20.10.2019  2. Handball-Bundesliga

Bietigheim verliert nach gutem Auftakt den Faden 

Die SG BBM Bietigheim wartet weiter auf den ersten Heimsieg. Am 9. Spieltag unterlag der schwäbische Zweitligist vor 2030 Zuschauern in der EgeTrans Arena dem TuS N-Lübbecke mit 22:28 (10:13) Toren. Während der TuS mit dem zweiten Erfolg hintereinander seine Punktebilanz eben zieht und den schlechten Saisonstart langsam vergessen lässt, rutscht Bietigheim vor der Länderspielpause in die untere Tabellenhälfte ab.

In den Kategorien Heim- und Auswärtsspiel denkt Hannes Jón Jónsson auch nach dem fünften vergeblichen Anlauf auf den ersten Sieg vor den eigenen Fans nicht. „Mit dieser Leistung hätten wir in jeder Halle verloren. Wir können aus diesem Spiel absolut nichts Gutes mitnehmen“, kritisiert der Trainer der SG BBM den Auftritt seiner Truppe. Es fehlt weiter an der Stabilität beim Bundesliga-Absteiger. „Wenn man auswärts einen relativ souveränen Sieg einfährt, ist man natürlich immer zufrieden“, freute sich dagegen Gästecoach Emir Kurtagic. 

Dabei war nach einer guten Viertelstunde und einer 8:6-Führung noch alles im Lot für die Bietigheimer Handballer. Doch nach einer offenen Auftaktphase gewann die Defensive der Gäste die Spielkontrolle. Während die SG BBM bis zur Pause nur noch zweimal traf, sicherte sich Lübbecke eine 10:13-Halbzeitführung. „Bis auf die ersten 15 Minuten sind wir sehr gut in der Abwehr gestanden und hatten mit Peter Tatai den besseren Torwart“, machte Kurtagic die Erfolgsfaktoren für sich aus. 

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@lottobw präsentiert den Endstand.

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Als vorentscheidend stellte sich die Phase heraus, in der Lübbecke aus einer Bietigheimer 10:9-Führung das Spiel zum 10:14 drehte. Im zweiten Abschnitt kam die SG BBM bei 15:17 zwar noch einmal auf zwei Treffer heran, doch Lübbecke spielte den Durchgang aus einer stabilen Hintermannschaft mit viel Selbstvertrauen zu Ende. „In diesem Spiel haben mir heute die Führungsspieler vorne und hinten gefehlt“, legte Jónsson den Finger auf die Wunde. Denn in der zweiten Hälfte ging nicht nur das Torhüterduell an die Gäste aus Ostwestfalen, auch Roman Becvar auf der Spielmacherposition strahlte viel Übersicht, mehr Spielideen und mehr Torgefahr aus als die Spielgestalter der Gastgeber. Der Tscheche war mit sieben Treffern der erfolgreichste Werfer der Partie. „Wir haben auch unter Bedrängnis und drohendem Zeitspiel einige Super-Tore erzielt“, freute sich Kurtagic über die Nervenstärke seine Teams. 

Weil Bietigheim seine Stabilität in der Defensive nicht aufrechthalten konnte, baute Lübbecke Mitte der zweiten Hälfte seinen Vorsprung komfortabel aus, führte schließlich acht Minuten vor dem Ende unverändert mit 20:25. Da hatte Bietigheims Coach mit einer sehr offensiven Abwehrauslegung längst alles auf eine Karte gesetzt. Und während sich Bietigheim weiter mit viel Mühe an der Kreierung eigenen Chancen abarbeitete und auch mit deren mangelnder Verwertung kämpfte, brachte Lübbecke seine Angriffsversuche auch in der Schlussphase mit scheinbar weniger Mühen im Tor unter. „Wir konnten wirklich zufrieden sein mit unserer Leistung in den letzten beiden Spielen“, so ein geknickter Jónsson. „Umso enttäuschter bin ich heute.“ 

SG BBM Bietigheim: Maier, Müller; Schäfer (5/2), Fischer (4), Claus (3), Rentschler (2), Vlahovic (2), Marčec (1/1), Link (1), Kraus (1), Dahlhaus (1), Rønningen (1), Öhler (1), Asmuth, Döll, Boschen. 

TuS N-Lübbecke: Tatai, Jepsen; Becvar (7), Strosack (5), Bechtloff (5/3), Genz (4), Ebner (2), Orlowski (2), Bagaric (1), Mundus (1/1), Spohn (1), Gierak, Schade, Walczak, Speckmann. 

Spielverlauf: 3:4 (7.), 8:6 (17.), 10:9 (25.), 10:13 (30.), 14:16 (40.), 15:20 (44.), 20:24 (52.), 20:26 (56.), 22:28 (60.). 

Zeitstrafen: Link (2.), Claus (8.), Asmuth (19., 38.), Boschen (33.) - Genz (12.), Schade (23.), Walczak (44.) 

Siebenmeter: 3/4 – 4/6 

Schiedsrichter: Mirko Krag / Marcus Hurst (DHB Elitekader) 

Zuschauer: 2030 (EgeTrans Arena Bietigheim) 

Quelle: SG BBM Bietigheim

Foto: Wolf