für Rot, kurz darauf landet Mickals Ball nur am Innenpfosten. Der Tscheche wirft wenig später erneut an den Pfosten, doch Possehl verwandelt den Abpraller. Dormagen kontert: 17:15. Es sind noch zehn Minuten. Chance auf +3 für den TSV – die wird genutzt und zudem erhält de Boer die Rote Karte. Was hat Daniel Kubes, der seine letzte Auszeit nimmt, noch für Ideen?

Weber spielt nun wieder, Patzel ist erstmals auf der Platte. Weiter geht’s mit einer Zeitstrafe für die Wiesel. Drei Tore Rückstand, sieben Minuten vor Schluss. Keeper Juzbasic hält erneut, Dormagen erhöht auf 19:15 (54.). Torbrügge verkürzt, der TSV schlägt zurück und erhöht sogar auf 21:16 (56.). Possehl trifft, Mickal trifft, -3 bei noch drei Minuten. Auszeit für Blau.

Ravensbergen hält bravourös, noch ist die HSG nicht geschlagen. Nach dem nächsten Ballverlust und dem 22:18 per 7-Meter dann schon. Patzel trifft noch einmal, am Ende heißt es 23:19. Possehl ist mit sechs Toren unser erfolgreichster Schütze. Nach dem Spiel bleibt den Jungs in Rot nichts, als sich bei den ca. 20 mitgereisten Fans zu bedanken.

Der TSV Bayer Dormagen hat ganz sicher nicht wie ein Absteiger gespielt, unser Team leider jedoch auch nicht wie ein Aufsteiger. Die Chance, auf Platz 2 zu springen – Eintracht Hagen musste gestern in eine Heimniederlage gegen Bietigheim einwilligen – hat die HSG heute nicht genutzt. Unser Gegner vom 2. Weihnachtstag, der VfL Lübeck-Schwartau, gewann gestern gegen die Rimpar Wölfe mit 34:30 – wir verweisen hierzu auf unseren Vorbericht, den ihr schon in Kürze auf diesem Kanal lesen könnt. Also dann, Kopf hoch, wir denken positiv und hoffen schon in drei Tagen auf einen gelungenen Jahresabschluss!

Statistik:

TSV Bayer Dormagen: Juzbasic (9 Paraden, 19 Gegentore), Simonsen - Dasburg (1), Reuland, Meuser (4), Maximilian, Biernacki (1), Reimer (9/4), Richter (3), Zurga, Hüter, Sterba, Grbavac (2), Seesing (1), Steinhaus (2), Mast

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (8/1 Paraden, 18/3 Gegentore), Maier (1 Paraden, 5/1 Gegentore) - Speckmann, Torbrügge (3), Weber (1), Mickal (3), Stegefelt (2), Patzel (1), Fontaine, de Boer (1), Visser, Possehl (6), Wasielewski (1), Pöhle (1), Kalafut

Strafminuten: 6 Min. (Dasburg 34.; Maximilian 48.; Seesing 53.) - 8 Min. (de Boer 3., 52.; Wasielewski 25.; Possehl 34.)

Siebenmeter: 4/5 (Reimer 17. scheitert an Ravensbergen) - 0/0

Rote Karte: de Boer (52.)

Zuschauer: 762 (im TSV Bayer Sportcenter)

Schiedsrichter: Christopher Hillebrand / Stefan Umbescheidt

Quelle: HSG Nordhorn-Lingen
Foto: Zaunbrecher