26.10.2020  2. HBL

Hamburg erkämpft sich mit dezimiertem Kader zwei Punkte in Großwallstadt

Der Handball Sport Verein Hamburg hat der aktuellen Corona-Situation im Verein getrotzt und sich am 5. Spieltag mit 28:27 (13:13) beim TV Großwallstadt durchgesetzt. Die Aufsteiger waren lange Zeit nah dran am Punktgewinn, jedoch drehten die Gäste die Partie kurz vor Spielende. Obwohl aufgrund von Corona-Maßnahmen insgesamt sechs Spieler fehlten, bleiben die Hamburger in dieser Saison weiter ohne Niederlage und stehen auf Platz 4 der Tabelle.

Axmann und Feit beginnen im Zentrum der neuformierten Hamburger Abwehr

Das Spiel begann mit einer Führung des TVG. Nachdem Leif Tissier den ersten Angriff für den HSVH nicht verwandeln konnte, erzielte der TV Großwallstadt das erste Tor (1:0, 3.) gegen den neuformierten Mittelblock um Dominik Axmann und Thore Feit. Während Jonas Maier dann gleich mit zwei Paraden glänzte (4.,5.), warfen Tissier (1:1, 5.) und Jan Forstbauer (1:2, 7.) die Hamburger in Führung. Dann nahm die Partie Fahrt auf. Abwechselnd verwandelten beide Teams ihre Angriffe, sodass es nach knapp zehn Minuten 4:4 stand. Nach zwei weiteren Paraden von Maier (beide 12.) und einem Lattenwurf von Tissier (12.) zeigte das Schiedsrichtergespann Marko Matijasevic die Rote Karte. Der TVG-Spielmacher räumte Leif Tissier ab, der bei einem Gegenstoß frei aufs Tor zulief, und musste schon früh duschen gehen.

Den anschließenden Siebenmeter verwandelte Jonas Gertges zum 4:5 (12.). In der 16. Spielminute konnte der HSVH seine Führung zum ersten Mal auf zwei Tore ausbauen: Erst traf Thies Bergemann (5:6, 14.), dann parierte der gut aufgelegte Jonas Maier gleich drei Angriffe in Folge (14.,15.,16.) und Tissier nutzte diese Chance, um das 5:7 zu erzielen (16.). Doch der TV Großwallstadt ließ sich so leicht nicht abschütteln, glich zum 8:8 (20.) aus und drehte den Spieß sogar vor der Halbzeit noch einmal um, sodass es zwischenzeitlich 10:8 (22.) stand. Das Jansen-Team ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, holte den Rückstand mit einem 3:0-Lauf durch Bergemann (24.), Gertges (25.) und Dominik Axmann (26.) wieder auf und übernahm bei 12:13 noch einmal die Führung, bevor es mit 13:13 in die Halbzeitpause ging.  

HSVH gerät weiter in Rückstand und kämpft sich dann zum Sieg 

Nach der Pause tat sich der HSVH zunächst schwer, wieder in die Spur zu finden und die Kräfte schienen zu schwinden. Nachdem Thore Feit erst an TVG-Keeper Can Adanir scheiterte (31.), leistete sich der HSVH mehrere einfache Ballverluste, so dass die Hausherren in der 36. Minute bei 17:14 mit drei Toren in Führung gehen konnten. In dieser Phase fand der HSVH offensiv keine guten Lösungen, doch Trainer Jansen hatte aufgrund der dünnen Personaldecke kaum Möglichkeiten zu reagieren. Mit dem Tor zum 20:16 (41.) ging der TVG dann sogar mit vier Treffern nach vorne. Doch dann wendete sich das Blatt. Nach Tissiers Tor zum 21:18 (43.) schaltete Jan Kleineidam bei einer ungenauen Freiwurf-Ausführung des TVG am schnellsten und warf den freiliegenden Ball nach vorne, wo es wieder Tissier war, der das 21:19 (45.) erzielte. Nachdem Lars Spieß dann einen unbedrängten Wurf nur an die Latte setzte, nutzte Dominik Axmann im Gegenzug die Chance zum 21:20 (46.) und verkürzte auf ein Tor.

Als der TVG dann zum 22:20 und 23:20 traf, nahm Jansen ein Timeout und läutete damit die turbulente Schlussphase des Spiels ein. Mit der Hereinnahme von Blazenko Lackovic und der Umstellung auf eine offensivere Abwehrvariante stemmte sich der HSVH mit letzter Kraft gegen die drohende Niederlage. Während Jonas Maier einen Siebenmeter hielt und der TVG einen Wurf am Tor vorbei schleuderte, blieb der HSVH konsequent. Erst trafen Axmann (23:21, 49.) und Gertges (23:22, 51.) von der Siebenmeter-Linie, dann glich Tissier in Überzahl zum 23:23 aus (52.). Beim Stand von 26:26 luchste Blazenko Lackovic dann einem TVG-Angreifer den Ball ab und leitete das 26:27 durch Youngster Thore Feit ein. Feits Treffer brachte in der 58. Minute die erste HSVH-Führung in der zweiten Halbzeit! Dem TVG gelang zwar noch der Ausgleich zum 27:27, aber Thies Bergemann blieb auch in der 60. Minute noch eiskalt vor dem Tor und erzielte das 27:28. Rund 50 Sekunden hatte der TV Großwallstadt noch für einen erneuten Ausgleich, zumindest ein Punkt war dem HSVH zu diesem Zeitpunkt aber kaum noch zu nehmen. Doch ein Pfiff der Schiedsrichter brachte dann die Entscheidung: Dino Corak bekam den Ball an den Fuß und die Unparteiischen sprachen dem HSVH 20 Sekunden vor dem Ende den Ballbesitz zu. Diese Restzeit spielten die Hamburger herunter und brachen beim Schlusspfiff in großen Jubel aus. Mit diesem 28:27-Erfolg beim TVG hat der HSVH widrigsten Umständen getrotzt und eine Menge Selbstvertrauen getankt, dass es für das Spiel am kommenden Samstag gegen das Top-Team ASV Hamm-Westfalen braucht. Dann sind alle Spieler wieder aus der Quarantäne entlassen und können wieder mitwirken.

Foto: TV Großwallstadt 

Quelle: Handball Sport Verein Hamburg